Guerillaführer: Leuchtender Pfad in Sackgasse

8. Dezember 2011, 09:53

"Genosse Artemio" schwört bewaffnetem Kampf in Peru ab

Lima - Die peruanische Guerilla-Organisation Leuchtender Pfad ist nach Angaben ihres Chefs besiegt und wird keine Regierungstruppen mehr angreifen. Auf die Frage eines Reporters des Online-Portals IDL-Reporteros sagte "Genosse Artemio", mit bürgerlichem Namen Jose Flores, am Mittwoch (Ortszeit), seine Gruppe beabsichtige keinen "bewaffneten Kampf" mehr. "Wir wollen eine politische Lösung am Verhandlungstisch", fügte er hinzu. Er habe einige Kontakte zur Regierung des Präsidenten Ollanta Humala gehabt, eine Einigung zur Demobilisierung der Guerillakämpfer sei jedoch nicht zustande gekommen.

Der Leuchtende Pfad (Sendero luminoso) hatte 1979 einen "Volkskrieg" zum Umsturz der herrschenden Klasse ausgerufen. In dem folgenden 20-jährigen Gewaltkonflikt starben nach Schätzungen der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission rund 70.000 Menschen. Unter Präsident Alberto Fujimori, der Peru zwischen 1990 und 2000 regierte, wurde die maoistische Organisation nahezu zerschlagen, viele Rebellenführer wurden festgenommen und verurteilt. Seither gibt es nur noch sporadisch Gewalt. Die Zahl der verbliebenen Guerillakämpfer wird auf wenige hundert geschätzt. (APA/AFP)

Kommentar posten
14 Postings
Kuni bert
00
9.12.2011, 16:20

Ich kann mir angesichts der Bedeutungslosigkeit des Sendero und der Nähe zu den Narcos nicht vorstellen, dass Humala ernsthaft verhandeln wird. Da geht es wohl nur noch um eine "geregelte Kapitulation".

SterzinOz
00
8.12.2011, 21:29
Die beste literarische Auseinandersetzung mit der frühen Geschichte des "Leuchtenden Pfades"

bis zur Verhaftung von Abimael Guzmán und seiner Wirkung auf die hauptstädtische Gesellschaft in Lima ist Nicholas Shakespeares "Der Obrist und die Tänzerin" (im Original "The Dancer Upstairs", 1995).

der gärtner
01
8.12.2011, 16:39

leider darf ich meine meinung zu dem thema seit neuestem nicht mehr posten, da ich mich dadurch strafbar machen würde.

SterzinOz
10
8.12.2011, 21:30
Aber wenigstens interessant

können Sie sich noch machen, wenn schon nicht strafbar.

byron sully
43
8.12.2011, 15:40

da sollte sich die FARC ein beispiel daran nehmen...

derFalkner
04
8.12.2011, 14:25
Überschrift als Steilvorlage

Wird sich die Organisation jetzt umbenennen in Leuchtende Sackgasse? Oder Leuchtender Holzweg?

Alf von Melmak
 
00
8.12.2011, 19:22
Wird sich die Organisation jetzt umbenennen in Leuchtende Sackgasse?

'
"Düstere Sackgasse".

mistvieh666
 
32
8.12.2011, 12:43
eine exkursion in peruanische geschichte

http://de.wikipedia.org/wiki/Send... o_Luminoso
gelten seit 2000 als zerschlagen, was da jetzt auftaucht lauft unter ehemalige mitglieder ...
das urspruengliche problem: man muss sich an seinem feind anpassen, sonst verliert man. fujimori hat den leuchtenden pfad mit aehnlichen mitteln bekaempft, wie dieser gekaempft hat, hat auch die wirtschaft wieder auf die erfolgsstrasse gefuehrt, gut. die story geht dann weiter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Albe... a_Fujimori
was mich dran stoert sind die moralischen implikationen: jemand der ein problem loest ist ein verbrecher. moralisch korrekt waere es gewesen, wenn er zugeschaut haette, die haende taeglich dreimal ueber den kopf zusammengeschlagen und gejammert: die welt ist so boese.

subspace99
00
8.12.2011, 14:30

Was hätten Sie denn gerne? Einen "starker Mann schafft die Demokratie ab" Ausnahmeparagraphen in der Verfassung?

DuesselDoofer
83
8.12.2011, 12:41
"Wir wollen eine politische Lösung am Verhandlungstisch..."

mit Terroristen wird nicht verhandelt, Terroristen werden zur Strecke gebracht.

lg

Fritz Meyer
10
9.12.2011, 08:02
Der Nick sagt es schon...

Verstand Mangelware.

Horst Holzinger
32
8.12.2011, 14:47

man sieht schon wieder das Reissen im rechten Arm...

Michail Bakunin
20
8.12.2011, 14:39

...oder halt beim VS angestellt ;-).

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.