Die USA sind nicht das neue Österreich

9. Dezember 2011, 12:07

Das Wall Street Journal spricht bereits die Machtübernahme durch den US-Skiverband aus, aber nicht nur der US-Alpinchef schwächt ab

Denver - Am Mittwoch fragte sich das Wall Street Journal, ob die USA das neue Österreich des Skisports sind. "Seltsame Dinge gehen in den schneebedeckten Bergen Europas und Nordamerikas vor sich. Eine Hand voll US-Skifahrer ist dabei, den österreichischen Nationalsport zu übernehmen", schrieb Matthew Futterman und hob dabei Siegertypen wie Lindsey Vonn, Bode Miller und Ted Ligety hervor.

Die Frage der Kadertiefe

Die Antwort bekam Futterman am Donnerstag von seinem Branchenkollegen Chris Freud auf der Webseite "Vail Daily". Der sieht zwar die selben Siegertypen, bemerkt aber auch den breiteren Kader der Österreicher und der Schweizer: "Sehen Sie sich die Startlisten an, sehr viel SUI und AUT, aber nicht sehr viel USA. Erst wenn wir dieselbe Tiefe erreichen, können wir die USA mit diesen Ski-Nationen in einem Atemzug nennen."

In der Tat kommen Österreichs Alpinskiteams als Nummer 1 in den Teamwertungen von der Nordamerika-Tournee zurück nach Europa. Bei den Herren führt Österreich mit 1303 Punkten vor der Schweiz (958), Frankreich (722) und den USA (688). Bei den Damen führt ebenfalls Österreich (1117) vor den USA (886), der Schweiz (671) und Deutschland (590). Knapp 59 Prozent der Punkte des US-Damen-Teams gehen dabei auf das Konto von Seriensiegerin Vonn. Die beste ÖSV-Dame Elisabeth Görgl zeigt sich lediglich für 26 Prozent der Punkte ihres Teams verantwortlich.

Die USA als Siegernation

Und jetzt das große Aber: In den Einzelwertungen liegt außer Aspen-Siegerin Marlies Schild im Slalom kein einziger ÖSV-Vertreter in Front. Dominierende Nation an Siegen ist eindeutig die USA, die acht der bisher 15 Saisonrennen und damit mehr als die Hälfte gewonnen haben. Sieben der acht Triumphe gehen freilich auf das Konto der beiden Seriensieger Lindsey Vonn (5) und Ted Ligety (2). Den achten Sieg steuerte Bode Miller in der Abfahrt von Beaver Creek bei.

Bei Vonn und Ligety hakte auch ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold ein. "Beide waren schon im Vorjahr Seriensieger, Miller zeigt das eine oder andere Mal auf. Sonst sehe ich da nichts dramatisches", wollte der Vorarlberger den Sensationsstart der Amerikaner nicht überbewerten. "Die Amis sind gut, aber auch nicht so gut, wie alle tun. Wir sind auch gut", wollte Berthold festgehalten wissen. Seine Nordamerika-Bilanz fiel trotzdem durchwachsen aus. "Die Highlights waren sicher Marcel Hirscher und Hannes Reichelt. Aber die Arrivierten können mehr. Das müssen wir jetzt sofort in Gröden und Alta Badia abrufen." Den Artikel im Wall Street Journal kommentierte er leicht angesäuert: "Hochmut kommt vor dem Fall."

"Wahnsinn, dieser Anfang"

Hochzufrieden bilanzierte hingegen Bertholds Landsmann Patrick Riml. Der Tiroler ist seit diesem Jahr Alpinchef der US-Amerikaner. "Wahnsinn, dieser Anfang. Ich bin beeindruckt, wie unsere Athleten auf den Tag genau ihre Topleistungen bringen", freute sich der Söldener. Grund für die Frühform sind laut Riml zwei Dinge. "Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut, zudem hatten wir ein hervorragendes Sommertraining."

