Freundschaftsdienste

Ratten befreien gefangene Artgenossen - selbst ohne Aussicht auf Belohnung

9. Dezember 2011, 18:19

Ratten sind mitfühlende Wesen, berichten US-Forscher nach Experimenten

Washington/Wien - Ratten fühlen mit ihren gefangenen Freunden und helfen ihnen - sogar wenn sie selbst davon keinen Vorteil haben. Es sei die erste Beobachtung dieser Art bei Nagetieren, berichten US-Wissenschafter in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science".

Die Forscher von der Universität Chicago hielten Laborraten paarweise in Käfigen, sodass die Tiere sich aneinander gewöhnten. Anschließend sperrten sie eine der Ratten in einen durchsichtigen Behälter innerhalb eines größeren Testkäfigs. Wie erwartet reagierte auch die andere Ratte mit Unruhe auf die Gefangenschaft ihres Gefährten. Nach einigen Versuchen jedoch lernten die freien Ratten, die Gefängnistür zu öffnen. Sie halfen ihren Gefährten hinaus, öffneten jedoch nie die Tür für Stoffmäuse oder andere Gegenstände.

Das Verhalten ging weit über alle bisher beobachteten empathischen Verhaltensweisen bei Nagetieren hinaus, berichteten die Forscher. Die Ratten befreiten ihre Gefährten meist schnell und auch dann, wenn diese nicht in den gemeinsamen Käfig, sondern nach draußen entlassen wurden. Es gab für die Befreiung also keine Belohnung in Form eines sozialen Kontaktes.

Selbst wenn die Ratten die Wahl hatten, entweder ihren Gefährten zu befreien oder mit dem selben Trick einen Behälter mit Schokolade zu öffnen und diese allein zu vernaschen, wählten sie sehr oft die Befreiung.

"Sie hätten zuerst die ganze Schokolade allein fressen können. Stattdessen öffneten sie ebenso oft zuerst die Käfigtür und teilten sich die begehrten Süßigkeiten. Das sagt uns, dass die Befreiung ihres Gefährten für sie auf einer Stufe mit Schokolade stand", erläuterte die Neurobiologieprofessorin Peggy Mason von der University of Chicago. "Das hat uns wirklich überrascht."

Die Ratten erkannten nicht nur die Notlage ihres Artgenossen. Sie behielten trotz Verlockungen gewissermaßen einen kühlen Kopf und handelten, um diese unangenehme Situation zu beenden.

Die Studie zeige, dass Menschen von Ratten lernen könnten, schreiben die Autoren in ihrem Paper. Erstautor Inbal Ben-Ami Bartal, Doktorand an der Uni, meinte sogar: "Wenn wir nicht empathisch handeln, dann handeln wir eigentlich gegen unsere Natur." (APA, pi/DER STANDARD, Printausgabe, 10./11. 12. 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 84
1 2 3
rattlesnake87
00
19.12.2011, 11:31

Bleibt zu hoffen dass diesen Ratten nicht bald die Bildung einer kriminellen Organisation vorgeworfen wird.

e_Neutrino
 
00
13.12.2011, 03:14
Die armen Ratten in den dunklen, feuchten, stinkenden Kanälen...

.
wir sollten ihre Lebensqualität merklich erhöhen, ich bin für einen freien Zugang zur Universität, natürlich für jede Ratte,...;-)

Gerg K.
00
11.12.2011, 19:05
Werde mich in Zukunft davor hüten

bei den Ratten im Parlament an etwas anderes als an Ratten zu denken. Wäre ethisch nicht fair!

dexxi
21
11.12.2011, 11:56
na siehste !

Irgendwie war klar das Ratten viel empathischer sind als die meisten Menschen. Wenn man sich hier manchen Post anschaut dann weiß man ja wie ich darauf sehr leicht koomme. Der Mensch geht anscheinend in die Richtung Empathielosigkeit und Gefühlskälte, während die Tiere wohl in die entgegengesetzte Richtung marschieren. Vll lässt sich mit Zusammenhalt die Weltherrschaft an sich reißen? The pinky and the brain erobern die Welt "gg" ! Den sozialen und EmpathievollenLebewesensollte die Welt gehören:-)

pox vobiscum
01
11.12.2011, 13:15

Blödsinn, gegegnüber Artgenossen, die sie besser kennen, sind Menschen in der Regel auch recht hilfsbereit.
Und wie wir aus diversen Western und Gangstafilmen wissen, retten gerade Verbrecher besonders gerne eingesperrte Kumpels.

Kondratjew -Zyklus
 
00
11.12.2011, 06:18
Drum sind die Ratten auch die höhere Lebensform.

werwolfi
01
11.12.2011, 04:04

Wo ist die Überraschung?
Für viele Menschen stehen ihre Artgenossen auch auf ungefähr derselben Stufe wie Schokolade ;oP

Der sich den Wolf tanzt
01
10.12.2011, 22:45
diese versuche sollte man mal mit bankstern durchführen!

würde mich nicht wundern, wenn diese gefangene gegen abschluss einer kreditvertrages oder den verkauf von cds befreien, damit diese dann entdecken, dass die schokolade eigentlich aus scheixxe besteht.

awd-berater könnte man natürlich auch für solche tests verwenden.

