Laut "Kurier" wird gegen Flöttl und "kleine" Bawag-Vorstände noch einmal verhandelt
Wien - Die Entscheidung, ob die Akteure in der Bawag-Affäre noch einmal vor Gericht gestellt werden, dürfte unmittelbar bevorstehen. Wie der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien, Werner Pleischl, erklärte, ist der Vorhabensbericht der Wiener Staatsanwaltschaft (StA) im Justizministerium zwar noch nicht genehmigt worden. Pleischl rechnet allerdings damit, dass in den kommenden Tagen feststehen wird, ob dem Vorhaben der Anklagebehörden entsprochen wird.
Wie der "Kurier" berichtet, sollen der Spekulant Wolfgang Flöttl, die früheren Bawag-Vorstände Peter Nakowitz, Helmut Kreuch, Josef Schwarzecker und Christian Büttner, Ex-Bawag-Aufsichtsratspräsident Günther Weninger und der Wirtschaftsprüfer Robert Reiter noch einmal vor Gericht gestellt werden. Diese waren in erster Instanz schuldig und zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hob diese Urteile in weiten Teilen bzw. zur Gänze wegen Feststellungsmängeln auf.
Dem wegen Untreue bereits zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilte Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner sowie seinem Nachfolger Johann Zwettler, der fünf Jahre erhalten hatte und infolge Haftunfähigkeit bisher keinen einzigen Tag im Gefängnis verbracht hat, soll dem "Kurier" zufolge ein zweiter Prozess erspart bleiben.
OStA-Chef Pleischl bezeichnete den Medienbericht als "reine Mutmaßung". Die Entscheidung sei noch nicht gefallen, der Sprecher der StA Wien stünde jedoch "Gewehr bei Fuß" und werde unmittelbar nach Einlangen der entsprechenden Mitteilung aus dem Ministerium und Verständigung der Betroffenen die Medien informieren. (APA)