Den Artikel im "WSJ" nahm Riml natürlich erfreut zur Kenntnis, schwächte aber realistisch ab: "Der Autor hat nur auf die Zahl der Siege geschaut. Wir haben mit Michaela Shiffrin, Nolan Kasper und Will Brandenburg zwar auch einige gute Junge, aber eine Dichte wie Österreich oder die Schweiz bei weitem nicht". Prinzipiell sei der Artikel für die öffentliche Anerkennung aber eine feine Sache: "Das hilft uns enorm, wenn auf diese Weise die ganze Nation erfährt, dass wir erfolgreich sind."

Speed Park in Copper Mountain

Hilfreich auf dem Weg zu einer größeren Dichte könnte dem US-Skiverband auch das kürzlich eröffnete Trainingszentrum in Copper Mountain sein. Dank 87 Schneekanonen und Sicherheitsnetzen auf elf Kilometern Länge kann dort in punkto Sicherheit und Schneebedingungen ein Weltcup-Rennen von 1:40 Min. Laufzeit simuliert werden. (pb/APA; derStandard.at; 9. Dezember 2011)

Kommentar posten
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Fux220385
00
18.2.2012, 16:40

Sin dia behindert oder wia?

billy bob
00

dachte schon, eine von der kelly-family

billy bob
01

eine runde noch dazu;)

wie kann man an so einer geschmacksverwirrung leiden und die sexy nennen? wegen den retouchierten bikini-fotos?

Dragomir
00
11.12.2011, 14:40

Ich hoffe, die Australier sind einmal an Stelle der USA. Dann gewinnen wir immer.

Dragomir
32
11.12.2011, 14:39

Österreich wird nie die most sexy Rennläuferinnen haben :-(

Mr.Blue
00

wie sexy sind Sie?

Manchester05
00
Die Anna Fenninger

ist die Süßeste von allen. Mit ihrer großen Pudelhaubm sieht sie zum Knuddeln aus !!!

notanaddict
02
11.12.2011, 17:57

Most sexy sind die österr. Rennläufer auch nicht. Und auch viele nichtösterreichsiche RennläuferInnen sind weit davon entfernt.
Aber: Darum geht's bei den Rennen gottseidank nicht.

derjungeroemer
02
11.12.2011, 12:08

es ist immer erfrischend, wenn die amis vorne dabei sind, kanadier detto, und "wir" skifans!! brauchen sie unbedingt (auch deswegen, um den skigegnern, die von "bauernsport" faseln, das maul zu stopfen).

den amis gelingt es trotz fehlender breite immer wieder, läufer/innen in die absolute spitze zu bringen.
zufall kann das auch keiner sein (obwohl vor miller schon etliche sehr dürre jahre dabei waren)

wir skifans können daher nur hoffen, dass uns die amis als starke gegner erhalten bleiben!

samron
03
10.12.2011, 12:05

Wenn das Wall Street Journal es schreibt, wird es wohl stimmen. Immerhin die Bibel des Schisports :-)

Aber mal ernsthaft, solange wir als Maßstab genommen werden, kann es nicht so schlecht um uns stehen. Die USA haben halt gerade einen Lauf und vor allem zwei dominierende Läufer.

Was die Breite und die Anzahl der Talente angeht, werden aber wohl immer die Schweiz und wir voran liegen. Einfach weil der Schisport in diesen beiden Ländern Nationalsache ist.

FS 4
00
10.12.2011, 13:11

Ja, aber am Ende geht's halt doch um die Kristallkugeln im Weltcup und nicht um den Gewinn des Nationencups – aber natürlich hat da längerfristig ein Kader mit hoher Leistungsdichte irgendwann einen Vorteil: Wenn Ligety, Vonn, Miller und Mancuso aufhören haben die Amerikaner ein massives Problem, während in Österreich oder der Schweiz zumeist ein paar Läufer nachkommen, die solche Verluste wettmachen können. Dennoch: Wann immer ein Ausnahmetalent zurücktritt kann das schon auch bei größeren Kadern spuren hinterlassen. Jemand wie Maier geht dem Alpinteam einfach ab – ein richtiger Siegertyp ist im moment wohl nur Marlies Schild (bei den Springern hingegen ist es genau anders, die sind ein Mix aus der Spitze der Amis und der Breite der Ösis).

gabren
00
10.12.2011, 18:20

Natürlich geht's auch um die Kristallkugeln und die Siege, klar. Momentan ist halt einfach die Lindsey Vonn vorne, dahinter kommen sehr viele sehr gute Läuferinnen (aus verschiedenen Nationen). Ich mach mir um die Österreicher keine Sorgen - es ist auch ganz gut, wenn nicht immer nur eine Nation dominiert, das macht die Sache dann auch viel interessanter.

