Möglicher Finanzierungsstopp vor allem österreichischer Banken würde 2012 die Notlage verschärfen
Bukarest - "Rumänien könnte genötigt sein, Gelder aus dem mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Präventivabkommen abzurufen", erklärte Lucian Croitoru, Berater des Nationalbank-Gouverneurs Mugur Isarescu, in einer Pressemitteilung am gestrigen Mittwoch. Für die Abdeckung des Defizits und die Finanzierung der öffentlichen Verschuldung muss Rumänien im Jahr 2012 Kredite in Höhe von 57 Mrd. Lei (13,1 Mrd. Euro) und 2,4 Mrd. Euro aufnehmen.
Finanzierungsstopp
Croitorus Warnung erfolgt, nachdem die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) Ende November den in Osteuropa, einschließlich in Rumänien, agierenden österreichischen Banken einen Finanzierungsstopp empfohlen hatte. "Rumänien könnte das erste Opfer der Schuldenkrise werden, die in diesen Tagen die Eurozone erschüttert, wenn die ausländischen Banken, die infolge der Probleme im Westen in hohe Kapitalnot geraten sind, einen Teil der Summen, die sie derzeit der Regierung in Bukarest als Kredit vergeben, wieder zurückziehen", erklärte Croitoru. Am einfachsten sei dies im Falle der Summen, die in fällig werdende Staatsanleihen geflossen sind.
Billigste Lösung
Sollten die Kapitalflüsse der ausländischen Banken deutlich abnehmen, sei der Rückgriff auf den vorbeugenden IWF-Kredit die billigste Lösung, da die Zinsen am vergleichsweise günstig sind. Rumänien verfügt derzeit über Finanzreserven für vier Monate, fügte Croitoru hinzu.
Rumänische Regierungsvertreter hatten bisher immer wieder versichert, dass das Geld aus dem als "Notfallkredit" gehandhabten laufenden Abkommen mit dem IWF über 3,6 Mrd. Euro nicht beansprucht werden würde. Auch könnten notfalls weitere 1,4 Mrd. Euro von der Europäischen Kommission abgerufen werden. (APA)