Kritiker werfen russischer Raumfahrtbehörde Roskosmos Diskriminierung vor, diese spricht von Nachwuchsmangel
Moskau - Russland will erstmals eine Frau zur Internationalen Raumstation entsenden. Die 35-jährige Kosmonautin Jelena Serowa soll im September 2012 zur ISS fliegen. Serowa sei für
eine sechsmonatige Mission auf dem Außenposten der Menschheit in rund 350
Kilometer Höhe über der Erde vorgesehen. Das teilte die Raumfahrtbehörde
Roskosmos am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Die im
Fernen Osten Russlands geborene Ingenieurin wäre erst die vierte Frau, die die
Raumfahrtnation ins All schickt.
Frauenmangel oder Diskriminierung?
Roskosmos hatte stets einen Nachwuchsmangel bei Raumfahrerinnen beklagt.
Dagegen hatten Kritiker der Behörde wiederholt eine Diskriminierung von Frauen
vorgeworfen.
Die erste Frau im All war am 16. Juni 1963 die Russin Valentina Tereschkowa.
Ihr kurzer Flug war im Kalten Krieg auch ein politischer Triumph für die
Sowjetunion. Als bisher letzte Russin war Jelena Kondakowa 1997 zur damaligen
Raumstation Mir geflogen. (APA, red)