Astroseismologie

Der Kern eines Roten Riesen rotiert schneller als die Oberfläche

7. Dezember 2011, 19:09
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    illustration: paul beck (ku leuven, belgium)

    Der heiße Kern des Roten Riesen rotiert zehnmal schneller als die Oberfläche.

Mit Daten des Weltraumteleskops "Kepler" glückt erstmals der direkte Nachweis der betreffenden Theorie

Wien - Die Kerne von Roten Riesen rotieren mindestens zehnmal so schnell wie ihre Oberfläche: Das hat ein internationales Astronomenteam unter der Leitung von Paul Beck, einem aus Österreich stammenden Doktoranden an der Universität Leuven in Belgien, herausgefunden und im Wissenschaftsjournal "Nature" publiziert. Die Wissenschafter verwendeten dazu die präzisen Messungen des NASA-Weltraumteleskop "Kepler".

Ein Roter Riese ist eine spektakuläre Phase in der Entwicklung eher massearmer Sterne, auch unsere eigene Sonne wird in etwa fünf bis sechs Milliarden Jahren in dieses Stadium eintreten. Wenn der Vorrat an Wasserstoff für die Fusionsprozesse im Inneren der Sonne aufgebraucht ist, wird sie sich auf das Zehnfache ihrer derzeitigen Größe aufblähen, Venus und Merkur verschlingen und ihre Leuchtkraft verfünfzigfachen. Anschließend schrumpft der Himmelskörper zu einem unspektakulären aber sehr kompakten Weißen Zwerg zusammen, der dann über dutzende Milliarden Jahre stabil bleiben dürfte.

Theorie bestätigt

Um die Phase des Roten Riesen besser zu verstehen, versuchen die Wissenschafter mehr über den Aufbau eines solchen Sterns herauszufinden. Ein völlig unerforschtes Gebiet war bisher die interne Rotation der Sterne. So wie Erdwissenschafter aus der Ausbreitung von Erdbebenwellen auf den Aufbau der Erde rückschließen, nutzen die Astronomen verschiedene Schwingungen, um das Innere von Sternen zu erforschen. Genannt wird diese Technik "Asteroseismologie". Die Schwingungen werden von den Turbulenzen verursacht, vergleichbar mit kochendem Wasser in einem Teekessel. Sie verursachen rhythmische Helligkeitsschwankungen, die sich mit Teleskopen beobachten lassen.

Während sich der Stern zum Roten Riesen aufbläht, kontrahiert gleichzeitig der Kern zu einem extrem dichten und heißen Plasmaball. Bei dieser Entwicklung verändern die verschiedenen Schichten des Sterns ihre Drehgeschwindigkeit. Um den Drehimpuls zu erhalten, verlangsamt sich die Rotation der expandierenden Sternhülle, während der Kern beschleunigt. "Theoretisch wurde das bereits vorhergesagt, uns ist nun erstmals der direkte Nachweis bei drei Roten Riesen gelungen", sagt Beck.

Hintergrund

"Kepler" ist so empfindlich, dass es Helligkeitsvariationen von nur wenigen Millionstel messen kann. "Die Daten sind besser als alles was wir bisher hatten. Wir sehen nun Effekte klar und deutlich, welche wir niemals zuvor entdecken hätten können", so Beck.

Mit der Auswertung der "Kepler"-Daten sind Beck in diesem Jahr schon zwei Publikationen als Erstautor in "Science" und "Nature" gelungen. Der Wissenschafter hat sein Astronomiestudium an der Uni Wien absolviert und arbeitet derzeit an seiner Dissertation an der Universität Leuven in Belgien. An der aktuellen Publikation waren Thomas Kallinger, Post-Doc an der Universität Löwen und dem Institut für Astronomie der Uni Wien, und Michael Gruberbauer, der an der Saint-Mary's University in Halifax (Kanada) an seinem Doktorat arbeitet, noch zwei weitere österreichische Astronomen beteiligt. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Kantig
00
8.12.2011, 15:51
Läuft wie ein Kugellager;-)

Cuchullain
00
8.12.2011, 14:59
"Roter Riese [...], auch unsere eigene Sonne wird in etwa fünf bis sechs Milliarden Jahren in dieses Stadium eintreten."

