Kranke Kinder

Weihnachten im Spital

Regina Philipp, 23. Dezember 2011, 10:23
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    foto: apa/louis romero

    Im Krankenhaus wird auf Ruhe und eine geborgene Atmosphäre ein besonderer Wert gelegt.

Ein schwer krankes Kind macht Weihnachten unter normalen Umständen unmöglich - Im Spital wird der Heilige Abend für viele Betroffene zu einem ganz besonderen Fest

„Für uns im Spital ist Weihnachten die stillste Zeit des Jahres", erzählt Ulrike Habeler, stationsführende Oberärztin im St. Anna Kinderspital in Wien. Die Fachärztin für Pädiatrie ist auch im Aufsichtsrat des Ronald McDonald Kinderhilfe tätig und verbringt, selbst kinderlos, seit einigen Jahren den Heiligen Abend im Krankenhaus. Traurig ist sie darüber nicht. Und auch den Familien, die gemeinsam mit ihren schwer kranken Kindern Weihnachten im Spital feiern, bleibt dieser Tag häufig in guter Erinnerung. „Ein Vater eines kranken Kindes bezeichnete Weihnachten im Spital als seine schönsten Weihnachten", erzählt Habeler. Ein außergewöhnliches Kompliment, lag doch das krebskranke Kind zu diesem Zeitpunkt auf der Intensivstation.

Während es draußen bereits in der Vorweihnachtszeit oft hektisch und laut zugeht, legt man im St. Anna Kinderspital auf Ruhe und eine geborgene Atmosphäre bereits in diesen Wochen besonderen Wert. Die Krankenstationen sind weihnachtlich geschmückt, jede Station ziert ein Adventskranz und die Lichtquellen erzeugen gedämpftes Licht. Am Heiligen Abend stehen Patienten, Angehörige, Pflegepersonal und Ärzte dann gemeinsam vor dem Christbaum. Geschenke werden verteilt und Weihnachtslieder gesungen.

Weihnachten im Spital sind Ausnahmeweihnachten, denn ein schwerkrankes Kind macht das Fest unter normalen Umständen unmöglich. „Wenn ein Kind die Diagnose Krebs erhält, dann ist das ein Rieseneinbruch im Leben einer Familie", erzählt die Wiener Kinderärztin. Eine Krisensituation, die das Leben der Betroffenen grundlegend verändert. Die Krankheit wird plötzlich zum zentralen Thema innerhalb der Familie. In vielen Fällen muss ein Elternteil seinen Beruf aufgeben, was zu gravierenden finanziellen Einbußen führt. Zudem müssen die Eltern viele organisatorische Probleme lösen und nebenbei trotzdem ihren Verpflichtungen nachgehen.

Zuhause auf Zeit

Als wäre das alles nicht schon Aufgabe genug, sind erforderliche Therapien oft nur in Spezialkliniken, weit weg von zu Hause, möglich. Für den Heilungsprozess eines kranken Kindes ist die Nähe der Familie jedoch ganz entscheidend. Der karitative Verein Ronald McDonald Kinderhilfe bietet hier Unterstützung. In rund 300 Ronald McDonald Häusern weltweit finden Eltern schwer kranker Kinder ein „Zuhause auf Zeit". Die Häuser wurden und werden in unmittelbarer Umgebung der behandelnden Kliniken erbaut und ermöglichen Eltern und Geschwistern in dieser schweren Zeit in unmittelbarer Nähe des kranken Kindes zu sein. 

Das erste österreichische Ronald McDonald Haus wurde in Wien 1987 gegenüber dem St. Anna Kinderspital gegründet. 2008 wurde es erweitert und bietet nun Platz für 13 Familien. Zwar gibt es mittlerweile in fast allen Kinderspitälern Übernachtungsmöglichkeiten für zumindest einen Elternteil, ist das kranke Kind aber beispielsweise in einer Sterileinheit aufgenommen, dann können die Eltern nicht im Krankenzimmer des Kindes schlafen. Dazu kommt, dass die permanente Anwesenheit im Spital für die Familien eine große Belastung darstellt. Das Ronald McDonald Haus gibt Eltern die Möglichkeit das Krankenhaus für ein paar Stunden zu verlassen, um selbst Kraft zu tanken. 

„Kinder, die nur den Support des Spitals brauchen, verbringen den Weihnachtsabend mit ihrer Familie im gegenüberliegenden Ronald McDonald Haus und kommen dann nur für etwaige Therapien und Blutbildkontrollen ins Spital herüber", beschreibt Habeler wie man vielen kleinen Patienten ein familiäres Weihnachtsfest auch unter erschwerten Umständen ermöglicht. 

