Vorbild Fachhochschulen

Burgstallers Studiengebühren-Modell

9. Dezember 2011, 11:24

Salzburgs Landeshauptfrau: Gebühren nur bei guten Studienbedingungen an den Unis - Für faires Stipendienwesen

Salzburg - Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) wird in Sachen Wiedereinführung der Studiengebühren auch nach dem Nein der Bundespartei das Ziel weiterverfolgen. Die Studierenden sollen aber nur dann zur Kasse gebeten werden, wenn sie im Gegenzug an den Unis gute Bedingungen erwarten können und auch das Stipendienwesen fair und sozial ausgewogen geregelt wird, erläuterte Burgstaller ihre Vorstellungen.

Als Vorbild nannte Burgstaller die Fachhochschule Salzburg, an der Gebühren eingehoben werden, es aber keinerlei Beschwerden darüber gebe. Dort hätten die Studenten einen fixen Studienplatz, fixe Laborplätze und auch die Garantie, das Studium in der Mindestdauer absolvieren zu können, wenn die Leistungen stimmen. Außerdem sollte das Stipendienwesen fairer geregelt werden. Denn dieses benachteilige seit langem Kinder von Arbeitnehmern, während beispielsweise Kinder von Landwirten aufgrund der Berechnung der Einheitswerte leichteren Zugang zu Stipendien hätten.

In vielen Gesprächen höre sie von den Menschen, dass dies der richtige Schritt wäre, wenn die Unis dadurch den Studierenden gute Leistungen anbieten könnten. Auf die Frage, wer denn nun die schweigende Mehrheit in der SPÖ sei, die ebenfalls bereits für die Wiedereinführung der Studiengebühren eintrete, sagte Burgstaller, dass diese schwer zu definieren sei. Sie verwies aber darauf, dass ihr steirischer Amts- und Parteikollege Franz Voves nach der Landeshauptleutekonferenz in Kaprun einen Abtausch vorgeschlagen habe: Die SPÖ solle sich bei den Studiengebühren bewegen, die ÖVP dafür bei der Gesamtschule. Und auch von Wiens Bürgermeister Michael Häupl seien bereits ähnliche Signale zu vernehmen gewesen.

Konkretes Modell erarbeiten

Dass die Bundespartei vorerst bei ihrem Nein bleibt, sei zu erwarten gewesen, weil es schließlich einen gültigen Beschluss gegen Uni-Gebühren gebe. Die Salzburger Landeshauptfrau will aber nun ein konkretes Modell zur Wiedereinführung der Studiengebühren bei gleichzeitiger gerechter Neugestaltung des Stipendienwesens erarbeiten und dieses beim nächsten Bundesparteitag vorlegen. (APA)

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17 Postings
Josef Kreilmeier
 
00
10.12.2011, 07:30
Burgstaller und Studiengebühren

Bravo Gaby !

Got Your Nose!
00
9.12.2011, 20:17

alles sehr schwer zu definieren...

Sen Begenreich Rapclub
00
9.12.2011, 17:16

Aha. Also eine Gegenleistung (die ohne Zugangsbeschränkung nicht möglich ist) und ein gerechtes Stipendiensystem (unglaublich konkret) zu fordern gilt schon als Modell? Was ist neu daran?
Warum spricht keiner über ein zinsfreies Kreditmodell, eine Akademikersteuer und deren Variationen? Einfach mal ein Modell, welches die Studierenden nicht während dem Studium belastet und die Beiträge vom persönlichen finanziellen Nutzen macht. DAS wäre mal ein neues (brauchbares) Modell.

the bugger_off
00
9.12.2011, 16:35
na, das heisst ja dann wohl nie wieder studiengebühren!:

"Die Studierenden sollen aber nur dann zur Kasse gebeten werden, wenn sie im Gegenzug an den Unis gute Bedingungen erwarten können "

02515151541
01
9.12.2011, 15:56
ich hab auch einen Plan für die Landesregierungen...

Jonny W1
01
9.12.2011, 15:25

liebe gabi, verbesser doch mal die bedingungen auf den unis. wenn du dein modell selber ernst nimmt, brauchen wir nämlich die nächsten jahre noch lange nicht über studiengebühren auch nur im ansatz diskutieren.

Hillsmith
00
10.12.2011, 19:40
Weitere Grundbedingungen

Und wenn ihr an sozialer Durchlässigkeit gelegen ist, dann sollte sie sich für bessere Chancengleichheit im Schulsystem einsetzen. Das dauert schon mal Jahre, bis dort messbare Veränderungen vorhanden sein werden.