Ja, aber nur dann, wenn vorher die Welt nicht untergeht!

;)

Peacefaktor
00
9.12.2011, 19:42
????

Was hat das für einen Einfluss auf die Sonne, sollte die Welt untergehen? (wie immer Sie das meinen)

SetllarTom
01
8.12.2011, 11:44
O Mann

all ihr Poster... lests doch zuerst mal ein paar Buecher ueber Grundlagenphysik. Das is ja kaum zu glauben was da an Halbwissen rumkugelt...

Reinhard Kober
01
8.12.2011, 15:39
die halbwissenden ...

... glauben alles noch besser zu wissen als die wissenden.

es ist wie mit der modernen kunst. da hört man allzu oft, was daran kunst sein soll und die banausen von sich behaupten, dass sie das alles sowieso können.

yotix
 
43
8.12.2011, 13:48

a) Bitte nicht von FS3 auf den Geisteszustand aller User schließen; die anderen sind großteils so normal wie Forenuser halt sind (also oft nett und manchmal brutal trollig)

b) Grundlagenphysik kriegt man in österreichischen Schulen halt kaum mit ... in "meinem" Gymnasium gab's nur überforderte, unfähige Physiklehrer, die die Klasse sowas von überhaupt nicht unter Kontrolle hatten, dass wir statt Physik zu lernen im Unterricht Pornohefte getauscht haben und so weiter.

SetllarTom
00
8.12.2011, 11:43
O Mann

Stuff
04
8.12.2011, 04:27
"…dass es Helligkeitsvariationen von nur wenigen Millionstel…"

Millionstel von was?

Der sich den Wolf tanzt
04
8.12.2011, 15:19
von 42?

yotix
 
00
8.12.2011, 10:40

Von einem Promille? :)

F S 3
106
8.12.2011, 02:14
Eigentlich ist es ja klar, daß die ATMOSPHÄRE eines Sterns anders rotiert, als der Stern selbst, wiewohl dies zweifelsohne ein äußerst beachtenswerter Nachweis ist, dessen Leistung…

…auch die recht "angepaßte" Interpretation entschuldigt.

…Rote Riesen sind als Sonnen entzündete Gaskugeln, deren umgebende Stromdichte zu gering ist, um eine regulierende Photospäre (Bogenentladung) auszubilden, weshalb ihre Atmosphäre ständig wächst/schrumpft, da sie über die Aufnahmefläche versuchen ein Gleichgewicht der ab/zuströmenden Ladungsträger zu erhalten und einer kathodenlosen Koronaentladung (wie bei Überlandleitungen) entspricht:

http://derstandard.at/plink/125... 2/15109284

Gut zu sehen auch im Falle von HD 1254, wo ein angeblicher "Sonnenfleck" (eigentlich sieht man bloß durch die Korona zum DUNKLEN Zentralgestirn) den halben Stern bedeckt:
http://derstandard.at/plink/324... 35/8869776

Bitte Bitte
00
10.12.2011, 02:04
Ich habe schon immer gewusst, dass ...

... die Rote Riesen wegen einem Wackelkontakt ständig wachsen und schrumpfen

... und deswegen Turbulenzen in der Atmosphäre haben

... und nicht wegen der wechselnden Energiebilanz bei der Kernfusion vom H zum Fe

... und der Kern schneller dreht wie Hülle (hat mir Ingrid Wendl anhand der Pirouette erklärt)

... und vielleicht wollte der Artikel nur über "Astroseismologie", Helligkeitsschwankungen und Österreich berichten

... und ein Wackelkontakt ist halt nicht so spektakulär.