Nicht umsonst wird Weihnachten auch das Fest der Familie genannt. Im Krankenhaus feiert diese Tradition ihre Renaissance. Im schützenden Umfeld einer Familie finden kranke Kinder nicht nur Geborgenheit, sondern auch Hoffnung und Lebensfreude. Gefühle, die Menschen an vielen anderen Orten an diesem Abend schmerzlich vermissen. (derStandard.at, 23.12.2011)

Kommentar posten
17 Postings
m3a
00
26.12.2011, 23:58

ein schwer kranker grossvater im spital macht weihnachten unter normalen umständen auch nicht möglich...

the_viking
 
00
26.12.2011, 21:58
Da brauchts nicht einen Ronald McDonald, damit

Kinder in Spitälern gut aufgehoben sind, auch zu Weihnachten.
Hätte man auch aus der Sicht eines Krankenhauses berichten können, dass nicht mit einer Fast Food-Kette zusammenhängt

leo lander alias mont tatont
00
25.12.2011, 13:38
die Intsität eines Moments ergibt sich nicht ausder Traditionen die ihn umgeben

Sondern aus seiner Einzigartigkeit. Die besten Momente mit meinen Kindern diese Weihnacht erlebte ich dann, wenn all der kommerzielle und überkommene Müll mal vergessen war, z.Bsp. wie sich mein kleinster sein Düsseldorf auf sein Bauch gewärmt hat, .... liebe Eltern kranker Kinder, besinnt euch auf das, was Nähe ausmacht.

Milieubedingter-Hojac oder besser Saualm-Haider?
00
25.12.2011, 18:21
Herrlich

Und das (Düsseldorf Autokorr.) sind die Momente wo man so herr(z)lich lachen kann.
Auch das sind kleine Momente des Glücks!

leo lander alias mont tatont
02
25.12.2011, 17:55
scheiss autokorrektur

.... seine Füße auf meinem Bauch...

Milieubedingter-Hojac oder besser Saualm-Haider?
01
25.12.2011, 18:22
Genießen sie's

Sie haben mindestens einen Menschen zum Lachen gebracht!

nwanma
02
23.12.2011, 17:32

Auch meine Stieftochter war zu Weihnachten vor einigen Jahren 2 Wochen lang im künstlichen Tiefschlaf auf der Intensiv im St. Anna - es geht ihr diese Weihnachten gut - dank der kompetenten Behandlung und Betreuung im St. Anna

bibabutzebaer
61
23.12.2011, 15:41
ronald mcdonald

7x im gesamten artikel.
schleichwerbung?

nik.2008
07
24.12.2011, 12:51

.. in diesen Zusammenhang könnte man es von mir aus auch 100x erwähnen. Hauptsache es gibt diese Häuser für Familien und sie können auch finanziert werden.

Keyser
12
23.12.2011, 18:12

Ronald McDonald House Charities hat mW. nichts mit McDonald's zu tun. In den USA gibt es ja schon seit Jahrzehnten diese Organisation, wußte garnicht, dass es in Österreich einen Ableger davon gibt.

Da könnte ich direkt mal was spenden.

saint just1793
22
23.12.2011, 12:14
Axel Corti

hat das mit Weihnachten in einem Spital wunderbar beschrieben, in seinem letzten Schalldämpfer: http://tinyurl.com/84b4orq

die nette Schlaftablette
84
23.12.2011, 11:30
eine schöne sache für die kinder :)

ohne frage! Nur eins nebenbei: was hat weihnachten (bei uns in östrr zumindest) mit dem coca-cola-mann zu tun? Es wird alles wahllos vermischt, hauptsache alle bringen sie tolle geschenke...gut, dass ich noch 'die echten weihnachten' erleben durfte (wo der grundgedanke die nächstenliebe war, bzw die geste des füreinander da sein vordergründig war).

Timagoras
 
21
24.12.2011, 11:01
"Nur eins nebenbei: was hat weihnachten (bei uns in östrr zumindest) mit dem coca-cola-mann zu tun?"

.
1. ist das santa claus, und
2. was hat weihnachten mit nadelbäumen in wohnungen oder mit karpfen, gans und truthahn zu tun?

Symlink
11
23.12.2011, 18:16
Das echte Weihnachten

Cool, Du warst vor ueber 2000 Jahren einer dieser Schafhirten? War gemuetlich im Stall?

Tethys
11
23.12.2011, 14:02

"echte Weihnachten"??

Und Sie meinen nicht, dass Weihnachten vielleicht nicht eh schon eine Mischung verschiedener Traditionen ist?

O5
25
23.12.2011, 12:18

Was hat Weihnachten mit Punsch zu tun? Was hat Weihnachten mit Geschenken zu tun? Was hat die katholische Kirche mit Jesus zu tun? So viele Fragen.

kh g
01
26.12.2011, 10:10
Die katholische Kirche hat Jesus erfunden

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