Fünf Tote bei Zwischenfällen vor Parlamentswahl

8. Dezember 2011, 20:00

Ivorer am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen

Abidjan - Seit Beginn des Wahlkampfes für die am Sonntag anstehende Parlamentswahl in der westafrikanischen Republik Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Wie Vize-Verteidigungsminister Paul Koffi Koffi am Donnerstag in Abidjan sagte, ist unter den Opfern auch ein Kandidat der Präsidentenpartei PDCI. Der Kandidat der Partei von Staatschef Alassane Ouattara sei "verbrannt" worden, teilte Koffi mit. Drei weitere Opfer seien am Mittwoch in Grand-Lahou im Süden des Landes von Raketen getroffen worden. Es handelte sich demnach um eine Frau sowie zwei Teenager, die sich in der Nähe eines Platzes aufhielten, auf dem eine PDCI-Veranstaltung stattfinden sollte. Zudem sei am vergangenen Wochenende ein Jugendlicher getötet worden.

Koffi kritisierte, dass Kandidaten während des Wahlkampfes "bewaffnete Männer" als Begleiter einsetzten. Die Regierung habe alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen und davor gewarnt, eigenmächtig Sicherheitskräfte einzusetzen. Die Regierung werde "durchgreifen" und gegebenenfalls Ergebnisse für ungültig erklären, wenn sich die betreffenden Kandidaten im Wahlkampf bewaffneter Männer bedient hätten. Die UN-Mission in der Elfenbeinküste (ONUCI) verurteilte "einzelne Zwischenfälle", die "häufig von bewaffneten Männern aus dem Umfeld von Kandidaten" verursacht würden.

Der Wahlkampf hatte am Samstag offiziell begonnen und endet am Freitagabend. Der Urnengang am Sonntag soll die Elfenbeinküste aus der schweren Krise führen, die nach der Präsidentschaftswahl vom November vergangenen Jahres begonnen hatte. Der damalige Präsident Laurent Gbagbo hatte sich geweigert, seine Niederlage anzuerkennen. In dem monatelangen Machtkampf, der im April mit der Festnahme Gbagbos durch die Ouattara-Anhänger endete, starben rund 3000 Menschen. Der Ex-Staatschef wurde nach Den Haag gebracht, wo er sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Haag verantworten soll. Dies dürfte den Versöhnungsprozess im Land erschweren. Gbagbos Partei boykottiert die Parlamentswahl, die von 25.000 ivorischen und 7000 UNO-Soldaten überwacht wird. (APA)

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