Das Ziel ist erkannt, die EM 2013 keine Utopie

Florian Vetter, 8. Dezember 2011, 16:02
  • Ausnahmeathlet Moritz Lanegger (BK Klosterneuburg) hat das Potenzial für ein Auslandsabenteuer.
    foto: öbv/novak

    Ausnahmeathlet Moritz Lanegger (BK Klosterneuburg) hat das Potenzial für ein Auslandsabenteuer.

  • Nicht im Niemandsland: Österreich hat im Sommer EM-Teilnehmer Georgien in der Vorbereitung geschlagen.
    foto: öbv/novak

    Nicht im Niemandsland: Österreich hat im Sommer EM-Teilnehmer Georgien in der Vorbereitung geschlagen.

  • Robert Langer, ÖBV-Sportkoordinator: "An einem guten Tag ist gegen die Großen viel möglich".
    foto: öbv/novak

    Robert Langer, ÖBV-Sportkoordinator: "An einem guten Tag ist gegen die Großen viel möglich".

Die Tür zur Basketball-EM 2013 steht für Österreich offener denn je - Eine Sensation ist möglich, die Gegner sind aber keine Namenlosen

Wien - Der Weg von der Erde zur Sonne ist durchaus ein weiter - So weit wie ungefähr der von Österreichs Basketballnationalteam zur erfolgreichen Qualifikation für eine Europameisterschaft. Bisher. Dank der Aufstockung auf 24 Teams und der Zusammenlegung der Divisionen A und B haben Österreichs Basketball-Herren erstmals seit Jahrzehnten wieder eine realistische Chance auf eine EM-Teilnahme.

Der europäische Basketballverband FIBA Europe hat das Starterfeld nicht aus Jux ausgedehnt, die Leistungsdichte in Europa ist gewaltig. Bei der letzten WM anno 2010 schafften neun von zehn europäischen Teams den Einzug ins Achtelfinale. "Durch die Zweiteilung waren die Teams aus der B-Divsion dazu verdammt, sich maximal für die übernächste EM qualifizieren zu können. Für die Spieler muss das die größte Motivation sein. Es sind nicht zwei oder drei starke Jahre notwendig um dabei zu sein, es reicht ein guter Sommer", sagt Robert Langer, Sportkoordinator des österreichischen Basketballverbandes.

Duelle mit NBA-Spielern

Mit Kroatien wartet als Topteam die aktuelle Nr. 19 der FIBA-Weltrangliste, dazu gesellen sich in Gruppe C Ukraine, Ungarn und Zypern. "Über Kroatien brauchen wir nicht reden, auch die Ukraine und Ungarn waren in den letzten Jahren ständig in der A-Division vertreten, sind also über uns zu stellen. Nur Zypern ist von der Papierform schwächer," sagt Langer. Die Ukrainer haben mit Center Kyrylo Fesenko einen aktuellen NBA-Spieler in ihren Reihen, bei den Ungarn steht Adam Hanga in der Millionenliga ante portas (an 59. Stelle gedraftet von den San Antonio Spurs). Österreich hat keinen Fesenko, keinen Hanga, aber immerhin jede Menge junge Hüpfer mit Spielpraxis. In der heimischen Liga werden die Schlüsselpositionen eins (Spielmacher) und fünf (langer Lulatsch in der Zone) nicht mehr traditionell von Legionären besetzt. Österreicher, die nur mitlaufen und verteidigen, das ist Schnee von gestern.

Nicht einmal vier Wochen dauert die Qualifikation, für Österreich sei das nicht unbedingt von Vorteil. Langer hofft auf einen schlagkräftigen Kader von 15 Leuten, denn "wenn alle drei Tage ein Spiel ist, dann wird das Team nicht immer in der gleichen Besetzung antreten können. Die Favoriten haben ein größeres Reservoir an Top-Spielern, aus dem sie schöpfen können. Wenn uns ein oder zwei Leistungsträger ausfallen, wird es schwierig."

Augen öffnen

Einer der Rot-Weiß-Rot helfen könnte, wäre Benjamin Ortner, Legionär bei Cantu in Italien. Er stand die letzten Jahre wegen chronischer Patellasehnenprobleme nicht zur Verfügung, musste im Sommer regelmäßig rehabilitieren um eine weitere anstrengende Saison in der Serie A zu überstehen. Österreichs Ausnahme-Basketballer Stjepan Stazic, ehemals ausgestattet mit NBA-Potenzial, mischt die Liga zwar seit zwei Jahren als bester Werfer auf, ist aber nicht unbedingt das, was man einen Teamplayer nennt. Er wird wohl nicht dabei sein. Qualität ist vorhanden, die Richtigen müssen halt spielen. Wie etwa Rasid Mahalbasic (Fenerbahce Istanbul) und Moritz Lanegger, die beide mit 21 Jahren schon nicht mehr wegzudenken sind aus Team Austria. Und Anton Maresch nutze eine gute Performance bei der U20-EM im Sommer zum Absprung in die zweite spanische Liga.

