Paris - Dem vom französischen Hersteller Dassault gebauten
Militärjet Rafale droht wegen ausbleibender Exportaufträge das Aus. "Wenn
Dassault im Ausland keine Rafale verkauft, wird die Produktionslinie
eingestellt", betonte Verteidigungsminister Gérard Longuet am Mittwoch im
Rundfunksender France-Info. Für die zur Zeit bei den französischen Streitkräften
im Einsatz stehenden Maschinen hätte das keine Auswirkungen. Eine Einstellung
der Produktion käme zudem frühestens nach der für 2018 vorgesehenen Auslieferung der letzten Maschinen
an das französische Militär infrage.
Mitte Oktober hatte Longuet noch behauptet, der erste Exportauftrag stehe in
den Vereinigten Arabischen Emiraten vor dem Abschluss. Sie wollten ihre 60
Mirage 2000 durch 60 Rafale desselben Herstellers Dassault ersetzen. Bisher
waren alle Exportaufträge für die Rafale geplatzt, zuletzt einer für die
Schweiz. Der Jet, der auch über Libyen zum Einsatz kam, gilt mit einem Stückpreis von 142 Millionen Euro im Vergleich zu
Konkurrenzmaschinen als teuer. Dassault macht sich noch Hoffnung auf einen
Rafale-Auftrag aus Indien, wo der Jet bei einer Ausschreibung gegen den
Eurofighter antritt.
Versuche, das Flugzeug an die Niederlande, Nach Südkorea, Singapur, Marokko oder Brasilien zu verkaufen, blieben ohne Erfolg. (red/APA)