Waschmittelriese

Kartellbehörde straft Henkel ab

8. Dezember 2011, 15:38

Die französische Behörde hat nicht nur gegen den deutschen Riesen empfindliche Bußgelderwegen illegaler Preisabsprachen verhängt

Düsseldorf - Die französische Kartellbehörde hat wegen illegaler Preisabsprachen empfindliche Bußgelder gegen internationale Waschmittelriesen wie den deutschen Henkel-Konzern verhängt. Insgesamt belegten die Wettbewerbshüter die Hersteller am Donnerstag mit Strafen in Höhe von 361,3 Millionen Euro. Den Löwenanteil muss der US-Riese Procter & Gamble mit 233,6 Millionen Euro schultern, auf Colgate Palmolive entfallen 35,4 Millionen Euro. Henkel wurde mit 92,3 Millionen Euro zur Kasse gebeten. Der vierte Teilnehmer an dem Kartell, Unilever, kam ohne Strafe davon - der Konzern diente den Ermittlern als Kronzeuge.

Der Persil-Produzent Henkel geriet damit erneut ins Visier der europäischen Kartellbehörden. Das Bundeskartellamt hatte erst Ende November ein Bußgeld gegen den Wettbewerber Reckitt Benickser von rund 24 Millionen Euro erlassen - unter dem Vorwurf, mit dem Düsseldorfer Hersteller Absprache bei Geschirrspülmitteln wie "Calgonit" und "Somat" zu Lasten der Verbraucher getroffen zu haben. Henkel selbst kam ohne Strafe davon - der Konzern profitierte in diesem Fall selbst von der Kronzeugenregelung.

315 Millionen letztes Jahr

Im vergangenen April hatte bereits die EU-Kommission führende Waschpulver-Hersteller wegen illegaler Absprachen mit Geldstrafen von insgesamt 315 Millionen Euro belegt. Auch hier trafen die Bußgelder Procter & Gamble - sowie auch Unilever. Henkel blieb straffrei, denn der Konzern diente den EU-Wettbewerbshütern als Informant. Henkel sei 2008 an die EU-Kartellwächter herangetreten, nachdem das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter aufgefallen sei, hatte Henkel damals erklärt.

Darauf stützt sich der deutsche Waschmittelriese nun auch in dem französischen Fall. Henkel habe "relevante Informationen" geliefert, die auch zur Aufklärung des Falls beigetragen hätten. Auch habe Henkel als erstes Unternehmen "die europäische Dimension" des Waschmittel-Kartells aufgedeckt. Trotzdem sei Henkel in Frankreich mit einer Strafe belegt worden - und wolle nun dagegen klagen: "Henkel ist weder mit dem Bußgeld noch mit der rechtlichen Bewertung einverstanden." Offensichtlich geht der Konsumgüterriese davon aus, sich mit seiner Auffassung vor Gericht durchzusetzen und die Millionen-Strafe aushebeln zu können: Das Unternehmen erwarte keine Auswirkungen auf die Prognose für das Geschäftsjahr 2011 oder die Finanzziele 2012, betonte der Konzern. Dem schenkten auch die Anleger Glauben: Henkel-Vorzugsaktien notierten im Dax in einem schwachen Gesamtmarkt nahezu unverändert bei 43,80 Euro. (APA)

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11 Postings
die laughing - Therapy?
00
29.12.2011, 16:10
Kartellstrafen

Teilweise werden Konsumenten über Jahrzente wie Melkkühe behandelt und nach Strich und Faden geplündert. Danach kommt die EU mit Rekordstrafen in Millionenhöhe, so weit so gut.

Aber was passiert eigentlich mit der "Marie"??

Wo kommt das hin??

Lauft das über die Kartellbehörden in der EU und den USA wieder ins Budget?

Jedenfalls bleibt der Konsument der arme Tropf, der dafür zahlen darf.

Sparen wir uns die Kartellbehörden, damit müssten wir dann nicht auch noch diesen Moloch mitfinanzieren!

Medikamentologe
01
9.12.2011, 15:07
Und wo

gibts heutzutage keine Absprachen?
Leuchtmittel, Wärmeverbundsysteme, Liftanbieter, Spediteure, usw. und Rücklagen habens dafür verm. auch noch gebildet bzw. zus. eingepreist. Bagasch!

Lang lebe Gilles Peterson
00
9.12.2011, 08:55
Freie Marktwirtschaft?

Konkurenz belebt das Geschäft? Ein einziger Sumpf ist das alles.

ganz weit weg
21
8.12.2011, 19:05
Hervor ragend

P& G, Unilever und Co bescheiBen eine armes muetterl um ihre rente und gehen als zeuge wenn sie erwischt werden.

Damitgehen sie straffrei aus - werden sie nicht erwischt gewinnen sie in diesem spiel sogar noch durch den ueberhoehten preis

Tierschuetzer sitzen eine jahr im hefn , Irgendwas stimmt in unserer welt nichtmehr

Herzerzog Johann
01
8.12.2011, 19:45

Wenn nicht einer singt sind diese Absprachen praktisch nicht nachzuweisen. Und der will natürlich was davon haben, sonst täte er es nicht. Und in Zukunft täte es auch sonst keiner mehr.

ganz weit weg
00
8.12.2011, 21:30

Und wie waers mit einem system wie folgt:

Wer singt muss das doppelte zurueckzahlen, wer nicht singt das 10fache

anyuser
 
00
9.12.2011, 10:50

Und warum sollte dann einer der Beteiligten singen?
Machen alle weiter wie bisher, ist nur der Konsument der Dumme...

Johannes99
00
8.12.2011, 18:26

Henkel. Henkel. Ist das nicht jene Firma, deren Sekt unser ehemaliger Handelsminister (ich glaube, Stegers Funktion hieß damals noch so) so gerne getrunken hat?
Für den Kerl schäme ich mich heute noch ...

ruderfrosch
00
9.12.2011, 10:15

die g´schicht war echt ein brüller :-)
aber schämen....? würden sich die peinlichkeiten heutiger politiker auf solche dinge beschränken, würd ich einige henkell (die "richtigen") -korken knallen lassen.

Herzerzog Johann
00
8.12.2011, 18:50

Henkell heißt der Sekt.

Easy Rawlins
01
8.12.2011, 19:58

Ja, das weißt du, aber nicht Steger.

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