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EU-Gipfel - Cameron gegen die Eurogruppe

8. Dezember 2011, 17:57
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Berlin und Paris setzten die EU-Institutionen unter Druck, der britische Premier Cameron wollte Sonderrechte

Wer im großen Krisenjahr 2011 in Europa machtpolitisch die Hosen anhat, zeigt sich stets eine Stunde, bevor EU-Gipfel in Brüssel beginnen.

Geht es um militärischen Einsatz, stecken Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron im Vorfeld vertraut die Köpfe zusammen, um Vorgaben an die Partner zu schmieden - wie bei der Libyen-Krise im Frühjahr.

Geht es aber um Währungskrisen und Wirtschaftskriege, dann ist die deutsche Kanzlerin Angela Merkel immer eine der Ersten, die in der EU-Hauptstadt landen - und wieder Sarkozy. So war das auch Donnerstagabend zum Auftakt eines Treffens der 27 Staats- und Regierungschefs der Union, seit Tagen zum Schicksalsgipfel für die Union hochstilisiert.

Wenn es diesmal nicht gelinge, Reformen des EU-Vertrages zu vereinbaren, die die Eurozone stärken und hin zur Fiskalunion umformen, dann könnte der Euro zerbrechen, warnte der französische Europaminister Jean Leonetti. In China und in den USA drückten von US-Präsident Barack Obama abwärts die Politspitzen die Daumen für die Europäer. Englische Buchmacher boten Wetten von drei zu eins an, dass der Euro das neue Jahr nicht erlebt. Um das zu verhindern, ließen "Merkozy", wie das deutsch-französische Powerduo genannt wird, in Brüssel also zunächst die sogenannte "kleine Runde" antreten: Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Ratspräsident Herman Van Rompuy, Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker und den Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Er nahm erstmals an einem EU-Gipfel teil (nachdem er zuvor in Frankfurt die Zinsen im Euroraum auf ein Prozent gesenkt hatte).

Keine Tricks

Die von Merkel vorgegebene Linie: Man werde "Tricks und Trickchen", typische juristische Winkelzüge von EU-Bürokraten nicht dulden, sondern bestehe auf einer echten, substanziellen Reform der EU-Verträge - inklusive einer Ratifizierung in den Parlamenten der Mitgliedstaaten, um der Sache Gesicht und Gewicht zu verleihen - eine Ohrfeige für "Ideen" Van Rompuys und Barrosos, die die Reform über "Protokollanmerkungen" im Vertrag machen und Ratifizierungen vermeiden wollen.

Etwas anderes sei mit ihnen nicht zu machen, erklärten die deutsche Kanzlerin und der französische Präsident in Brüssel. "Wir haben nur einige Wochen Zeit für Entscheidungen in der Eurozone. Die Zeit läuft gegen uns", hatte Sarkozy nur wenige Stunden zuvor bei einem Parteitreffen der Konservativen Europas in Marseille erklärt. Dort war auch Merkel aufgetreten, und hatte sich optimistisch gezeigt, dass "wir eine Lösung finden werden". Worin die besteht, hatten die beiden in einem Brief an Van Rompuy zuvor bis ins Detail beschrieben . Zu Beginn des Gipfels stellten sie klar: Sollte einer der EU-Partner - gemeint war der Brite Cameron - eine Reform der EU-Verträge blockieren, dann würden Deutschland und Frankreich ihren Europartnern einen zwischenstaatlichen Sonderweg "vorschlagen", einen Euro-plus-Pakt. Gemeint ist damit das gemeinsame Vorgehen der 17 Eurostaaten, ergänzt um jene Nichteuroländer, die freiwillig mitmachen. Nur Großbritannien, Schweden, Ungarn und Tschechien dürften draußen bleiben. Polen sagte Deutschland ausdrücklich seine Unterstützung zu.