Elron Abarth
00
14.12.2011, 15:32

" Anschließend sperrten sie eine der Ratten in einen durchsichtigen Behälter innerhalb eines größeren Testkäfigs. Wie erwartet reagierte auch die andere Ratte mit Unruhe auf die Gefangenschaft ihres Gefährten. Nach einigen Versuchen jedoch lernten die freien Ratten, die Gefängnistür zu öffnen."

AWD Berater würden wohl am komplexen Versuchsaufbau scheitern.

paolo
01
10.12.2011, 20:42
hm,

sie kommen in ein brennendes haus, in einer stadt, in der sie nicht wohnen. soviel gold, wie sie tragen können, liegt gerade noch im griffbreich, genauso der bewusstlose neben ihnen: das wär`auchmal ne versuchsanordnung, nicht?

pox vobiscum
01
11.12.2011, 13:16

Ist das Gold eh echt und darf man es dann auch behalten? :)

Difool
 
01
12.12.2011, 05:11

und der bewusstlose ist auch echt bewusstlos? :P

M L3
01
14.12.2011, 18:38
Und muß man den dann nicht auch sicher nicht behalten? :-)

ben oni
00
17.12.2011, 10:25

lies den artikel!

Das scheue Reh
20
10.12.2011, 20:07

Wenn eine große Schlange im Rattenknast sitzt, dann machen die Ratten die Tür sicher genau gleich auf.

Wahrscheinlich aber nur einmal.

monoton
01
10.12.2011, 18:02

na bitte, damit haben ratten den rechtsextremen etwas vorraus: emphatie!

pox vobiscum
00
11.12.2011, 13:17

Untereinander sind sogar Rechtsextreme zur Empathie fähig.

Nick Tameer
00
14.12.2011, 08:53

Besonders gegenüber toten (Hitler, Hess, dem deutschen Landser etc.).

her wig
00
11.12.2011, 08:29

Nein. Der Rechtsextreme würde auch zuerst seinen Kameraden befreien und dann würden sie das angebotene Bier gemeinsam trinken. (Mit Schokolade würde es aber nicht funktionieren, und mit einem Ausländer auch nicht.)

monoton
30
11.12.2011, 09:54

so definitiv nicht, er wird zuerst das bier trinken, und wenn sie dann noch nicht zu besoffen sind, dann retten sie vielleicht ihren artgenossen.

jede andere reihenfolge würde die grundeigenschaften der rechtsextremen ignorieren: egoismus und rücksichtslosigkeit

Gendo
03
11.12.2011, 11:48

Kaum!. Rechtsextreme Organisationen schaffen es gerade mit einem gesteigerten WIR gefühl Menschen an zu sprechen.
Diesem WIR wird dann das eigene Ego unter geordnet (Opfer für das Volk, die Sache, den Führer usw.).
Dieses WIR hingegen wo alle ihren Anteil haben ist hingegen nach außen hin Egositisch und unempatisch (und so handelt dann auch der Einzelne, nach außen).
Wobei nicht unbeachtet bleiben darf, dass unempatisches Verhalten nach außen durchaus auch schaden im verhalten nach innen hinterlassen kann.

Gendo
00
10.12.2011, 21:06

Hm im Grunde unrichtig, aber dennoch nicht falsch. Gewisse Ideologien schaffen es durch gewisse tricks unsere Empatie (die ja auch nicht bei allem Vorhanden ist, nur so am Rande) aus zu hebeln.
Wenn etwas im Sinne eines "volkskörpers", der Rasse, oder im Namen eines Gottes gemacht wird, steht diese "höhere" Instanz über unserer Empatie.

Rammst
181
10.12.2011, 17:51
..dieses soziale verhalten ...

..mit "gefühlen", nach menschl. Sicht, zu erklären ist unwissenschaftlich.
Als ehemaliger rattenzüchter (etwa 20.000 st. regelm. Bestand) und rattenbekämpfer hab ich Fähigkeiten dieser Spezie, und auch die z.t. gewaltigen Unterschiede darin bei den jeweiligen Arten, zur genüge kennen gelernt.
Gäbe es wirklich dieses "Mitgefühl", gäbe es auch Liebe und Hass, Eifersucht und Neid (nicht zu verwechseln mit sogenanntem Futterneid)
harte realität (für die netten "Tierschützer" hier):
ratten sind Schädlinge und werden nicht ohne Grund bekämpft

nuts1
00
15.12.2011, 21:00

verhalten eines rattenmörders,, dass ist typische abhärtung.... ich kenn das , aber das ändert im endeffkt nichts an der tatsache das ratten sich so verhalten.

btw man hätte noch prüffen können wie das mit geschwistern ist oder ratten die sich lange kennen bzw ftreudn esind ob sie dann gleich befreit werden udn je fremder dann wird die schokolade gewählt.... man könnet da sexperiment ausweiten...um beziehungen zu erforschen...

Jimmy Neutron
02
12.12.2011, 15:58

Ratten gelten aber nur für Menschen als Schädlinge. In der Tat ist aber der Mensch der größter Schädling der Ratte (und nicht nur der Ratte). Nicht ohne Grund weichen die Ratten den Menschen aus. Die menschliche "Selbstlosigkeit" dagegen langt nach Belohnung, nach Anerkennung, ist meist nichts anderes als berechnendes Kalkül.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 84
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.