Tatort Arbeitsplatz

"Das hätte ich ihm nie zugetraut"

Oliver Mark, 7. Dezember 2011, 17:52
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    foto: ars

    Thomas Müller beim Keynote-Vortag "Die Schattenseiten der Arbeitswelt". Der Kriminalpsychologe war auf Einladung von ARS (Akademie für Recht, Steuern und Wirtschaft) in Wien.

Kriminalpsychologe Thomas Müller über die Schattenseiten der Arbeitswelt: "Wir sind unfähig, Leute richtig zu interpretieren"

"Wäre ich nicht Kriminalpsychologe geworden, wäre ich ein Kapitalverbrecher geworden." Thomas Müller hat in die Psyche von dutzenden Mördern geblickt. Die "Bestie Mensch", wie ein Buch des Tiroler Kriminalpsychologen heißt, gibt es nicht: "Man sieht es ihnen allen nicht an." Die Grenzen seien fließend, Werte ändern sich. Jeden Sonntag steht halb Österreich mit einem Bein im Kriminal: Zeitungsdiebstahl wird nicht einmal gesellschaftlich sanktioniert. "Und wie sieht erst jemand aus, der einen Bunker baut." Leute wie Franz Fuchs oder Jack Unterweger haben kein Stigma auf der Stirn.

Bei der Beurteilung von Menschen werde ein entscheidender Fehler gemacht, sagt Müller, "wir gehen von unseren eigenen moralischen Werten aus." Unter bestimmten Umständen könne jeder in eine Situation kommen, wo es heißt: "Jetzt mag ich nicht mehr." Wie reagiert jemand auf eine Belastung? "Diesen Zustand kann man nicht antizipieren", so Müller bei einem Vortrag in Wien über die "Schattenseiten der Arbeitswelt". Entscheidend sei der Weg dorthin. Die Warnsignale, die weder Mitarbeiter noch Führungskräfte ignorieren sollten.

Paranoia

"Doch nicht der. Er war so ein netter, hilfsbereiter Nachbar. Das hätte ich ihm nie zugetraut." Sätze wie diese hat Müller hunderte Male gehört. Sie folgen einem bestimmten Muster, denn nach 30 bis 40 Stunden erfolgt zumeist der Meinungsumschwung. Und der nette Nachbar mutiert zum "Typ, der immer schon etwas komisch war." Marke Eigenbrötler. "Wir sind unfähig Leute und ihre Verhaltensweisen richtig zu intepretieren." Bei der Beurteilung müsse man sich von den eigenen Werten als Maßstab verabschieden, sagt Müller und zitiert ein sudanesisches Sprichwort: "Suche den Feind im Schatten deiner Hütte."

Drei Säulen fürs Selbstwertgefühl

Abgesehen von Handlungen im Affekt sei der Weg vom "normalen Bürger" zum Verbrecher ein langer: "Niemand wacht auf und denkt sich, heute greife ich in die Kassa." Das Selbstwertgefühl, konstatiert Müller, sei das "Zauberwort für destruktive Verhaltensweisen". Es setzt sich aus drei Ebenen zusammen. Der beruflichen Tätigkeit, dem Privatleben und "Entscheidungen, die ich für mich treffe". Wie ins Theater gehen, Bücher kaufen etc. Was banal klingt, ist aber immens wichtig, mahnt er, da diese Ebene sehr oft vernachlässigt werde. Natürlich könne man nicht immer alle drei Bereiche gleich gewichten. "Ist aber einer prozentuell gesehen mehr als die Summe der zwei anderen, dann wird es gefährlich." Es sei eine Illusion zu glauben, dass man auf Dauer ein Desaster, das sich zum Beispiel Privatleben nennt, mit beruflichem Erfolg kompensieren könne. Umgekehrt genauso. Jeder solle seine eigene Verteilung unter die Lupe nehmen: "Und zwar am besten zuhause in aller Ruhe und nicht nach vier Bieren im Wirtshaus."