Dazu gehörte dann auch Beteiligung bei der Kredithilfe für überschuldete Euroländer. Die Eurozone will nicht nur den ständigen Rettungsschirm auf 2012 vorziehen, sondern über die Notenbanken einen Hilfstopf von 150 Milliarden Euro beim IWF einrichten.

Die entscheidende Frage sollte also werden, wie David Cameron sich verhält: Er hatte angekündigt, für seine Zustimmung Zugeständnisse zu verlangen, etwa Ausnahmen bei der Arbeitsmarktpolitik, was die Deutschen ablehnten: Sämtliche geplanten Vereinbarungen zur Stärkung des Euro - Schuldenbremse, automatische Sanktionen gegen Schuldensünder, Letztentscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) - hätten auf Großbritannien keinen Einfluss. Aber EU-Vertragsänderungen erfordern Einstimmigkeit. Ohne David Camerons Zustimmung könnte man nicht machen.

Für Eurochef Juncker war jedenfalls klar: Eine Entscheidung müsse rasch kommen. Er stellte sich vollinhaltlich hinter die deutsch-französischen Pläne, aber nicht, ohne den Tonfall, der in den vergangenen Tagen aus Deutschland kam, zu kritisieren: "Es wundert mich, dass die Deutschen denken, sie müssten als einzig Tugendhafte immer für die anderen zahlen", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Das sei nicht der Fall. Deutschland ist einer der großen Nutznießer des Binnenmarktes und der Währungsunion. (tom, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 9.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 160
1 2 3 4
Befreier von Butter und Eier
02
9.12.2011, 17:23

Die Briten riskieren eine ganz schön große Lippe.
Selber genug Dreck am Stecken, immer nur auf Ihren Vorteil aus - Vorsicht Ihr Engländer, Europa kann auch ganz gut ohne euch leben.

MAXIMA
00
9.12.2011, 15:37
... bye bye Cameron ...

... baba und fall net ...

WässrigesWienerWürstchen
00
9.12.2011, 15:37
Harte Zeiten für die Briten

liegen wirtschaftlich ohnedies bereits am Boden...

Wenn Ösistan nicht diese unwürdige BZFPGrKÖVSP Klientelpolitik fahren würde ... wir wären fein raus...

http://piratenpartei-wien.at/

Karl Heinz Grasser1
00
9.12.2011, 18:52

Ein Britischer Nationalist ist in Eurofragen wohl nicht die erste Wahl für Ratschläge.

er leuchtet
04
9.12.2011, 11:50
Werbung auf NY-Times page! UNGLAUBLICH!

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le chat botté
00
9.12.2011, 14:31

Danke für dieses Beispiel! Man sieht einmal mehr, dass eine Regulierung der Finanzmärkte nur im globalen Maßstab möglich (und sinnvoll) ist. Und die kommt realistischerweise nicht vor einem weltweiten Crash.

Mr.Matze
03
9.12.2011, 10:09

die Engländer zahlen sowieso nix in den gemeinsamen Topf ein und leisten auch sonst keinen Beitrag zur Entwicklung der EU,am besten treten Sie aus und nehmen die Tschechen und Ungarn die sowieso völlig Bankrott sind, gleich mit.
und Schweden braucht einfach eine andere Regierung.

Räudiger Straßenköter
00
9.12.2011, 01:01
Stabilitätspakt?

Jährlich 3% des BIP summiert sich in zehn Jahren ohne Wachstum ganz ordentlich.

Gotti
Gottie
00
9.12.2011, 18:56
nicht ganz,

denn so lange die Wirtschaft gleich schnell wächst wie die Neuverschuldung, bleibt der Grad der Verschuldung gleich. Wenn wir keine neuen Schulden machen und auch nichts zurückzahlen, werden durch Inflation und Wirtschaftswachstum die Schulden immer geringer.

derunbestechliche
05
9.12.2011, 00:15

Wie geschrieben:

Die Engländer geraten zunehmend ins Abseits. Früher oder später (eher früher) werden sich die Briten entscheiden müssen, da sich tendenziell die €-Zone der EU - und umgekehrt - verstärkt annähern (muss).

