Kampf um Pressefreiheit

"Press Freedom Award" ist Ungarn gewidmet

9. Dezember 2011, 11:41
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    foto: apa/thomas preiss

    Eva Nowotny (Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission), Rubina Möhring (Präsidentin Reporter ohne Grenzen Österreich), Rényi Pál Dániel (Preisträger), Mária Vásárhelyi (Preisträgerin) und Albert Rohan (Sprecher der Jury) bei der Preisverleihung am Freitag.

Maria Vasarhelyi und Pal Daniel Renyi in Wien ausgezeichnet - "Ihr Mut und Engagement in Sachen Demokratie ist beispielhaft"

Wien - Der diesjährige "Press Freedom Award" ist Ungarn gewidmet, jenem EU-Land, das in jüngster Zeit immer wieder mit der Einschränkung der Pressefreiheit Schlagzeilen gemacht hat. Am Freitag wurden in Wien die beiden ungarischen Journalisten Maria Vasarhelyi und Pal Daniel Renyi mit dem von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) verliehenen Preis ausgezeichnet. "Ihr Mut und ihr Engagement in Sachen Demokratie ist beispielhaft - auch für uns", hieß es in der Jury-Begründung.

Maria Vasarhelyi ist Kommunikationswissenschaftlerin an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest und forscht vor allem zu den Themen Medienethik, Medienmarkt und Medienpluralismus und das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Ausgezeichnet wurde sie für den Beitrag "Der Kampf ist vorbei", der in der Wochenzeitschrift "Elet es Irodalom" veröffentlicht wurde. Darin analysiert sie den "jahrzehntelangen Todeskampf der freien ungarischen Medien" und kommt zu dem Schluss, dass die freie Presse in Ungarn gestorben ist.

Renyi gewann den Preis für seinen Text "Sie haben das Recht zu schweigen", der in der Zeitung "Magyar Narancs" veröffentlicht wurde. Auch Renyi beschäftigte sich mit der Situation der sogenannten freien Presse und vor allem mit dem aktuell gültigen Mediengesetz. Die Jury erkannte den beiden Journalisten den "Presse Freedom Award 2011" für ihren persönlichen Mut zu, so Jury-Sprecher Albert Rohan. Die Texte zeugen außerdem von "hoher Professionalität" und die Thematik sei nicht nur für Ungarn selbst, sondern auch für Europa von größter Aktualität.

"In Ungarn werden keine Journalisten erschossen oder inhaftiert. Aber sie werden entlassen. Zu hunderten", beschrieb Paul Lendvai, der die Laudatio für die Ausgezeichneten hielt, die Situation in Ungarn. Von objektiven und ethisch-journalistischen Standards könne weder beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, noch bei der staatlichen Presseagentur die Rede sein, so Lendvai. Die Auszeichnung von Vasarhelyi und Renyi sei daher ein symbolisches Signal für alle ungarischen Journalisten, dass Reporter ohne Grenzen und die EU den Kampf um journalistische Freiheit unterstützen.

Der "Press Freedom Award", der heuer sein zehntes Jubiläum feiert, soll Journalisten darin unterstützen, "ihren aufrechten Gang weiter zu gehen und trotz allen Drucks mit Rückgrat zu schreiben", so Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich. (APA)

phonon
00
10.12.2011, 12:36
Interessant wären:

für alle, die Sympathie für Ungarn haben, deutsche Übersetzungen der Analysen und Berichte der Autoren Mária Vásárhelyi und Pál Dániel Rényi .

Diversion
01
9.12.2011, 14:12
mich wundert ja dass die EU Ungarn einfach so gewähren lässt.

Hier wurde eine fantastische Gelegenheit verpasst den Europäern zu zeigen wie wichtig diese Institution eigentlich ist.

Lionel Cosgrove
00
9.12.2011, 14:25
grundsätzlich richtig,

aber die EU wird dzt. von der EVP dominiert, Fidesz ist ebenfalls dort Mitglied und ein Konservativer tut dem anderen nicht weh, daher schweigen Merkel, Sarkozy, Cameron, Barroso, usw.

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