Menschliches Verhalten

Gähnen steckt an - und besonders infektiös sind nahe Angehörige

10. Dezember 2011, 17:57

Soziale Bindung entscheidend: Italienische Forscher stellten fest, wie sich Empathie auswirkt

Berlin - Gähnen ist ansteckend - doch ist das "Infektionsrisiko" längst nicht immer gleich hoch. Forscher der Universität Pisa haben belegt, dass die emotionale Nähe zu einem Menschen entscheidend für die unbewusste Nachahmung ist. Am häufigsten sei Gähnen deshalb in der Familie ansteckend, danach unter Freunden, dann bei Bekannten - und ganz zum Schluss erst bei Fremden. Damit folgten Gähn-Attacken den Empathie-Mustern bei emotionalen Bindungen, berichten die Wissenschafter um Elisabetta Palagi im Fachjournal "PLoS One".

Die Empathie - also die Fähigkeit, Gefühlsregungen anderer Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren - ist entscheidend für ein vielschichtiges Sozialverhalten. Einige Wissenschafter gehen davon aus, dass sogenannte Spiegelneuronen als Netzwerk von Nervenzellen in verschiedenen Hirnregionen uns automatisch ein Lächeln erwidern lassen. Schon lange gab es die Vermutung, dass es auch bei ansteckendem Gähnen solche empathische Verbindungen gibt. Diese Annahme stützen nun die Ergebnisse von Wissenschaftern, die über ein Jahr lang 109 Erwachsene in ihrem gewohnten Umfeld beobachtet hatten. Die 56 Frauen und 53 Männer stammten aus Europa, Nordamerika, Asien und Afrika. 480 Aktionen haben die Forscher schließlich ganz genau ausgewertet - inklusive des Winkels, von dem aus das erste Gähnen von Beobachtern zu sehen war.

Das Ergebnis blieb immer gleich: Die soziale Bindung war jedes Mal entscheidender als Geschlecht, Nationalität oder die jeweilige Situation. Wenn sich Menschen nahe stehen, ahmen sie das Gähnen sogar noch schneller nach als bei guten Bekannten, ergab die Untersuchung. Der Nachahmer-Effekt funktioniert aber nur, wenn Empathie bei einem Menschen ausgeprägt ist. Bei kleinen Kindern funktioniert er noch nicht, ebenso wenig bei Menschen mit Störungen wie Autismus.

... ganz wie bei unseren nächsten Verwandten

Die Ergebnisse decken sich überdies mit einer Studie, die der Primatologe Frans de Waal gemeinsam mit seinem Kollegen Matthew Campbell im Frühling diesen Jahres veröffentlicht hatte. Auch Schimpansen lassen sich nämlich von gähnenden Artgenossen anstecken - und auch bei ihnen macht es einen Unterschied, wie nahe sie dem Gähner stehen. Die Forscher teilten 23 Schimpansen zwei Gruppen zu und spielten den Menschenaffen Gähnvideos vor. Und dabei zeigte sich, dass die Versuchsaffen um 50 Prozent häufiger mitgähnten, wenn der Vorgähner am Video der eigenen Gruppe angehörte, also ein Bekannter oder Verwandter war. (APA/red)

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19 Postings
carbonara
00
17.1.2012, 10:27
Das Gähnen steckt in den Genen

V995
00
11.12.2011, 13:18
der grund sind spiegelneuronen

also nichts neues

twertwert
00
14.12.2011, 22:32

Der "Grund" für alles ist immer irgendein physikalischer Prozess.

Also gibt's eigentlich fast nichts Neues, oder?

Kondratjew -Zyklus
 
00
11.12.2011, 06:17
Hoffentlich unterscheiden die Gähnen aus Müdigkeit und Gähnen aus Sauerstoffmangel.

kh g
00
11.12.2011, 17:21
Wie viel Sauerstoffzufuhr ergibt sich denn dabei?

Schon mal gemessen?

Kondratjew -Zyklus
 
00
12.12.2011, 03:15
Aus der Humanökologie und Innenraumluftbeschaffenheitsforschung bekanntes Phänomen.

kh g
00
12.12.2011, 08:28
Nein, eine These, sonst nichts.

Kondratjew -Zyklus
 
00
12.12.2011, 14:50
Wir haben selbst im Rahmen einer Schlaftiefenstudie Experimente über den Zusammenhang zwischen Physikalischen Umgebungsbedingungen (Schall, Licht, Luftqualität etc.) und (Ein-)Schlafverhalten gemacht.

kh g
01
12.12.2011, 17:54
Es ging (mir) um die These, ...

..., Gähnen würde dazu dienen, dem Gehirn vermehrt Sauerstoff zuzuführen.

Dazu fällt mir eine effektivere Methode ein.

werwolfi
00
11.12.2011, 03:52

Ich musste gerade sogar beim Blick aufs Artikelbild gähnen...

ornamental hermit
00
11.12.2011, 17:10

ein verwandter?

werwolfi
00
11.12.2011, 17:38

Definitiv nein.
Die sehen nämlich so aus:
http://80.190.202.79/pic/m/mys... erwolf.jpg
, und bei dem Bild muss ich auch sofort die Zähne fletschen.... ;o)

mangusta
00
12.12.2011, 17:05
yep, so ist des wenn

die eltern genetisch verwandt sind.. :-) sind sie wehr-wolfgang von habsburg ?

werwolfi
00
12.12.2011, 17:28

“Wehr“?
Ich empfehle ein etymologisches Wörterbuch bzgl. des Wortes “Werwolf“ zu konsultieren.
Im übrigen weiß ich nicht, was dein Posting mit meinem zu tun haben soll.

mangusta
00
12.12.2011, 17:36
die herkunft ist mir bekannt..wehr sollte nur ein wortwitz

werden.. wehr wolfgang sowie tok`ra ( widerstand gegen den kleinen zwerg namens schüsserl..) ;-) und habsburg bezieht sich auf die inzucht innerhalb einer gruppe, die bekannt sind für ihre lippen, daher als post auf das bild bzw. den link von ihnen, ich unterstelle ihnen keinegswegs mit inzucht zu tin haben, aber da sie dieses bild verwendet haben,in zusammenhang verwandter, lags nahe .. zumindest für mich, also nichts für ungut, schönen abend noch..

Mayhem_Mike
01
11.12.2011, 00:48
Moment

das würde doch umgekehrt bedeuten, dass ich mittels vorgetäuschten Gähnen überprüfen kann wie nahe sich mir jemand fühlt

subspace99
00
11.12.2011, 10:32
Gut gedacht!

Das einzige Problem ist nur, ob alle involvierten Muskeln willkürlich ansprechbar sind.

Freedomfighter
00
10.12.2011, 21:14

bei mir hat das foto schon gereicht

Mulla Nasrudin
012
10.12.2011, 19:16

Alleine das Lesen eines Artikels über das Gähnen löst Gähnen aus...

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