Salzburger muss sich nach Halbzeitführung im Slalom nur Kostelic und Deville geschlagen geben und landet damit in Beaver Creek zum dritten Mal am Stockerl
Beaver Creek - 1 - 2 - 3. Marcel Hirscher ist auch in seinem
dritten Rennen der "Mini-WM" in Beaver Creek auf das Podest gefahren,
musste sich aber trotz Halbzeitführung im abschließenden Slalom
hinter dem Kroaten Ivica Kostelic und dem Itaiener Cristian Deville
mit Platz drei begnügen. Der 22-jährige Salzburger war dennoch der
erfolgreichste Athlet in Beaver Creek.
Beaver-Preisgeld-König
Mit den Plätzen eins, zwei und drei sammelte der in der
Gesamtwertung hinter Aksel Lund Svindal (334) und Ted Ligety (309)
mit 280 Punkten auf Platz drei nach Europa zurückkehrende
Österreicher nicht nur die meisten Weltcuppunkte, sondern mit 72.000
Franken (58.191 Euro) auch das meiste Preisgeld. "Das passt perfekt",
gab sich der nach Lauf eins noch 14 Hundertstel vor Deville führende
Hirscher überhaupt nicht enttäuscht.
"Sicher hätte ich lieber gewonnen. Aber ich bin gut gefahren, und
kann mir nicht viel vorwerfen, denn ich greife nun mal lieber an als
zu verteidigen", erklärte er. Die drei Podestplätze seien ein Traum,
sagte Hirscher, der schon nach seiner Halbzeitführung den Tag als
"gelungen" bezeichnet hatte.
Erst vor einem Jahr hatte der dreifache Junioren-Weltmeister in
Val d'Isere seinen ersten Slalom gewonnen. Nach dem Kahnbeinbruch im
vergangenen Februar hatte er vergangenen Sonntag in Colorado schon im
zweiten Rennen nach dem Comeback wieder im Riesentorlauf gesiegt.
"Ein Supertag"
"Das Selbstvertrauen passt also bei mir, das ist insgesamt eine
Supergeschichte", sagte Hirscher, der seit heuer auf die Dienste von
Servicemann Edi Unterberger, früher bei Hermann Maier, Svindal und
Michael Walchhofer tätig, vertrauen kann. "Ich weiß nun, dass ich in
beiden Disziplinen vorne mit dabei bin. Es ist ein Supertag."
Lebenszeichen von Pranger
Während neben Weltmeister Jean-Baptiste Grange (FRA), dem starken
US-Amerikaner Will Brandenburg (nach Zwischenbestzeit) auch Reinfried
Herbst ("Besser schnell und ausgeschieden als 20.") und Rainer
Schönfelder (nach nur vier Toren) schon im ersten Durchgang
scheiterten, gab Manfred Pranger als Neunter ein Lebenszeichen. Der
Ex-Weltmeister aus Tirol war erst im letzten Moment in die USA
angereist, weil er zu Hause Material getestet und mit neuen
Skischuhen angetreten war.
"Über Platz neun darf ich nicht jammern. Mir hat im zweiten Lauf
wegen der kurzfristigen Anreise zudem etwas die Kraft gefehlt",
erklärte Pranger. Hirschers Rückfall sei nachvollziehbar. "Er ist
hier ein brutales Programm gefahren und trotzdem heute Dritter
geworden."
Hörl selbstkritisch
Wolfgang Hörl egalisierte als Zwölfter seine bisher beste
Weltcup-Platzierung und bestätigte damit die Vorschusslorbeeren. "Ich
mache aber immer noch zu viele Fehler", klagte der Salzburger, der im
Finale die zweitschnellste Zeit hinlegte. Mitfavorit Mario Matt kam
über Platz 18, Benjamin Raich über Rang 25 nicht hinaus. "Im ersten
Durchgang habe ich mich im Flachen eingeparkt, ich bin insgesamt mit
den eigenartigen Verhältnissen hier nicht zurechtgekommen", erklärte
Doppelweltmeister Matt.
Für Gesamt-Weltcupsieger Kostelic war der 19. Weltcupsieg ein
besonderer. "Ich habe mich hier schon zweimal schwer verletzt, diese
Piste hat mein Herz gebrochen", erklärte der Kroate, der wegen einer
Operation im Frühjahr viel Trainingsrückstand hat. "Ich bin noch
nicht in Form, habe mir nichts erwartet", verblüffte er.
Kasper beachtlicher Vierter
Für die Überraschung des Tages sorgte aber mit Nolan Kasper ein
US-Fahrer, der als Vierter auch Landsmann Ted Ligety klar hinter sich
ließ. Dabei war der Slalom-Europacupsieger nach einer Hüftoperation
im September krank an den Start gegangen. 36 Stunden vorher war
Kasper mit einer Viruserkrankung noch im Krankenhaus gelegen. (APA)