Sprachliche Frühförderung nun doch für drei Jahre gesichert

8. Dezember 2011, 13:47

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz schickte 15a-Vereinbarung in Begutachtung

Wien - Die sprachliche Frühförderung für Kinder wird nicht nur kommendes Jahr, sondern bis 2014 wieder gewährt. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz hat in Abstimmung mit dem Koalitionspartner SPÖ eine entsprechende 15a-Vereinbarung in Begutachtung geschickt. Der Entwurf sieht vor, dass Bund und Länder in Summe bis zu zehn Mio. Euro pro Jahr investieren. Die Länder haben nun die Möglichkeit für eine neuerliche Stellungnahme.

"Integration durch Leistung"

Ziel der Frühförderung ist es laut Entwurf, Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die über mangelnde Deutschkenntnisse verfügen und "insbesondere jene mit nicht-deutscher Muttersprache", in Kinderbetreuungseinrichtungen so zu fördern, dass sie mit Eintritt in die Volksschule die Unterrichtssprache nach einheitlichen Deutschstandards möglichst beherrschen. Integration funktioniere durch Leistung, betonte Kurz einmal mehr, Grundvoraussetzung sei die deutsche Sprache, hier könne man nicht früh genug ansetzen.

Die Regierung hatte heuer die Mittel für die sprachliche Frühförderung - von 2008 bis 2010 fünf Millionen Euro jährlich - auslaufen lassen. Daraufhin entbrannte innerhalb der Regierung ein Streit über die Verantwortung bzw. Zuständigkeit dafür. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hat nach Verhandlungen mit Kurz schließlich fünf Millionen für 2012 zugesagt. Nun gibt es doch eine längerfristige Lösung, die vorgelegte 15a-Vereinbarung soll bis 2014 gültig sein.

Keine groben Einsprüche durch Länder erwartet

Mit den Ländern sei der Entwurf weitestgehend besprochen, sie hätten aber im Rahmen eines vierwöchigen Begutachtungsverfahrens die Möglichkeit einer neuerlichen Stellungnahme. Im Büro des Integrationsstaatssekretärs geht man von keinen groben Einsprüchen mehr aus.

Aufgeteilt werden die jährlichen fünf Mio. des Bundes nach der Anzahl der Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen je Bundesland. Zuletzt hatte es in Wien Unmut über den Verteilungsschlüssel gegeben - man sei Wien nun entgegengekommen, heißt es aus dem Integrationsstaatssekretariat gegenüber der APA. Wien bekommt dem Entwurf zufolge am meisten, nämlich rund 1,2 Mio. Euro, das Burgenland am wenigsten mit rund 170.000 Euro. Jeder Euro muss freilich von den Ländern verdoppelt werden.

Festgestellt wird der Förderbedarf durch Kindergartenpädagogen, allenfalls gemeinsam mit Volksschulleitern bzw. sonstigem qualifizierten Personal. Der Beginn der Sprachförderung soll spätestens ein Jahr vor Beginn der Schulpflicht erfolgen.

Stichprobenartige Vor-Ort-Besuche

Der Einsatz der Mittel und die Wirkung der Fördermaßnahmen auf die Entwicklung der Sprachkompetenz werden evaluiert. Die Länder müssen vorher ein Konzept vorlegen, nachher einen Bericht inklusive Abrechnung. Der Österreichische Integrationsfonds soll auch - vorab angekündigte - stichprobenartige Vor-Ort-Besuche durchführen. (APA)

absurdistanerin
02
8.12.2011, 16:16

Es wäre wünschenswert, wenn die eingesetzten Sprachförderassistentinnen selbst über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen würden, sind sie doch ein wichtiges sprachliches Vorbild. Tatsächlich hat man aber dabei eher die andere Muttersprache berücksichtigt, um die Kinder auch in ihrer Erstsprache fördern zu können. Die ausgezeichneten Deutschkenntnisse vermisse ich leider auch bei einigen angehenden Kolleginnen in den neuen Ausbildungsformen, auch wenn sie (trotz sogenannter Crashkurs-Ausbildung) gute pädagogische Arbeit leisten.

Bildung Zukunft
00
10.12.2011, 09:25

Es wäre wirklich wünschenswert, wenn in der Ausbildung angehender PädagogInnen ausgezeichnete Sprachkenntnisse zu den Mindestanforderungen gezählt werden. Für die Zukunft unserer Kinder sollten uns nur die besten gut genug sein!!!
Es kann nicht sein, daß Pädagoginen, die oftmals die 1. Vermittler der Sprache sind selbst schwerwiegende Fehler in derr Deutschen Sprache machen, keinen Wert auf politisch korrekte Wortwahl und nichtdiskriminierende Kinder und Jugendliteratur/Lieder/etc legen und mit ihrer "Sprachgewalt" auf Kinder losgelassen werden.
Ich appeliere an die Institutionen, nur die Besten zu nehmen und sorgfältiger auszuwählen, wer einen pädagogischen Beruf ergreifen darf.!!!!!

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