Eine EM-Teilnahme würde in Österreich einige Augen öffnen, die Sportöffentlichkeit wäre endlich informiert. Basketball ist nicht Volleyball. Auch hinsichtlich der Trainingslager im Vorfeld. Langer: "Es wird keine monatelange Vorbereitung geben, im internationalen Basketball gibt es nur die Sommerpause, da werden wir intensiv Camps abhalten. Es ist nicht mehr so weit bis ins Rampenlicht, wir brauchen uns nicht verstecken." (derStandard.at, 9.12.2011)

EM-Qualifikation für die Eurobasket Slowenien 2013:

Gruppe A: Serbien, Israel, Montenegro, Estland, Slowakei, Island

Gruppe B: Deutschland, Bulgarien, Aserbaidschan, Schweden, Luxemburg

Gruppe C: Kroatien, Ukraine, Ungarn, Österreich, Zypern

Gruppe D: Georgien, Bosnien, Lettland, Niederlande, Rumänien

Gruppe E: Finnland, Polen, Belgien, Schweiz, Albanien

Gruppe F: Türkei, Italien, Portugal, Tschechien, Weißrussland

Spielplan: Zypern - Österreich 15.8.2012, Österreich - Ukraine 18.8., Ungarn - Österreich 21.8., Österreich - Kroatien 27.8., Österreich - Zypern 30.8., Ukraine - Österreich 2.9., Österreich - Ungarn 5.9., Kroatien - Österreich 11.9

Kommentar posten
15 Postings
Die Termine schauen nicht gerade ideal aus

Die liegen Großteils in der Vorbereitungszeit der einzelnen ABL-Klubs bzw. sind (zu Beginn) eigentlich direkt nach der Urlaubsphase, wo es schon seit 2 Monaten kein Spiel mehr gegeben hat.

Naja wünsch ihnen alles Gute, war mir eine Ehre gegen einige in der Jugen spielen zu können und zumindest ein paar Trainings mitm Richi Poiger.

wenn man so wie hanga an 59. stelle (noch dazu in einem schwachen jahrgang) gedraftet wird, steht man alles andere als "ante portas".

bitte nicht in der Wiener Stadthalle B spielen ...

... das hat so überhaupt keinen Sex! Und Leut kommen auch keine!

Genau

Die Halle macht nichtmal in der 1. Klasse spaß.

geb ihnen recht, thomas!

das ist ein besseres familientreffen! aber hoffe doch, dass in wien gespielt wird! dann sind wir dabei und ich freu mich schon!

"Österreichs Ausnahme-Basketballer Stjepan Stazic, mischt die Liga zwar seit zwei Jahren als bester Werfer auf, ist aber nicht unbedingt das, was man einen Teamplayer nennt"

So ein Nonsens. Stjepan ist laut ABL Homepage der 4.Beste Assistgeber der Liga.

So kann man den Satz nicht stehen lassen. Für mich Ahnungslosen klingt das nach "jemand der im Verband besser vernetzt ist soll SG spielen". MMn kommt man an Stjepan Stazic nicht vorbei (wenn mans ernst meint). Sympathien hin oder her - NT ist kein Kindergeburtstag.

persönlich

nimm an du hast noch nie die "ehre" gehabt stjepan kennen zu lernen. sonst würdest wissen, was mit dem satz gemeint sein könnte...

Das stimmt allerdings - ich kenn ihn nicht persönlich.

Ist jetzt bei Sportlern aber auch nicht so ungewöhnlich, dass da auch ein paar "schwierige" Charaktere dabei sind. Oder?

Nein aber genau das schreibt ja der Journalist =)

... ok ok, ich bin schon ruhig ;-)

Das NT ist ohnehin für die Jungen wichtiger - die sollen sich gefälligst ins internationale Rampenlicht spielen. Solange Stazic für die Wiener seine Dreier macht solls mir auch recht sein =)

Teamplayer zeichnen sich aber nicht unmittelbar nur durch Assists aus =)

"ist aber nicht unbedingt das, was man einen Teamplayer nennt" ---> Begründung ?

Vielleicht gabs ja einen Vorfall, der das rechtfertigt ... was weiß denn ich. Aber ohne Erklärung klingt das wie: "Der Stjepan spielt super Basketball - ist aber ein riesen Ar*******". Weiß nicht, ob das das ist, was der Journalist uns mitteilen wollte - ich finde es jedenfalls nicht korrekt.

Sagen wir es höflich:

Von der Einstellung wäre er ein super Tennisspieler...

Der Kandidat hat 100 Punkte ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.