Bereits vor 77.000 Jahren schlief der Mensch auf Matten

11. Dezember 2011, 20:02
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Steinzeitmenschen stellten wesentlich früher als bislang angenommen Pflanzenbetten aus Ästen, Riedgras und Binsen her

Tübingen/Ballito - Bereits vor rund 77.000 Jahren hat der Mensch auf einer Liegestatt sein müdes Haupt zu nächtlichen Ruhe gebettet: Forscher haben unter dem Sibudu-Felsvorsprung nahe Ballito in Südafrika Matten aus Pflanzen entdeckt und damit belegt, dass der frühe Homo sapiens bereits rund 50.000 Jahre früher als bisher angenommen seine Nachtruhe nicht nur auf dem kahlen Boden fand.

Wie die Archäologen, darunter Christopher Miller von der Universität Tübingen, in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" berichteten, entdeckten sie Pflanzenbetten aus Ästen, Riedgras und Binsen.

Alltagsmatte

"Wir haben festgestellt, dass diese speziellen Blätter durch ihre Inhaltsstoffe wohl auch dazu dienten, Insekten fernzuhalten", erklärte Miller. Dazu legten unsere Vorfahren zunächst Äste, dann Gras oder Binsen auf den Boden und bedeckten sie zum Schluss mit den Blättern. "Diese Matten oder Bettungen waren aber noch nicht geflochten oder gewoben", sagt Miller. Reste von Knochen und andere Sedimente belegten, dass die Menschen darauf nicht nur schliefen, sondern ihren Alltag verbrachten. An der Ausgrabungsstelle wiesen die Wissenschaftler Matten aus unterschiedlichsten Epochen nach, die etwa 38.000 bis 77.000 Jahre alt sind. (APA, red)

  • Forscher haben die Überreste von Blättern aus einer steinzeitlichen Bettstatt gesammelt.
    foto: marion bamford

    Forscher haben die Überreste von Blättern aus einer steinzeitlichen Bettstatt gesammelt.

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