Nach Berücksichtigung der Kritikpunkte "lebbares und machbares Modell" entstanden
Wien - Einen "organisatorischen Supergau" hatte die
AHS-Lehrergewerkschaft in ihrer vernichtenden Stellungnahme zum
ursprünglichen Gesetzesentwurf zur Modularen Oberstufe befürchtet.
Mit dem gestern, Dienstag, vorgestellten adaptierten Modell von
Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und VP-Bildungssprecher
Werner Amon kann sich Gewerkschaftsvorsitzender Eckehard Quin (FCG)
aber durchaus anfreunden. Viele - vor allem auf die Organisation
bezogene - Kritikpunkte seien aufgenommen worden. "Wird das wirklich
so umgesetzt, glaube ich, dass man etwas sehr sinnvolles daraus
gemacht hat", so Quin zur APA.
Die AHS-Gewerkschaft habe die Grundidee des Modells, das u.a. eine
semesterweise Beurteilung und eine Reduktion der
Klassenwiederholungen vorsieht, "schon immer begrüßt". "Aber für die
operative Umsetzung braucht man Konzepte, die nicht zu einem
organisatorischen Irrsinn führen", erklärt Quin die Kritik vom Juli.
"Diese hat man, soweit ich das aus Gesprächen mit dem
Unterrichtsministerium weiß, insoweit berücksichtigt, dass nun ein
lebbares und machbares Modell entstanden ist." So sei etwa der
Aufgabenbereich des Lerncoaches klarer definiert worden.
Defizitbeseitigung und Begabtenförderung
Nun erwartet sich Quin einen Gesetzestext, um die Neuerungen
schwarz auf weiß zu sehen. "Man hat es noch nicht der Mühe wert
gefunden, uns das zukommen zu lassen." Zufrieden zeigte er sich
jedoch schon jetzt mit den zusätzlichen Mitteln für Fördermaßnahmen -
vor allem für begabte Schüler. Bisher konnten vom Ministerium
gewährte Fördermittel laut Quin nur für die Beseitigung von
Leistungsdefiziten verwendet werden. Mit der von Schmied
angekündigten Aufstockung um 35 Prozent (etwa 5 Mio. Euro pro Jahr)
komme auch die Neuerung, dass es der Schule frei steht, was sie im
Rahmen der Förderung damit tut. "Wir können dann die Mittel nicht nur
zur Defizitbeseitigung, sondern auch zur Begabtenförderung
einsetzen", meint Quin.
Das Modell der Modularen Oberstufe ab der zehnten Schulstufe soll
an allen 850 AHS-Oberstufen und berufsbildenden mittleren und höheren
Schulen (BMHS) schrittweise ab 2013 eingeführt und mit Beginn des
Schuljahres 2017/18 vollständig umgesetzt sein. Ziel der Maßnahme ist
laut Schmied bessere Vorbereitung auf die Universitäten und die
Halbierung der Klassenwiederholungen. (APA)