Umstrittene Übergangsregierung vereidigt

7. Dezember 2011, 19:15

Ministerpräsident Kamal al-Gansuri war bereits unter Mubarak Regierungschef - General Yussif wird Innenminister

Kairo - Ägypten hat eine neue Übergangsregierung. Die Minister, die am Mittwoch vereidigt wurden, sind zum Teil Funktionäre aus der Ära des im Februar entmachteten Präsidenten Hosni Mubarak. Deshalb werden sie von vielen Ägyptern, die sich einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit wünschen, nicht akzeptiert.

Ministerpräsident Kamal al-Gansuri (78), der von 1996 bis 1999 unter Mubarak schon einmal Regierungschef war, wählte nach Berichten der staatlichen Medien 18 neue Minister aus sowie zwölf Mitglieder des letzten Kabinetts, das nach Massenprotesten im November geschlossen zurückgetreten war. Sie wurden vom Vorsitzenden des Militärrates, Feldmarschall Hussein Tantawi, vereidigt.

Neuer Innenminister ist General Mohammed Ibrahim Yussif (62), der pensionierte ehemalige Sicherheitschef der Provinz Gizeh. Die Jungrevolutionäre hatten nach den Gewaltexzessen gegen Demonstranten im November dafür plädiert, einen Zivilisten zum Innenminister zu machen, konnten sich damit aber nicht durchsetzen.

Bleiben durften unter anderem Außenminister Mohammed Kamal Amr und die Ministerin für internationale Kooperation, Faiza Abul Naga, die dem Militärrat angeblich besonders nahestehen soll. Die neue Regierung soll größere Machtbefugnisse haben als die vorherige Regierung, die von einigen Ägyptern verächtlich als "Sekretariat des Obersten Militärrats" bezeichnet worden war. (APA)

erebos
10
8.12.2011, 13:05

Ein Ex-mubarak Bonze als Ministerpräsident und ein alter general als Innenminister ???
Die spinnen, die Ägypter!

Gegen Studiengebühren kämpfen!
00
8.12.2011, 11:31
Der Novemberaufstand...

...brach deshalb aus, weil der Oberste Militärrat noch mehr Macht in seine Hände konzentrieren wollte und die Hoffnungen der Menschen in Ägypten, die sie in die Wahlen hatten, nicht erfüllt werden (Wahlsystem, Parlament, usw.). Schade, dass hier die Demokratie in Ägypten oft blind mit unserer verglichen wird. Das ist ja gar nicht so (ganz abgesehen, dass bei uns die Demokratie gerade abgebaut wird)! Und deshalb gehen die Menschen auch wieder auf die Straße und fordern ihr Mitspracherecht. Ihr Mut ist bemerkenswert!

Hier eine interessante politische Analyse des Novemberaufstands:
http://www.linkswende.org/5575/Der-... eraufstand

NONE
30
7.12.2011, 21:56

Das ist das Problem bei Diktaturen.

Man wird sie nur schwer los ...

heinrichspamer
11
8.12.2011, 09:11

"Das ist das Problem bei Diktaturen"

Seit wann haben sie ein Problem mit Diktaturen?

WiKaBot
12
7.12.2011, 20:21
Schön, dann bleibt ja alles wie es ist …

… und diese Vereidigung dürfte ganz im Sinne des Westens sein, denn die Ägypter haben ja bewiesen, dass sie der Demokratie nach westlichem Vorbild nicht würdig sind und Sonderwege können wir natürlich nicht zulassen und Gottesstaaten allemal nicht.

Die jetzige Regierung weiß mit Sicherheit die Werte des Westens besser zu verteidigen, wie wir vor kurzem sogar lesen durften auch mit gutem amerikanischem Tränengas. Aber des Sarkasmus nicht genug, bestimmt folgt jetzt auch bald die offizielle Erklärung der UN, dass der arabische Frühling gescheitert sei und keineswegs die Erwartungen des Westens erfüllt hat …

http://qpress.de/?p=2559

… allein schon weil die Menschen dort noch nicht für nackte Tatsachen bereit seien … (°!°)

viola merda
00
7.12.2011, 19:24
Heh..

Offenbar denselben Friseur wie Mubarak und Otto Baric.

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