SiSe
02
9.12.2011, 13:29

Burgstaller Modell funktioniert nur mit Studiengebühren UND Zugangsbeschränkungen...

Reich sein muss sich lohnen!
00
9.12.2011, 13:49

Nein, die Zugangsbeschränkungen alleine reichen, siehe FHs in Oberösterreich.

Reich sein muss sich lohnen!
03
9.12.2011, 12:53
Die ÖVP in Oberösterreich scheint da andere Ansicht zu sein

Hier werden an den FHs zwar theoretisch Studiengebühren eingehoben, tatsächlich werden diese aber vom (schwarzen) Land bezahlt.

Kein Student bezahlt hier die Studentensteuer und doch funktioniert alles.
Jeder Student hat einen fixen Studienplatz, fixe Laborplätze und die Garantie das Studium in der Mindestdauer abschließen zu können.
Und das alles ganz ohne Studiengebühren.

smea_gol
24
9.12.2011, 11:29

wow, der versuch jetzt zurückzurudern macht das ganze noch lächerlicher. denn in wirklichkeit ist das eine sozialdemokratische bankrotterklärung - die unis sollen also wie die fhs im rahmen ihrer budgets fixe studienplätze zu gebühren "vergeben" - damit wären wir bei einer realistischen studierendenzahl von etwa maximal 50.000 personen.

Fr. Burgstaller, was machen Sie mit knapp 250.000 Beschäftigungslosen und nicht höher ausgebildeten jungen Menschen? Sollen die in Salzburg im Mozartkostümchen herumlaufen und die Touristen hoffieren?

Die gehört ganz schnell aus der SPÖ entfernt.

mans zelmerlöw
00
9.12.2011, 21:19

für spar, mcdonalds oder als schaffner braucht man zum beispiel kein studium.

Yes I can!
11
9.12.2011, 12:31
ausnahmsweise muss ich landesgabi recht geben!

nur weil man gebühren verlangt und die studienplätze begrenzt, reduziert sich nicht die anzahl der plätze auf 50.000.

wenn unis aber besser planen können, auch mehr plätze "wirtschaftlicher" schaffen können, dann verbessern sich die bedingungen deutlich.

wir haben an manchen unis das problem, dass gewisse massenfächer innerhalb von 2-5 jahren 4x soviele plätze anbieten mussten!

anyuser
 
11
9.12.2011, 12:13

Ganz im Gegenteil - ich finde der Vorschlag von Burgstaller ist der erste sinnvolle Gebührenmodell, der dazu aus der Politik kommt.
Zu Gehrers Zeiten mußte ich von einem Moment auf den anderen Studiengebühren zahlen, die gebotene Betreuung auf der Uni wurde aber immer schlechter und die Seminarplätze wurden auch weniger.
Also zahlen und dann auch noch weniger Leistung bekommen - sowas sieht niemand ein.
Ist mit den Gebühren aber ein Fixplatz in den LVAs, Seminaren, usw. garantiert, sieht die Sache schon anders aus.
Lieber zahlen als jahrelang auf einen Laborplatz warten.
Wenn die Gebühren dann auch noch sozial ausgewogen eingehoben werden und die Unis darüber hinaus mehr Geld bekommen, bin ich absolut dafür.

Dieter Schneemann
02
9.12.2011, 13:16
plus,

dass kinder von arbeitnehmern gegenüber kindern von landwirten (und unternehmern) im stipendienwesen benachteiligt sind kann ich dir aus eigener erfahrung bestätigen... dem abhilfe zu schaffen wär dringend notwendig

smea_gol
11
9.12.2011, 13:03

dann überlegen sie mal, wieviele studienplätze sie mit der jetztigen dotierungfinanzieren könnten, und verabschieden sich gleich von ihrem studienplatz.

so ist das leben.

den vorschlag zu gutieren - ich sags nochmal - ist eine wissenschaftspolitische bankrotterklärung.

Doppelkeks
02
9.12.2011, 12:47

Ich frage mich halt, wie hoch diese Gebühren dann sein müssten. Die 380 Euro, die die Studiengebühren jetzt sein, reichen NIEMALS um allen einen Platz im Seminar zu garantieren oder einen Studienabschluss in der Mindeststudienzeit bei entsprechender Leistung. Entweder Burgstaller muss da sehr wohl noch Geld vom Staat dazu füttern, oder die Gebühren müssen viel höher sein. Vorallem, wenn das Beihilfensystem noch einmal ausgebaut werden soll. Ich seh da die Kostenersparnis oder die Ausfinanzierung einfach nicht. Für mich gibt es nur eine logische Forderung: Der Staat soll in Ö genauso viel für Bildung zahlen wie andere EU-Staaten.

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