Neurosen, Drogen

Gerät das Dreieck aus den Fugen, so gibt es nicht viele Möglichkeiten, meint Müller und spricht von veritablen Neurosen, die man sich zulegen könne oder einem Suchtverhalten, das oft die Folge einer Krise sei. Neben Kokain spielen in der Arbeitswelt vor allem angstlösende Medikamente eine große Rolle. Mit einer unheilvollen Nebenwirkung, so der Tiroler: "Man schafft zwar eine Präsentation, verliert aber auch sonst jegliches Angstgefühl." Mit zum Teil fatalen Konsequenzen. "Ein einfacher Broker kann Milliarden verspielen." Wie es vor nicht allzu langer Zeit in Frankreich passiert ist.

Narzissmus

Die dritte Möglichkeit ist Narzissmus, oft gepaart mit Selbstmitleid: "Es geht mir auf die Nerven, dass es den anderen besser geht." Leute streben ein Amt an, um sich selbst höher zu machen. Müller appelliert an Personalverantwortliche, bei Neueinstelllungen auf die soziale Intelligenz zu achten. „Ich habe Leute kennengelernt, die knapp am Nobelpreis vorbeigeschrammt sind, aber unfähig waren, mit Leuten normal zu reden." Nachsatz: "Mikrofone hatten eine größere soziale Kompetenz als diese Menschen."

Jeder fünfte Suizid auf Probleme am Arbeitsplatz zurück. Als Warnzeichen identifiziert Müller etwa länger andauernde Stresssituationen (ab sechs Monaten) und mangelnde Identifizierung mit dem Unternehmen. Arbeitsplatzkriminalität dürfe man allerdings nicht nur auf die physische Ebene reduzieren. Erpressung, Nötigung, Mobbing oder Datendiebstahl sind einige Beispiele. "Jeder Mobbingfall kostet einer Firma im Schnitt 20.000 Euro", so Müller. Das seien strafrechtlich relevante Handlungen, die man nicht bagatellisieren dürfe.

Schweizer Massenmörder

In einer offenen, ehrlichen Kommunikation sieht er den Schüssel zum Erfolg, um Kriminalität am Arbeitsplatz zu unterbinden. "Es ist die Summe aus kleinen, persönlichen Demütigungen, die einen ausrasten lässt." Müller nennt als Beispiel Friedrich Leibacher. Ein Schweizer, der im Jahr 2001 im Parlamentsgebäude in Zug 14 Politiker hinrichtete. Es begann mit einem einfachen Streit mit einem Busfahrer, ging weiter mit jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und kulminierte schließlich in Hass auf Politiker, ausgedrückt in 91 Schüssen. Solche Wahnsinnstaten zu verhindern, sei schwer möglich: "Sie können nicht so denken wie ein Massenmörder, Sie können nur seine Schuhe benützen."

Signale ernst nehmen

Anonyme E-Mails oder Beschwerdebriefe seien ein Indikator für die psychische Gesundheit einer Firma, so Müller. Wenn sich jemand allerdings physisch irgendwo hinbewegt, um anonym eine schwarze Rose, ein Paket oder was auch immer als Drohung zu hinterlassen, sei das noch viel gefährlicher. Spätestens dann sollten alle Alarmglocken läuten. "Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter", warnt Müller und erzählt von Mördern, die um drei Uhr in der Nacht Abschiedsbotschaften filmisch festhalten, am nächsten Tag aber ganz normal mit Krawatte ins Büro gehen. Und eben mit der Pumpgun. "Sie können in Menschen nicht hineinschauen, man muss aber Veränderungen richtig interpretieren."

Waffen müssen in Büros tabu sein. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die Müller aber extra betonen möchte: "Null Toleranz." Es habe unlängst einen Fall in Vorarlberg gegeben, berichtet er, wo ein Aufsichtsrat seine Waffe bei einer Konferenz auf den Tisch gelegt habe. Die Reaktionen waren relativiert: "Uh, der Franz spinnt wieder", so Müller, "die Waffe sagt uns aber, dass sein Selbstwertgefühl total im Keller ist." Quasi Alarmstufe rot.

Persönliche und finanzielle Motive

Gewalt am Arbeitsplatz drehe sich lediglich um zwei Motive. Persönliche und finanzielle Dinge. Im Verhältnis 9:1. Führe man sich das vor Augen, so könne man auch verstehen, dass es uns alle treffen kann. Viele Probleme ließen sich durch Prävention verhindern. Etwa, indem man beim Vorstellungsgespräch so viel wie möglich über den Bewerber in Erfahrung bringt. "Geht er in seiner Freizeit mit den Kindern rodeln oder züchtet er Kampfhunde."