FS 4
00
11.12.2011, 12:28

Eh klar, Sorgen würde ich mir auch keine machen. Jedes Team hat von Zeit zu Zeit seine Hänger. Außerdem ist es ja nicht so, daß das lauter schlechte Fahrer werden, viele von denen haben selber schon einige Rennen gewonnen.

RS100
10
10.12.2011, 11:17

seit wann sind eigentlich so viele bauern auf derstandard.at? mir wird bei den kommentaren echt schlecht... wie persönlich man so etwas nehmen kann, unglaublich! die usa sind halt im moment besser, basta, was reden da viele von revanchen und rachen auf anderen ebenen...? was soll das? ist der stolz von manchen SOOO leicht knickbar? dann sollten sie sich besser nicht auf die leistungen anderer stützen und sich damit identifizieren! wenn ihr bauern lauter schreit und mit mistgabeln rasselt fährt hirscher auch nicht schneller!

notanaddict
00
11.12.2011, 18:00

Was halten Sie eigentlich von Bauern & Bäurinnen so im Allgemeinen?

Was hat das mit den Postern in diesem Forum zu tun?

Everchange 2.0
00
10.12.2011, 17:06
Und woher kennen sie den Berufsstand der Poster, die sie ansprechen wollen?

Oder gehen sie einfach davon aus, weil nur der Stand der Bauern in der Lage ist, sportliche Erfolge oder Mißerfolge persönlich zu nehmen?

Wenn das so ist, dann ist Wien überschwemmt von Bauern, denn nach Spielen der Austria bzw. von Rapid gehts oft noch viel unterirdischer zu, hier im Standard Forum.

Auch ich bin kein Ski-Fan und ich identifiziere mich schon gar nicht mit einzelnen Sportlern in dieser Sportart, aber Skifahren ist nunmal Nationalsportart bei uns in Österreich. Wenn sie das nicht akzeptieren können, bzw. die Tatsache nicht ertragen können, dass sie in diesem schönen Land von "Bauern" umgeben sind, empfehle ich ihnen möglichst schnell ihr bäuerliches Heimatland zu verlassen.

RS100
21
10.12.2011, 17:35

schon längst geschehen...

(auch wenn ich Ihre Aussagen Zitaten äusserst zweifelhafter Personen zuordnen könnte - für die Nachahmung manchen Gedankenguts dieser Leute wird man bei uns sogar eingesperrt)

...und Sie scheinen meinen Post nicht wirklich gelesen zu haben, denn Sie legen Worte in meinen Mund, die ich gar nicht geäussert habe. "Bauer" war übrigens als Synonym gedacht. Sich auf das eine Wort zu versteifen und die Metabotschaft darüber nicht zu erkennen unterstreicht eigentlich nur meine Aussage! In diesem Sinne also: Danke für die Unterstützung!

Everchange 2.0
01
11.12.2011, 06:00
jaja, die metabotschaft Lool - mal sehen:

"seit wann sind eigentlich so viele bauern auf derstandard.at? (...) wenn ihr bauern lauter schreit und mit mistgabeln rasselt fährt hirscher auch nicht schneller!"

Wenn sie wollen, dass man ihre "Metabotschaft" erkennt, sollten sie halt ein bisserl weniger mit BILD Variablen um sich werfen (wobei sich da Schluchtensch****er noch anbieten würde.

