Südafrika

Klimawandel trocknet Unesco-Welterbe aus

Martina Schwikowski aus Durban , 8. Dezember 2011, 19:03
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    foto: greenpeace

    Am Strand von Durban stellen Umweltschützer ein Windrad auf. Ein Zeichen der Hoffnung für das von Naturkatastrophen gepeinigte Afrika.

Während beim Klimagipfel in Durban um jeden Zentimeter Klimaschutz gefeilscht wird, steht wenige hundert Kilometer entfernt das Unesco-Welterbe iSimangaliso auf dem Spiel

Das Boot gleitet mit abgestelltem Motor an die Nilpferdfamilie heran. Sie spielt im Wasser, taucht auf und ab. Ein Fischadler sitzt ungestört in der Nähe auf einem Baum. Krokodile sonnen sich am Uferrand im Schilf. Der breite Estuary-Fluss zieht sich durch das iSimangaliso-Feuchtschutzgebiet - einen Anziehungspunkt für Besucher, die den kleinen Ort St. Lucia, etwa zweieinhalb Stunden von Durban entfernt, aufsuchen. Diese einzigartige Region ist mit ihren tausende von Jahren alten Sanddünen, Mangroven, Wäldern, Korallenriffen und langen Stränden von Naturschönheit gekennzeichnet.

Aber die Auswirkungen des Klimawandels bedrohen eines der wertvollsten Feuchtgebiete und bringen seinen Unesco-Status als Erbe der Menschheit in Gefahr. Während sich in Durban Politiker und Klimaschützer nicht einigen können, trocknet der gigantische St.-Lucia-See weiter aus. Der iSimangalisoPark ist etwa 230.000 Hektar groß und seit 1999 von der Unesco geschützt. "Hier gibt es allein fünf Ökosysteme", sagt Kapitän Shaun Gass. "Und wo können Besucher Wale und Elefanten gleichzeitig sehen?"

Das Feuchtgebiet und der St.-Lucia-See haben die Öffnung zum Indischen Ozean längst verloren. Das bedeutet massive Probleme für Tiere und Natur. Weniger Salzwasser findet Eingang, der Frischwasseraustausch fehlt, das Ökogleichgewicht ist gestört. Das See-Level sinkt, schon seit zehn Jahren erlebt St. Lucia eine Dürre. Der "Global Environment Facility" sucht nach Lösungen, die Mündung wieder zu öffnen.

"Krokodile brüten weniger, weil das Seeufer dichter mit Schilf bewachsen ist", sagt die Besitzerin des Bootes, Riette Bennett, die mit ihrem Familienbetrieb in St. Lucia Touren anbietet. Dafür legen eher selten gewordene Schildkröten häufiger ihre Eier am Strand ab. Bennett ist der einzige Touranbieter in St. Lucia, der von der südafrikanischen Umweltorganisation das Zertifikat des "Fair Trade Travel" erhalten hat. Damit erfüllt sie die vierzehn Kriterien für Sozial- und Umwelt-Standards.

Südafrika ist das einzige Land, das bereits Gästehäuser, Hotels, Touranbieter und Aktivitäten mit dem begehrten Ökosiegel des Fair-Trade-Verbands versehen hat. "Nachhaltiger und gerechterer Tourismus ist der einzige Weg, den negativen Einfluss auf das Klima zu verringern", sagt Sabine Minninger von Tourism Watch beim Evangelischen Entwicklungsdienst (EED).

Eine Allianz zivilgesellschaftlicher Organisationen, darunter die österreichische Gruppe Respect, bringt in Durban die Sorge über die Haltung touristischer Interessengruppen beim Klimagipfel zum Ausdruck. Sie finden es unverantwortlich, das Tourismus zum "Entwicklungsmotor" stilisiert und dadurch eine weltweit verpflichtende Emissionsregelung für den Flugverkehr untergraben werde. Flugsteuern würden Reisende abschrecken, damit würden die ärmeren Länder weniger durch Tourismus verdienen, heißt es. "Aber nur 1,2 Prozent aller Flugreisen gehen in die weniger entwickelten Länder", sagt Minninger. Der meiste Profit aus solchen Reisen fließe nicht in Armutsbekämpfung, sondern unterstütze Diktaturen und Eliten.

In der Klimakonferenz ein paar Stunden entfernt dauert der Streit über Geldquellen für den grünen Klimafonds an. Die Besteuerung des Flugverkehrs gilt neben dem Schiffsverkehr als eine der Quellen, um in Entwicklungsländern grüne Wirtschaft zu betreiben, Emissionen zu verringern und Schutzprojekte zu finanzieren. Die EU habe mit ihrer Emissionsabgabe von drei Prozent ab 2012 ein Zugeständnis gemacht, aber weltweit müssten alle Flüge besteuert werden. Gebraucht wird laut EED ein Ansatz, der von Menschenrechten ausgeht. (DER STANDARD, Printausgabe, 09.12.2011)

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18 Postings
F S 3
89
9.12.2011, 09:39
Ein symbolträchtiges Foto um den ganzen Klimajammer…

…Eines dieser unnötig-sauteuren Windradeln zerreißt es ob der großen Stürme:

http://www.dailymail.co.uk/news/arti... itain.html

Woanders verrotten diese Umweltverschandler inzwischen Mangels Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Nexialist
12
9.12.2011, 14:50
na sicher

nur so ein Beispiel für diese sinnlose Nutzung direkt vor den Toren Wien's...