Ihnen trotzdem auch weiterhin stets treu ergeben

B.B.

friedemann0
03
8.12.2011, 16:45
Und die Finger von FS3 waren wieder mal

viel schneller als sein Hirn...

erebos
02
8.12.2011, 14:46
WHAT IS YOUR MAYOR MALFUNCTION FS3 ??!!!

Greyarea
 
11
8.12.2011, 10:33
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

NONE
18
8.12.2011, 09:45

[x] Ich besuche derstandard.at weil ich mich auf abenteuerliche Erklärungen von FS3 freue.

marty fink
00
9.12.2011, 08:02
check! ;-)

Honzo1122
45
8.12.2011, 10:21

LooL. "Abenteuerliche Erklärungen". Jaja, aus diversen jenseitigen Blogs kopiert...

yotix
 
33
8.12.2011, 13:23

Oder von offen antisemitischen/rechtsextremen Narren-Verlagen: nexus magazine etwa vermischt Elektriker-Universum mit UFO-News, new-world-order-Paranoia und Holocaustleugnung, der völllig irre Koppverlag macht dasselbe, nur einen Hauch weniger offen antisemitisch ("Mossad hat Haider ermordet und twintowers gesprengt") ...

F S 3
25
8.12.2011, 10:09
:) Herzlichen Dank…

…In welchen finsteren Zeiten sind wir nur gelandet, wenn korrekte physikalische Erklärungen (die im Übrigen durch immer neue Beobachtungen bestätigt werden), als "abenteurlich" bezeichnet werden, während die physikalisch wahrlich "abenteuerlichen" Interpretationen eines kosm.Standardmodells als Tagesgericht unwidersprochen hinentergeschluckt werden?

Julian Bashir
01
8.12.2011, 00:11
Herzlichen Glückwunsch, Paul!

Ein ehemaliger Studienkollege. :-)

AndiBacher1985
130
7.12.2011, 23:09

Ist ja schön und gut, aber ganz ehrlich - wozu braucht man solch ein "abstraktes" Wissen?!

Wir wissen ja nicht einmal ob diese schwarzen Sonnen existieren - warum sollte man da dann herumrechnen und analysieren!?

Ich bin ja ein Wissenschaftsfreund, aber meiner meinung nach sollte man das beschränkte Geld lieber in etwas sinnvolles für die Menschen stecken, wie zum beispiel Biochemie, das uns hilft Krankheiten zu heilen.

aeff
01
9.12.2011, 17:53
so, und jetzt husch husch in den Wald zurück

Trollzeit ist vorbei

legion
17
8.12.2011, 00:19
"Ich bin ja ein Wissenschaftsfreund,..."

Nein, das kann ich so nicht glauben!

Was sind "schwarze sonnen"? Falls Sie schwarze löcher meinen - gerade die sieht man eben nicht direkt sondern durch "herumrechnen und analysieren". Und ja, die gibt es tatsächlich!

Und weiter: GRUNDLAGENFORSCHUNG!!! (und ich möchte mich gleich höflich für meine brüllerei zu so später stunde entschuldigen). Etwas das nicht auf den ersten blick (manchmal auch auf den zweiten, dritten) praktisch sinnvoll erscheint bedingt dann x nachfolgeentwicklungen die dann sehr wohl praktisch relevant sein können.

Z. B. als Leibnitz das binärsystem als erster beschrieb hat sicher auch jemand gesagt: "brauch ma net, fia wos den, sui liaba die wiesn mahn!" :-)

AndiBacher1985
82
8.12.2011, 01:35

1) Schwarze Löcher wurden noch nie direkt beobachtet, und die Aussage "die gibt es tatsächlich" ist daher nur populistisch.

2) Biochemie gitb es auch Grundlagenforschung

3) Das Binärsystem das Leibnitz gefunden hat war zu damaligen Zeiten tatsächlich sinnlos, vielmehr war es so eine triviale Erfindung, sodass jeder, der vl. später einen praktischen Rechner bauen wollte, die paar Regeln inklusive Beweise innerhalb von einer halben Stunde neben einem Kaffee herleiten hätte können.

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