Wenn ich ein posting mit: "Liebe Wiener Proleten"! beginne, wird der gegenstand meines postings nebensächlich. Dadurch geht die "Metabotschaft" ins leere. Wenn also der inhalt ihres postings ihren intellekt bestätigen sollte, warum bedienen sie sich solcher mittel? Fängt ein Schrödinger-Diskurs bei ihnen auch mit den Worten an: "Ihr dr***s Pro**s, jetzt sag i euch, wos langgeht"?

gabren
01
10.12.2011, 18:26

Bitte, nicht von "Metabotschaft" reden - das verstehen nur ganz wenige hier! :-)

Aber ernsthaft, das Wort "Bauern" ist mir auch ein wenig aufgestoßen, passt mir nicht ganz daher und hat auch mit Bauern nix zu tun. Wenn Sie "Bauern" durch "Proleten" setzen, bin ich schon mehr bei Ihnen.

Allerdings, was mich schon auch immer wieder stört bei den Amerikanern (global gesehen, natürlich nicht auf Einzelpersonen bezogen) - sie wissen einfach alles besser und reißen recht schnell ihre "Go" auf. Sie haben zwei tolle Siegläufer (wobei Ligety schon auch schlagbar ist), und dahinter wird es dann recht dünn. Also wenn die mal aufhören oder verletzt (behüte!) sind, dann schaut's bei weitem nicht mehr so gut aus.

RS100
00
10.12.2011, 22:35

ok, mit dem wird es gerne substituiert! ;)

und was das eigentliche thema angeht - klar hat jedes land eine eigene art, etwas zu anzugehen, und bei den us-kumpels is halt alles theatralisch und groß und übermenschlich und gigantisch und überhaupt über allem... das kennen wir doch von ihren filmen, autos, schokoriegeln und sonstigen accessoires. also NEU is das nicht... generell find ich den artikel extrem polarisierend geschrieben und nicht nur das stört mich, sondern wie viele auf den zug aufspringen. ja, im moment sind halt die amis besser... JO MEI... muss sich halt der ösv mehr anstrengen. punkt. aber da gleich von übernahme oder ablöse oder ähnlichem zu sprechen ist schlicht arm!

derjungeroemer
01
11.12.2011, 11:41

Zitat:

"generell find ich den artikel extrem polarisierend geschrieben und nicht nur das stört mich"

ich find den artikel nicht polarisierend, schon gar nicht extrem, und was sollte mich daran stören?

mal locker beiben, das "Wall Street Journal" hat ein thema gefunden, und es locker flockig...
"Seltsame Dinge gehen in den schneebedeckten Bergen....."
abgehandelt.
über statistiken, wertigkeiten von erfolgen etc. läßt sich unter skifreunden sowieso trefflich diskutieren und verschiedener meinung sein

Es schlägt 13!
11
10.12.2011, 04:27
Endlich! Sie verwechseln Austria und Australia nicht mehr

Bildung funktioniert!
No freakin´ Kangaroos

derjungeroemer
61
10.12.2011, 01:10

die amerikaner halten sich grundsätzlich für den nabel der sportwelt und interessieren sich daher nur für sportarten, wo sie selbst die besten sind.
demzufolge rangieren auch die sportarten mit nordamerikanischer profiliga ganz vorne, weil da in der hinsicht nichts passieren kann.

RS100
00
10.12.2011, 10:57

und wir interessieren uns für rugby, ttr snowboarding, gaelic soccer, cricket und baseball... nö? warum denn nicht? hmmm, vllt weil wir nicht gut darin sind... jedes land interessiert sich doch nur für sportarten, in welchen es konkurrenzfähig ist. und was der österreichische militärelitekader (ebenso wie die fis) langsam schnallen muss ist, dass sportler individuen sind und sich individuell vorbereiten - das haben die amis eben schon länger kapiert! jetzt kommt die rechnung... ich "vergönns" den österreichern!

derjungeroemer
00
10.12.2011, 15:59

naja, viel verstanden hast du nicht.
warum interessieren sich dann die österreicher für motorsport, eishockey, tennis, fussball, olympische sommerspiele?
weil wir weltklasse sind??
hää?
individuen im skisport? ja logisch, weil die amerikanische öffentlichkeit ausser olympischen spielen eben nur sportarten interessiert, die auf ihrem territorium stattfinden. (eigene profiligen, eigene rennserien etc.)
kommt mir mit "gaelic soccer"; haha,
viel verstanden hast du nicht,

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