Hannover

Eltern von Schulschwänzern verlieren Teil von Sorgerecht

8. Dezember 2011, 15:55

Jugendrichter: "Kindern mit 13, 14, wenn die Pubertät zuschlägt, nicht jegliche Bildungschancen fürs Leben zu nehmen"

Hannover - Um das zunehmende Schulschwänzen einzudämmen, hat das Amtsgericht Hannover ein deutschlandweit einmaliges Projekt gestartet. Wenn Kinder mehr als 20 unentschuldigte Fehltage haben und massive Probleme in der Familie vorliegen, können die Jugendrichter den Eltern jetzt das Sorgerecht in schulischen Angelegenheiten entziehen. Hat der Schulverweigerer schwere psychische Probleme, ist auch ein Entzug des Sorgerechts in Gesundheitsdingen möglich.

"Es geht darum, den Kindern mit 13, 14, wenn die Pubertät zuschlägt, nicht jegliche Bildungschancen fürs Leben zu nehmen", sagte Jugendrichter Jens Buck, von dem die jüngst angelaufene Initiative stammt. Schulschwänzern mit massiven familiären Problemen wird nun ein sogenannter Ergänzungspfleger zur Seite gestellt, der die Verantwortung in allen schulischen Dingen übernimmt.

Rund 200 Bußgeldverfahren pro Monat

Die Jugendrichter in Hannover haben pro Monat mit durchschnittlich etwa 200 Bußgeldverfahren wegen Schulverweigerung zu tun. Wenn Schulen den Kommunen Schulschwänzer melden, verhängen diese zunächst ein Ordnungsgeld. Sollten der Schüler oder seine Eltern das Bußgeld nicht bezahlen, landet das Verfahren bei Über-14-Jährigen vor dem Jugendrichter. Der wandelt die Geldstrafe in Sozialstunden um oder verhängt Jugendarrest. Außerdem können die Jugendlichen zu einem Facharzt oder einer Drogenberatungsstelle geschickt werden.

"Es steht die Hilfe im Vordergrund, nicht die Sanktion", betonte Amtsgerichts-Präsident Gerd Vogel. Die jugendlichen Schulschwänzer haben nach der Erfahrung von Jugendrichter Buck ein höheres Risiko, straffällig oder drogensüchtig zu werden, psychisch zu erkranken und später von Hartz IV abhängig zu sein. In Deutschland verlassen rund acht Prozent der Schüler eines Jahrgangs die Schule ohne Abschluss. Bund und Länder wollen diese Quote bis 2015 halbieren. (APA)

Liebe Österreicher und Österreicher
00
9.12.2011, 17:09
Und die Blockwarte,

kommen die auch wieder?

D ist ein Büro-Didaktur (leider kein Dibbfehla!)

Monika Vasina
00
9.12.2011, 10:49
oh wie lebensnah!

Endlich! Die Lösung für alle Teeniegeplagten Eltern: Abschieben, die Verantwortung, einfach abschieben und hoffen, dass was Besseres dabei rauskommt...

Kein Begriff drückt Mich aus
63
8.12.2011, 21:05
"Es steht die Hilfe im Vordergrund, nicht die Sanktion"

Na da können wir ja nur hoffen, dass sie diesen liberalen Weg weitergehen, und nicht zu Zwangsarbeit unter Peitschenhieben greifen.

Michael Schmied
40
8.12.2011, 20:48

In D besteht Schulpflicht, wobei "Schule" das Gebäude einer Einrichtung meint. Zu Hause Schule geht nicht, weil das zwar ein Gebäude, aber kein Schulgebäude ist. (So ähnlich).
Verrückt, oder?

Der Waehlerwille
 
00
9.12.2011, 13:47
was ist daran verrückt?

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