Keine mehr reinwürgen

Betriebliche Probleme lassen sich nicht so einfach durch Kündigungen lösen, ist er überzeugt. "Sie haben zwar die Person mit dem Problem aus dem Gebäude befördert, aber das Problem selbst nicht gelöst." Bei Entlassungen spiele das "Wie" eine große Rolle. Viele Manager würden den Fehler begehen, bei Kündigungsgesprächen den Mitarbeiter auch noch fertig zu machen. "Wozu?" Austrittsgespräche sollten so geführt werden, dass man den Menschen zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Gesicht schauen könne. "Keine Demütigungen mehr." Die brennen sich ins Gehirn.

Kopiererszenario spiegelt Stadien wider

Menschen, die Gewalt am Arbeitsplatz ausüben, durchlaufen oft eine bestimmte Struktur, meint Müller mit Verweis auf seine jahrelangen Analysen. Die Stadien: Prinzipientreue, Intoleranz, Querulantentum. Als Beispiel, "bitte nicht ganz so erst nehmen", erwähnt er einen Kopierer. Der Tatort: Großraumbüro. Das Szenario: Jemand möchte etwas kopieren, das Papier ist aber aus. Was macht ein prinzipientreuer Mensch? Er legt Papier nach. Was macht ein Intoleranter? Er wird erboste Mails schreiben, Zettel aufhängen und wegen dem fehlenden Papier schimpfen: "Machen Sie das nicht mehr." Oft begleitet von Sprüchen und Zeichnungen, wie sie jedes Büro kennt. Und was macht der Querulant? Der denkt sich: "Ihr habt's das Papier absichtlich rausgenommen, ihr werdet euch alle noch wundern." Und da, so Müller, werde es gefährlich. (om, derStandard.at, 7.12.2011)

Kommentar posten
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Harry Y.
 
00
12.12.2011, 05:18

In bestimmten Fällen, nicht verallgemeinernd gemeint: Je niedriger das Selbstwertgefühl, desto höher die Waffenliebe; der Thanatos; Gewalt- und Bestrafungsbereitschaft bzw. Rachsucht. (So meine Interpretation.)

Andere erkranken an einer Depression oder einer Zwangsneurose? Wieder andere nehmen ev. Drogen? Psychologen, her mit euch.

Harry Y.
 
00
12.12.2011, 05:04
Und das lernen wir vom letzten Absatz:

Die Personalchefs sollten sich um Gott's Willen keine prinzipientreue Mitarbeiter suchen!! In der Zukunft haben Gelegenheitsdiebe die besten Chancen und werden vorgereiht ;)

Frau Techne
02
11.12.2011, 11:52

Also, ich behebe von mir verursachte Papierstaus, fülle Papier nach wenn's während meines Druckauftrags ausgeht, und wasche mein Kaffehäferl in der Küche selbst aus.

Ich behebe keine Papierstaus und befülle keine leeren Papierladen, die meine Kollegen am Gerät hinterlassen haben (Druckerpapier wird in einem anderen Stockwerk gelagert).
Ich räume den Geschirrspüler in der Küche weder aus noch ein, da ich ihn nicht benütze.

Meine Arbeitszeit ist mir zu schade und zu knapp bemessen für diese Dinge.
Und ich steh' dazu.

Und es ist mir wurscht, wie das jemand findet oder beurteilt, Herrn Müller eingeschlossen.

suboptimal
 
04
9.12.2011, 17:18
Diese nekrophile Leichen-BELLESTRISTIK erfüllt den versprochenen Unterhaltungswert,

nette Gschichteln, aus denen man nix lernt. Kennt man eines dieser Bücher, kennt man alle.

Keiner wird deswegen im Büro mit dem Mobbing aufhören, aus dem er Lust und Macht bezieht. Kein Chef-Narziss wird sich ändern, weil ihm Befindlichkeit und Arbeitsklima von allen anderen außer ihm selber nämlich wurscht sind. Das ist ein immanentes Merkmal des Narzissmus. Hingegen können psychopathische Serienmörder ihren "Zwang" zum Serienmorden mühelos unterbrechen, wenn dabei zufällig die Polizei auftaucht (FBI-Profiler John Douglas).