Entweder sie bleiben eine Insel oder sie wollen Europa sein. Entwederoder und - überspitzt formuliert - den anderen ans Bein pissen geht nicht - auf Dauer.

dr. kokos
 
05
9.12.2011, 00:13
Englische Buchmacher boten Wetten von drei zu eins an, dass der Euro das neue Jahr nicht erlebt.

geh bitte, recherchierts doch ein wenig!

was haben wir heute? den 09.12.? bei so einer quote würde ich mein ganzes geld dagegen setzen. der euro wird nämlich bis zum 31.12.2011 ganz hundertprozentig nicht krachen!

fakt ist, william hill bietet eine solche quote zum 31.12.2012 an.

und dagegen würde ich mich dann nicht mehr zu wetten trauen bei dem ganzen hype gegen den euro. aber ich hoffe, dass sich alle in den finger schneiden, die diese kampagne fahren!

das ganze ist doch nur interessengesteuert, von den usa, die praktisch pleite sind und befürchten, dass der euro ihnen den rang abläuft. weil europa (75% schuldenquote) im grunde doch auch viel besser da steht als die usa (100%)!

Mr.Matze
02
9.12.2011, 10:11

"Englische Buchmacher boten Wetten"

das ist das einzige was die können, Wetten und Spekulieren.
und den Amis nachlaufen beim Kriege führen.
keinerelei Realwirtschaft!

Rarehero
 
01
9.12.2011, 00:02

Mmmh, offenbar haben sie es geschafft. Sehr viel schneller als manchen erwartet haben. Es sind sogar alle Mitglieder an Bord geblieben und die Umsetzung ist gar strikter als ursprünglich vorgesehen wie es scheint.

derunbestechliche
03
9.12.2011, 00:26

Ja. Die €-Zone (17 Euro-Länder) wird in Europa verstärkt den Ton angeben, ob das nun den Bürokraten in Brüssel nun gefällt oder nicht. Ohne den € wäre die EU gescheitert! Der € wird überleben und sogar - nach einer Konsolidierungsphase, dem Entwurf und schrittweiser Umsetzung politischer Rahmenbedingungen - stärker hervorgehen.

kants richtschnur
13
8.12.2011, 23:59
diesen gackernden hühnerhaufen nehmt ihr noch ernst?

diesen realitätsverweigerern wollt ihr zentrale machtbefugnisse überreichen und blankoschecks (esm) unterzeichnen?

würden die europäischen volkswirtschaften endlich das

www.monetative.de

umsetzen, wäre der erste (und wichtigste) schritt aus der krise getan.

ein privates, verzinstes kreditgeld ist volkswirtschaftlicher wahnsinn, privatwirtschaftlich natürlich das paradies des leistungsfreien einkommens.

wir stehen vor entscheidungen. jede ordnung ist eine bewusste tat, nie ist/war sie gottgegeben...

arbeitskraft und know how gegen papier, nullen und einsen.

wer sitzt denn wirklich am längeren "hebel"?

Zeit Geist5
 
11
9.12.2011, 00:36

JAAAAAA. genauso ist es!!!! Solange Geld als Kredit und Schuld in den Kreislauf gepumpt wird, hat es immer und wird es immer Krisen geben! Es gibt soviele Beispiele, dass wenn die Geldschoepfung von staatlicher Seite passiert, die Wirtschaft boomt und es jedem gut geht (siehe roemisches Reich, das koloniale England, Greenbacks unter Abraham Lincoln). Nur leider wird darueber fast keine Aufklaerung betrieben...Ich befuerchte eher das wenn der Euro wirklich krachen sollte, unsere Politiker versuchen werden uns den Goldstandard einzureden, und das waere dann der Anfang der totalen Plutokratie! Sehr empfehlenswert diese Doku (leider nur in englsich, aber das Beste ueber diese Thematik)

http://www.youtube.com/watch?v=JXt1cayx0

Gotti
Gottie
10
9.12.2011, 19:07
Ach, sie liegen ja beide komplett daneben ...

