Ivorer am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen
Abidjan - Seit Beginn des Wahlkampfes für die am Sonntag anstehende
Parlamentswahl in der westafrikanischen Republik Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste)
sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Wie Vize-Verteidigungsminister
Paul Koffi Koffi am Donnerstag in Abidjan sagte, ist unter den Opfern auch ein
Kandidat der Präsidentenpartei PDCI. Der Kandidat der Partei von Staatschef
Alassane Ouattara sei "verbrannt" worden, teilte Koffi mit. Drei weitere Opfer
seien am Mittwoch in Grand-Lahou im Süden des Landes von Raketen getroffen
worden. Es handelte sich demnach um eine Frau sowie zwei Teenager, die sich in
der Nähe eines Platzes aufhielten, auf dem eine PDCI-Veranstaltung stattfinden
sollte. Zudem sei am vergangenen Wochenende ein Jugendlicher getötet worden.
Koffi kritisierte, dass Kandidaten während des Wahlkampfes "bewaffnete
Männer" als Begleiter einsetzten. Die Regierung habe alle Seiten zur
Zurückhaltung aufgerufen und davor gewarnt, eigenmächtig Sicherheitskräfte
einzusetzen. Die Regierung werde "durchgreifen" und gegebenenfalls Ergebnisse
für ungültig erklären, wenn sich die betreffenden Kandidaten im Wahlkampf
bewaffneter Männer bedient hätten. Die UN-Mission in der Elfenbeinküste (ONUCI)
verurteilte "einzelne Zwischenfälle", die "häufig von bewaffneten Männern aus
dem Umfeld von Kandidaten" verursacht würden.
Der Wahlkampf hatte am Samstag offiziell begonnen und endet am Freitagabend.
Der Urnengang am Sonntag soll die Elfenbeinküste aus der schweren Krise führen,
die nach der Präsidentschaftswahl vom November vergangenen Jahres begonnen
hatte. Der damalige Präsident Laurent Gbagbo hatte sich geweigert, seine
Niederlage anzuerkennen. In dem monatelangen Machtkampf, der im April mit der
Festnahme Gbagbos durch die Ouattara-Anhänger endete, starben rund 3000
Menschen. Der Ex-Staatschef wurde nach Den Haag gebracht, wo er sich vor dem
Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Haag verantworten soll. Dies dürfte den
Versöhnungsprozess im Land erschweren. Gbagbos Partei boykottiert die
Parlamentswahl, die von 25.000 ivorischen und 7000 UNO-Soldaten überwacht
wird. (APA)