Eine Unmenge harmloser Ticks sagt über die Persönlichkeit gar nichts aus. Viele unterhalten sich köstlich beim gutmütigen gestörten Monk, für mich ist der realitätsnahe Kottan Kult. Ist das problematisch?
:-)

Harry Y.
 
00
12.12.2011, 04:56

Na, aber dafür weißt es dann DU: Diagnose stellen - Sympathisanten finden, und ab zum Betriebsrat?

derPolizist
00
10.12.2011, 15:30
"der realitätsnahe Kottan"...

ah ja...

suboptimal
 
01
10.12.2011, 18:22
also doch!

Begrüße! Haben Sie sich beruflich bisher noch nie einen ABSOLUT liebenswerten und völlig teamunfähigen Monk eingetreten?
Oder gefällt Ihnen das da besser?
"Der typische 'Tatort' in 123 Sekunden"
http://www.youtube.com/watch?fea... QENcN-srE0
In der Tele 5-Comedyserie "Walulis sieht fern" wird der "Tatort" aufs Korn genommen. In diesem ganzen Genre ist der Kottan das einzige, was ich noch gut aushalte.
:-)

derPolizist
00
10.12.2011, 21:54

was meinen sie mit "also doch"?

Natürlich ist der Tatort nicht realistisch... Und natürlich ist auch ein "Trautmann" zu bemüht wienerisch... Kottan ist einfach Satire, auch da ist nix realistisch...

eine realistische Polizeiserie aus Österreich, das wär mal was...

strangerinastrangeland
 
00
11.12.2011, 21:24

Das will niemand sehen.

SK26
00
9.12.2011, 16:42

gibt es das perfekte Verbrechen?

HotDoc
01
9.12.2011, 17:30

Ja Buwog, OBB Tower Linz, Eurofighter, ....

wird alles nicht bestraft

boquitas pintadas
 
01
9.12.2011, 14:40
"Wir sind unfähig,

Leute und ihre Verhaltensweisen richtig zu intepretieren."
Also ich weiss nicht, wie ich jetzt meinen Nachbarn profilern soll:
er züchtet Bierkisten in seinem Garagenabteil (optische Evidenz) und rodelt jede Woche eine andere Blondine nieder (akustische Evidenz)...
Im Stiegenhaus grinst er meist recht vergnügt, grüsst mit einem repetitiven "tamorga", hat keinen (!)Fussabstreifer vor der Tür...
zum Fürchten, weiter observieren oder im Sommer dann um Briefkasterl ausleeren bitten?

Saskia Fabian
 
22
9.12.2011, 12:50
Unser Müller

bewundernswert sein Marketing-Talent, allein sein hobbypsychologischer zugang ist manchmal etwas herzig.

Frau Techne
00
11.12.2011, 11:36
Was genau...

...erscheint Ihnen an diesem Profi mit solider Ausbildung und jahrzehntelanger Berufserfahrung "hobby"?

PatriotInnen sind IdiotInnen
00
13.12.2011, 16:49

Das ganze ist derartig ideologisch aufgeladen, es ist manipulativ von vorn bis hinten. Es ist außerdem völlig irrelevant ob er ein "Profi" ist oder nicht, das Problem ist bereits die Kriminalpsychologie selbst, die verhält sich zu einer Wissenschaft in etwa so wie sich BWL zu einer Wissenschaft verhält - ja Psychologie/Mathematik gibts da auch, aber um sich nicht selbst ad-absurdum zu führen muss beides auf einem rein ideologisch begründeten Gerüst aufbauen ...

Friedrich der Große
02
9.12.2011, 12:16
Müller erinnert uns an die Eckpfeiler eines anständigen Zusammenlebens

Wenn wir im Berufsleben und Privatbereich nicht auf die Eckpfeiler eines normalen, respektvollen und anständigen zurückbesinnen, wird es leider auch in Mitteleuropa vermehrt zu solchen Wahnsinnstaten (es gibt ja bereits solche) wie in den USA kommen; auch der Bereich Kündigung wurde angesprochen, man soll Mitarbeiter nicht hinausmobben oder hinauseckeln, aber das macht Schule auch bei uns in Ö und dann wundert man sich, wenn nach sozial unverträglichen und abwertenden Auflösungen die Leute Hassgefühle mitnehmen

Roger Waters
12
9.12.2011, 12:13
Gleichmacherei?