... was soll denn das Gerede gegen "privates, verzinstes Kreditgeld"? Sie müssen begreifen dass es nicht ums Geld geht sondern um Güter, die produziert werden oder nicht, um die Konkurenzfähigkeit ganzer Länder, um ihre Arbeitsproduktivität.

Wenn ein Privater nichts mehr gegen Zinsen herborgen darf, verwaltet wieder der Staat die Güterproduktion, und der ganze elende Reigen der 5-Jahres-Plan-Volkswirtschaften beginnt von neuem, samt Korruption und am Ende Machtmissbrauch, Terror, trübsinnigste Planwirtschaft.

Wahnideen, ob sie sich monetativ nennen oder sonstwie. Naive, geschichtslose Kindereien. Leider.

kants richtschnur
00
10.12.2011, 11:02
sie dürften sich mit dem konzept der monetative nicht beschäftigt haben.

es geht hier einzig um die geldschöpfung. privaten geschäftsbanken wäre "nur" die "produktion" von giralgeld verboten, sprich sie dürften nur an geld verleihen was auch an einlagen da ist und nicht mehr mit hebeln arbeiten (fractional reserve banking).

irving fisher, der "kommunistische" ökonöm, hat das als 100% money bezeichnet.

es ist ja im grunde auch nicht so schwer zu verstehen, dass, wenn geld nur als eine kreditschuld das licht der welt erblickt und auch noch mit einem urzins behaftet ist, guthaben und schulden (die beiden seiten der medaille geld) ins unendliche wuchern MÜSSEN = SCHULDEN(GUTHABEN)KRISE.

aber wahrscheinlich trollen sie nur...

Jürgen Rembremerding
00
8.12.2011, 23:46
Cyber Motzer
11
8.12.2011, 23:38
der nächste

Britenrabatt ?

don't follow me
01
8.12.2011, 23:14

Ich hätte auch gern eine Sonderregelung für mich..

Schwarz-Blaun ist die Haselnuss....
23
8.12.2011, 23:11
Der selten dumme Stracherlhuaber hat empfohlen:

Umstellung von EURO aus Schlilling.
Dass heisst wir müssen die Bankomaten und anderen Automaten umstellen.
Solange gibt es für niemanden Geld.
Die kosten noch dazu, die Einsamkeit in EUROPA als Land dass keine spezielle Sparte zu verkaufen und anzubieten hat, der Verlust der Arbeitsplätz (jeder 4. arbeitet für die EU) und dann das herrliche Gefühl wenn nach all diesen Kosten ein Schnitzel im Gasthaus 125,- Schilling kostet!
Sehr intelligent wie alles was er an Ideen hat um das Land nieder zu führen und seine Leute hier einsetzen kann.
Die Stimmen geben dazu die Dummerln die in Österreich leben und keine Ahnung von was haben!
Glauben tun sie ja auch alles, ohne nach zu sehen, dabei stünden die richtigen Daten im Internet!

Mr.Matze
00
9.12.2011, 10:04

Bankomaten da genügt ein Mausklick und bei Münzautomaten wird die Mechanik ausgewechselt bzw. die Software

Karl Joda
012
8.12.2011, 23:06
Lösungsvorschläge

1.) Schliesst die Steueroasen (WW, oder EW)
2.) Finanztransaktionssteuer
3.) Verbot von Leerverkäufen
4.) Kontrolle der "Finanzprodukte" wie auch beispielsweise im Lebensmittelsektor... Europa/Weltweit
5.) Abkoppelung der Realökonomie von den "Märkten"
Für die Zukunft:
so gehts, Leute wählt die die das wollen...

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