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oest... 3/index.do

sie könnten aber in manche Gebiete in China ziehen wo die Energie mit kalorischen Kraftwerken so gewonnen wird wie sie es gern haben...

vergessen sie halt den Atemschutz nicht... man wird sie hier im Forum vermissen ;)

Grisu der kleine Drache
210
9.12.2011, 10:21

Und zudem hat der Sturm LKWs umgeworfen, Straßen überschwemmt, und Regenschirme zerfetzt.

Also sind auch Straßen, LKWs und Regenschirme untauglicher Mist und können in Zukunft nicht mehr verwendet werden!!

Fritz Meyer
10
9.12.2011, 08:40
Die Verursacher werden weiter auf Zeit spielen...

ihre Länder sind von der Klimakatastrophe bisher ja noch nicht massgeblich geschädigt.

sed s/./_242_/g
01
9.12.2011, 00:57

die werden sicher bald von apple verklagt...

Fritz Meyer
00
9.12.2011, 08:39
So deprimierend es ist...

das kam mir dann auch in den Sinn. ;)

nuts1
03
9.12.2011, 00:53

http://de.wikipedia.org/wiki/ISim... tland-Park

nach wikipedia ist die mündung durch eien düne versperrt die gegen die ölpest helfen sollte.... alos nix mit klimawandel sondern mit umweltverschmutzung wie immer

Searles
 
00
9.12.2011, 12:09

Zitat Wikipedia: 2004 wurde die Mündung des Feuchtgebietes durch eine Sanddüne gesperrt, um eine Ölpest nach der Havarie des Frachters Jolly Rubino abzuwehren. Seitdem ist der Wasserspiegel erheblich unter Meeresniveau gesunken, so dass die Maßnahme noch nicht rückgängig gemacht werden konnte.

Kurzes Googeln brachte folgendes: "(..) serious drought since 2002 has caused its level to fall to its lowest for 50 years. A sandbar across the mouth has formed, and, to exclude a 2002 oil spill, been re-inforced, to prevent a catastrophic invasion of seawater. Previous high salinity following drought killed off shoreline vegetation, causing bank erosion and silting of the lake."

hlg
12
9.12.2011, 07:41
wurscht...

es muss nur dramatisch sein und sich irgendwie mit klimawandel korrelieren lassen, dann ist es ein beweis und leugnen zwecklos ;-)

Searles
 
20
9.12.2011, 11:38

Lieber hlg, dir wurde schon zig mal der kausale Zusammenhang CO2 - Erderwaermung erklaert. Was genau brauchst du noch, um einen solchen zu akzeptieren?

hlg
00
10.12.2011, 21:58
der kausal erklärbare, weil...

über die eigenschaften von co2 verursachte...

anteil ist wie groß?

und der dazuinterpretierte rückkopplungseffekt ist wie groß?

wedelt der schwanz mit der kuh?

Searles
 
20
11.12.2011, 01:59

Nun, der Netto-CO2-Anteil ist bei einer Verdoppelung des CO2-Gehalts ist ca. 1 Grad.

"und der dazuinterpretierte rückkopplungseffekt ist wie groß?" Der duerfte ungefaehr 1,5 Grad betragen. Ist allerdings nicht "dazuinterpretiert", sondern gut begruendet.

"wedelt der schwanz mit der kuh?" Ist eine Frage des Bezugspunkts, hat aber nichts mit dem Thema zu tun.

1000undeine8
03
8.12.2011, 22:13
liebe redaktion

das "See-Level" tut echt weh. diese demütigung hat der deutsche wasserstand nicht verdient.

Zuckerlilly Zuckerlilly
01
8.12.2011, 21:35
Man muß nicht alles dem Klimawandel zuschreiben, es gibt auch einsichtsvollere Erklärungen zum Problem:

http://www.globalnature.org/bausteine... =1011&fd=0

Searles
 
00
9.12.2011, 12:16

"Lake St Lucia, however, is facing serious hydrological problems. The region is in the grip of
an eight year ‘drought’, with below average rainfall having occurred since 2002. For nearly a
decade, very little water from the system’s five rivers has flowed into St Lucia."

Aha, kein Klimawandel, sondern eine Dürre ists. Na, das ist beruhigend. *kopfschüttel*

Zuckerlilly Zuckerlilly
32
8.12.2011, 21:27
Und weil auf dem zum Artikel erschienen Foto so nett eine Windturbine "angebetet" wird hier ein Foto (13/13)

was passiert mit einer Windturbine, wenn mal der Wind zu stark bläst:

http://www.bbc.co.uk/news/uk-s... d-16094360

twinter
13
9.12.2011, 02:58
Hier drei Fotos

Wenn einmal etwas unvorhersehbares bei den "angebeteten" Atomkraftwerken passiert:

http://michaelbelfiore.com/wp-conten... osion.jpeg

http://www.geolinde.musin.de/raummensc... rnobyl.jpg

http://www.greenpeace.de/themen/at... icht/bild/

Zuckerlilly Zuckerlilly
00
12.12.2011, 10:21
Bitte eine Info:

Wieviele Menschen genau starben an den Kernschmelzen in Fukushima?

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