Der FC Basel eliminierte in einer sehenswerten Partie Manchester United aus der Champions League - Aleksandar Dragović bot in der Innenverteidigung eine gute Leistung gegen Rooney und Co.
Wien - Es gibt Momente, für die der Fußballspieler lebt. ÖFB-Teamspieler Aleksandar Dragović durfte am Mittwochabend einen solchen genießen. Mit dem FC Basel gewann er in der Champions League das abschließende Match der Gruppe C gegen Manchester United mit 2:1 (1:0). Der Schweizer Meister steht nun unter den sechzehn besten Mannschaften Europas. Der englische Vorjahresfinalist muss das Frühjahr als Gruppendritter hingegen in der Europa League bestreiten. Zum Gruppensieger kürte sich Benfica Lissabon mit einem 1:0 gegen Otelul Galati.
Schnelle Führung
Neun Minuten waren gespielt, da lagen die Schweizer schon einer über dem anderen. Ganz unten Torschütze Marco Streller, ganz oben Dragović. Kapitän Streller hatte mit der ersten Chance und einem sehenswerten Schuss Goalie David de Gea keine Chance gelassen. Bis dahin hatte der österreichische Innenverteidiger unter den Augen der 36.000 euphorisierten Zuseher im St. Jakob-Park wenig zu tun. Danach sollte Manchester vorläufig das Kommando übernehmen. Immer wieder war es der Portugiese Nani, der über rechts wirbelte und Außenverteidiger Joo-Ho Park vor Probleme stellte.
In der 30. Minute musste Dragović unter allgemeiner Verwirrung als Außenseiter aushelfen, Nani zog an ihm vorbei, passte zur Mitte, doch Wayne Rooney bestätigte in ausgezeichneter Position seine derzeitige Formschwäche. Wenige Minuten später sollte sich Nani im Strafraum abermals spektakulär gegen Dragović und Park durchsetzen, diesmal ging die Flanke aber ins Leere. Diese zwei Situationen sollen jedoch nicht die gute Defensivleistung der Schweizer trüben: Gemeinsam mit dem Argentinier David Abraham steht die Innenverteidigung solide, die Viererkette wirkt eingespielt, Goalie Yann Sommer sicher.
Starke zweite Halbzeit
Angetrieben von einem ausgezeichnet spielenden Xherdan Shaqiri löste sich der FC Basel in der zweiten Halbzeit aus der englischen Umklammerung. Zwar war es noch Rooney, der in der 48. Minute der Abwehr entwischte und den Ball am langen Eck vorbeizog, danach scheiterte aber Shaqiri mit einer guten Chance für Basel und Alexander Frei mit einem Freistoß an einer Glanzparade von de Gea. Auch Dragović kam zu seiner Tormöglichkeit. Er, der bei Standardsituationen den Weg nach vorne sucht, köpfelte jedoch in des Goalies Arme.
Defensiv kam Dragović kaum ins Schwitzen. Unter Forechecking wählte er den sicheren Rückpass, mit gutem Stellungs- und Kopfballspiel kontrollierte er die Gegner, nicht aber seinen Teamkollegen Markus Steinhöfer. Der Ex-Salzburger knallte den Ball mit einem Prachtschuss an die eigene Latte und konnte sich anschließend ein erleichtertes Lächeln nicht verkneifen. Auch der von Sir Alex Ferguson für Ashley Young eingewechselte Danny Welbeck hatte in den Zweikämpfen gegen Dragović einen schweren Stand.
Turbulente Schlussphase
Als Manchester-Verteidiger Chris Smalling in der 84. Minute den hinter ihm lauernden Frei nach einer Flanke von Shaqiri völlig übersah, stand es 2:0 und der St. Jakob-Park Kopf. Der Anschlusstreffer durch Phil Jones, der Verteidiger stieg nach einem Lattenschuss von Macheda höher als Dragović, bescherte noch einmal eine spannende Nachspielzeit, konnte an der Sensation aber nichts mehr ändern. Am 16. Dezember erfährt der FC Basel in Nyon seinen Achtelfinalgegner. (derStandard.at; 7. Dezember 2011)
Basel - Manchester United 2:1 (1:0) St. Jakob-Park. - 36´000 Zuschauer. - SR Kuipers (Ho).
Tore: 9. Streller (Shaqiri) 1:0. 84. Alex Frei (Shaqiri) 2:0. 89. Jones 2:1.
Basel: Sommer; Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Park Joo Ho; Shaqiri (91. Stocker), Granit Xhaka (83. Chipperfield), Cabral, Fabian Frei; Alex Frei (88. Kusunga), Streller
Manchester United: De Gea; Smalling, Ferdinand, Vidic (44. Evans), Evra; Park Ji-Sung (82. Macheda), Jones, Giggs; Nani, Rooney, Young (64. Welbeck)
Statistik Dragović: 0 Fouls, 1 Torschuss, 10,2 km Laufleistung