Mir graut es dieses Postulat der "richtigen" und "falschen" Verhaltensweise. Die "falsche" Verhaltensweise wird mit pathologisch umschrieben und durch den Verfasser in Richtung potentielles Massenmördertum gerückt. Als lukrativen Schauplatz dieser dogmatischen Sichtweise wird nunmehr der Arbeitsalltag gewählt, um sich so in die Phalanx jener hoch bezahlten Consultants einreihen zu können, die noch das letzte Quentchen Individualität zu Gunsten einer gewünschten vermeintlichen Produktivität vernichten.

Quatremère
01
9.12.2011, 10:45
Solche Wahnsinnstaten zu verhindern, sei schwer möglich:

Blödsinn, wäre ganz einfach. Man müsste nur die Diskrepanz zwischen Idylle der heilen, tollen Welt des Werbefernsehens und der Kälte und Finsternis des wirklichen Lebens abschaffen. Dann gäb's zumindest keine dauernd geschürten falschen und nur enttäuschbaren Hoffnungen.

dolstnaretna hasenstück
22
9.12.2011, 08:52
mein sonntäglicher zeitungsdiebstahl ist ausdruck des protests an der österreichischen medienpolitik...

IncontinentIceweasel
01
9.12.2011, 15:49
Die Zeitungen, die man Sonntags stehlen kann...

...können mir gestohlen bleiben.

Klaus Aigner
01
9.12.2011, 16:57
... werden immerhin gestohlen

Dann gibt es aber auch noch die, die nicht einmal jemand stehlen will und die sie einem daher schenken.

irgendein poster
 
00
8.12.2011, 18:38
du sollst, du sollst, du sollst...

...ein selbstvertrauen haben, prinzipien haben usw usw

naja, vielleicht sollten diese leute mal bedenken, dass man das nicht herzaubern kann. man sollte mal versuchen leute von dort abzuholen wo sie stehen und nicht von dort wo sie stehen sollen.

was weiß ich

Lilith Boessse
 
00
8.12.2011, 19:26
genau darum gehts ;O)

bei manchen menschen ists eben schwierig zu sagen, wo die grade stehen.

Markus2001
17
9.12.2011, 01:05

Das ist aber nicht der Punkt. Das Problematische ist eine bestimmte, weit verbreitete Art von Psychologie, die einem immer erklärt, wie man fühlen SOLL, wie man Dinge empfinden SOLL, wie man Dinge sehen SOLL. Abgesehen von der latenten und ihnen selbst durchaus nicht bewussten Ideologielastigkeit solcher Lehren gehen sie meist daran vorbei, dass das Wichtigste ist, einen Menschen zuerst einmal so anzunehmen, wie er IST, ohne zu bewerten, zu beurteilen, zu diagnostizieren. Man kann auch nicht einfach sagen, so jetzt empfinde ich anders, weil das ist vernünftiger. Damit verleugnet man sich ja selbst.
Habe selbst mal eine Gruppenpsychotherapie erlebt, wo aufgrund solcher manipulativer Methoden eine Klientin schließlich psychotisch wurde.

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
03
9.12.2011, 11:01
Ich hab ein Problem mit den Psychologen,

wenn sie auf Grund meines Verhaltens etwas interpretieren und klassifizieren wollen.

Z.B. Wie ich am Häusel platz nehme und wie ich mich darin benehme.

Dieses Beispiel zeigt für mich, dass diese Art der Menschklassifikation (das Beispiel kann man natürlich auf reale Beispiele im Berufs- und Privatleben umlegen) total am Support des Menschen vorbeigeht.

Firmen haben selten gute Kulturen und da sollte man ansetzen, wenn man das Verhalten von den dort arbeitenden Menschen analysiert. Die Menschen werden nämlich erst dort kaputt gemacht.

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