Ministerpräsident Kamal al-Gansuri war bereits unter Mubarak Regierungschef - General Yussif wird Innenminister
Kairo - Ägypten hat eine neue Übergangsregierung. Die Minister, die
am Mittwoch vereidigt wurden, sind zum Teil Funktionäre aus der Ära des im
Februar entmachteten Präsidenten Hosni Mubarak. Deshalb werden sie von vielen
Ägyptern, die sich einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit wünschen, nicht
akzeptiert.
Ministerpräsident Kamal al-Gansuri (78), der von 1996 bis 1999 unter Mubarak
schon einmal Regierungschef war, wählte nach Berichten der staatlichen Medien 18
neue Minister aus sowie zwölf Mitglieder des letzten Kabinetts, das nach
Massenprotesten im November geschlossen zurückgetreten war. Sie wurden vom
Vorsitzenden des Militärrates, Feldmarschall Hussein Tantawi, vereidigt.
Neuer Innenminister ist General Mohammed Ibrahim Yussif (62), der
pensionierte ehemalige Sicherheitschef der Provinz Gizeh. Die Jungrevolutionäre
hatten nach den Gewaltexzessen gegen Demonstranten im November dafür plädiert,
einen Zivilisten zum Innenminister zu machen, konnten sich damit aber nicht
durchsetzen.
Bleiben durften unter anderem Außenminister Mohammed Kamal Amr und die
Ministerin für internationale Kooperation, Faiza Abul Naga, die dem Militärrat
angeblich besonders nahestehen soll. Die neue Regierung soll größere
Machtbefugnisse haben als die vorherige Regierung, die von einigen Ägyptern
verächtlich als "Sekretariat des Obersten Militärrats" bezeichnet worden
war. (APA)
Der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohamed Morsi, liegt nach ersten Ergebnissen bei der ersten Runde der Präsidentenwahlen vorne, dicht gefolgt vom letzten Premier Hosni Mubaraks, Ahmed Shafik.
In Ägypten beginnt am 23. Mai die Wahl des ersten Staatspräsidenten seit dem erzwungenen Rücktritt des Langzeit-Machthabers Hosni Mubarak im Februar 2011 - Rund ein Dutzend Kandidaten kämpfen um das höchste Amt im Staat
...brach deshalb aus, weil der Oberste Militärrat noch mehr Macht in seine Hände konzentrieren wollte und die Hoffnungen der Menschen in Ägypten, die sie in die Wahlen hatten, nicht erfüllt werden (Wahlsystem, Parlament, usw.). Schade, dass hier die Demokratie in Ägypten oft blind mit unserer verglichen wird. Das ist ja gar nicht so (ganz abgesehen, dass bei uns die Demokratie gerade abgebaut wird)! Und deshalb gehen die Menschen auch wieder auf die Straße und fordern ihr Mitspracherecht. Ihr Mut ist bemerkenswert!
… und diese Vereidigung dürfte ganz im Sinne des Westens sein, denn die Ägypter haben ja bewiesen, dass sie der Demokratie nach westlichem Vorbild nicht würdig sind und Sonderwege können wir natürlich nicht zulassen und Gottesstaaten allemal nicht.
Die jetzige Regierung weiß mit Sicherheit die Werte des Westens besser zu verteidigen, wie wir vor kurzem sogar lesen durften auch mit gutem amerikanischem Tränengas. Aber des Sarkasmus nicht genug, bestimmt folgt jetzt auch bald die offizielle Erklärung der UN, dass der arabische Frühling gescheitert sei und keineswegs die Erwartungen des Westens erfüllt hat …
Offenbar denselben Friseur wie Mubarak und Otto Baric.
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