Google+ führt Gesichtserkennung auf Fotos ein

9. Dezember 2011, 10:01
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"Find my face" hält sich bei Umsetzung an Vorgaben deutscher Datenschützer

Das Online-Netzwerk Google+ führt eine Funktion zur Gesichtserkennung auf Bildern ein. Die Funktion unter dem Namen "Find my face" soll es Nutzern erleichtern, ihre Kontakte im eigenen Fotoalbum zu markieren. Der Facebook-Konkurrent betonte, sich bei der Umsetzung an die Vorgaben deutscher Datenschützer gehalten zu haben.

"Empfindliche Angelegenheit" 

"Wir wissen, dass der Datenschutz bei Gesichtserkennungs-Technologie eine empfindliche Angelegenheit ist", sagte der Datenschutzbeauftragte von Google, Peter Fleischer, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Konkurrent Facebook liegt derzeit wegen einer ähnlichen Funktion mit Behörden im Clinch. Das Feature soll in den nächsten Tagen weltweit verfügbar sein.
Matt Steiner, Leiter des Google+ Foto-Teams, hat Beispiele auf seinem Account gepostet, wie die Gesichtserkennung aussieht.

Technologie ausbauen

Im Juli hat der Internetkonzern das Unternehmen Pittsburgh Pattern Recognition übernommen, das Programme zur Gesichtsidentifizierung auf Fotos und Videos anbietet. Die Übernahme wollte Google scheinbar zum Ausbau eigener Gesichtserkennungstechnologien nutzen. Anders als bei Facebook, wo die Gesichtserkennung ohne Erlaubnis der NutzerInnen aktiviert wurde, will Google die Google+-Mitglieder selbst entscheiden lassen. 

Relevant für Privatsphäre

"Alles im Bereich Gesichtserkennung ist potenziell relevant für die Privatsphäre", sagt Peter Fleischer, Googles oberster Beauftragter für den Datenschutz. Deshalb setzte man die Funktion mit besonderer Vorsicht um. Die Gesichtserkennung soll demnach nur unter Bekannten funktionieren und nicht in der allgemeinen Google-Suche integriert werden. Googles Angaben zufolge sollen die Ergebnisse nicht zur Optimierung der Web-Suche herangezogen werden. 

Erlaubnis notwendig

Jemanden mit dem Smartphone abzuknipsen, um anschließend in Google herauszufinden, um wen es sich dabei handelt, sei zwar "technisch möglich", aber "zu gruselig, um es jemals umzusetzen", sagt Fleischer. Bevor die Gesichtserkennungsfunktion startet, werden NutzerInnen gefragt, ob sie "Find my face" aktivieren möchten. Sagt man zu, erstellt Google ein digitales Gesichtsmodell, basierend auf bereits hochgeladenen und mit Tags versehenen Bildern. Ab zehn Fotos soll das Feature gut funktionieren, je mehr Bilder Google dafür zur Verfügung stehen, desto besser die Quote. Deaktiviert man "Find my face" später, wird das erstellte Gesichtsmodell wieder gelöscht, heißt es. (APA/red)

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