Generaldirektor Ottrubay: Unternehmen liege in sämtlichen Bereichen im Ziel oder über dem Ziel - Wachstum bei Waldbesitz in Rumänien angestrebt
Eisenstadt - Mit einem Umsatz von 37,8 Millionen Euro im Vorjahr
und rund 290 Mitarbeitern zählen die Esterhazy Betriebe zu den
Leitbetrieben im Burgenland. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein
Umsatzwachstum erwartet. "Wir sind eigentlich querbeet sehr glücklich
mit den wirtschaftlichen Ergebnissen", man liege in sämtlichen
Bereichen im Ziel oder über Ziel, zog Generaldirektor Stefan Ottrubay ein Zwischenresümee. Zentrale Aktivitäten
bilden etwa die Sanierung und Neugestaltung des Eisenstädter
Schlossbezirks sowie die Waldbewirtschaftung in Rumänien, wo
Esterhazy seine Aktivitäten ausbauen will.
Die Branchen, in denen die Esterhazy-Gruppe tätig sei, hätten eine
sehr schöne Entwicklung genommen, so rechne man etwa im Bereich des
Holzmarktes - von wertvollen Schnittholzarten bis hin zu
Industriehölzern - mit einer Zielübererfüllung von etwa fünf Prozent.
Freizeitimmobilien im Großraum Wien seien weiter gefragt: "Wir haben
Wartelisten", eine Reihe von neuen Parzellen sei entwickelt worden.
"Hier ist es denkbar, dass, wenn doch eine gewisse Rezession in
Österreich auch Platz greift, die Nachfrage sich zumindest etwas
dämpfen wird. Aber wir rechnen in keiner Weise mit einem Einbruch",
meinte Ottrubay.
Wein stellt sechs Prozent des Umsatzes
Im Hinblick auf das Weingut, wo derzeit noch das
Weihnachtsgeschäft läuft, rechne man mit einer weiteren
Umsatzsteigerung von circa zehn Prozent. Das sei "in dem heiß
umkämpften Markt ein sehr gutes Ergebnis." 2010 lag der Umsatz bei
rund 2,1 Millionen Euro. In die Verankerung des esterhazyschen Namens in
allen wesentlichen Absatzmärkten im Ausland werde man im nächsten
Jahr weiterhin viel investieren, so Ottrubay. Gab es heuer mit Korea
und China in Asien große Präsentationen, seien 2012 die USA ein
Schwerpunktmarkt.
Im Bereich Biomasse sei Esterhazy ein sehr großer Player und
liefere große Mengen Hackgut an Anlagen im ostösterreichischen Raum.
Neben den Bundesforsten sei man wichtigster Partner für die
Belieferung des Heizkraftwerkes in Simmering. "Wir sind an dem Punkt
angekommen, wo wir selbst aus unseren Wäldern nicht mehr Hackgut
entnehmen können, ohne die Naturbalance der Wälder zu gefährden",
sagte Ottrubay. Deshalb kaufe man zum Teil aus dem Osten ein. Die
Handelskanäle reichten bis nach Rumänien: "Wir versuchen so, die
Liefersicherheit der Werke zu gewährleisten."
Viel Wald in Rumänien
In Rumänien, wo Esterhazy im Holzhandel und Consulting tätig ist
und mit Partnern rund 11.000 Hektar Wald bewirtschaftet, wolle man
"sicher in einem bedeutenden Ausmaße wachsen", erläuterte der
Generaldirektor. Dies sei auch notwendig, um die Fixkosten gut
abdecken zu können. Zum Umfang der geplanten Erweiterung äußerte er
sich nicht: Im Moment laufe noch die strategische Planung. In den
vergangenen drei Jahren habe man in dem osteuropäischen Land mit
einem Team von 25 Mitarbeitern "ein sehr hohes Know-how" - von der
Flächenübernahme bis zur Flächenbewirtschaftung, Logistik und
Transport einschließlich der internationalen Verschiffung -
etabliert: "Das ist für uns heute ein Kernbereich, den wir weiter
ausbauen werden."
In Österreich habe die Zahl der Bioenergieanlagen ein Limit
erreicht. Das könne dazu führen, dass in intensiven Jahreszeiten -
sprich im Winter - der Nachschub beim Hackgut sehr gut organisiert
werden müsse: "Das ist dann ein sehr anspruchsvoller Markt. Es hat im
letzten Jahr zum Beispiel Preissprünge gegeben innerhalb von Tagen,
weil die Lieferung an diese große Menge an Werken kaum mehr
darstellbar war", schildert Ottrubay: "Das hat man in der Politik,
glaube ich auch voll realisiert und es werden größere
Hackschnitzelwerke nicht mehr geplant."
Vom Ausbau der Windenergie im Burgenland sei man hinsichtlich der
Eignungszonen weniger betroffen: "Es gibt immer wieder Anfragen für
ganz kleine Gruppen mit vier, fünf Windrädern. Da prüft man dann die
Wind- und Landschaftseignung, aber es ist nichts Konkretes und
Aktuelles bei uns." (APA)