Modulare Oberstufe

Modell für AHS-Gewerkschaft "durchaus sinnvoll"

7. Dezember 2011, 12:37

Nach Berücksichtigung der Kritikpunkte "lebbares und machbares Modell" entstanden

Wien - Einen "organisatorischen Supergau" hatte die AHS-Lehrergewerkschaft in ihrer vernichtenden Stellungnahme zum ursprünglichen Gesetzesentwurf zur Modularen Oberstufe befürchtet. Mit dem gestern, Dienstag, vorgestellten adaptierten Modell von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und VP-Bildungssprecher Werner Amon kann sich Gewerkschaftsvorsitzender Eckehard Quin (FCG) aber durchaus anfreunden. Viele - vor allem auf die Organisation bezogene - Kritikpunkte seien aufgenommen worden. "Wird das wirklich so umgesetzt, glaube ich, dass man etwas sehr sinnvolles daraus gemacht hat", so Quin zur APA.

Die AHS-Gewerkschaft habe die Grundidee des Modells, das u.a. eine semesterweise Beurteilung und eine Reduktion der Klassenwiederholungen vorsieht, "schon immer begrüßt". "Aber für die operative Umsetzung braucht man Konzepte, die nicht zu einem organisatorischen Irrsinn führen", erklärt Quin die Kritik vom Juli. "Diese hat man, soweit ich das aus Gesprächen mit dem Unterrichtsministerium weiß, insoweit berücksichtigt, dass nun ein lebbares und machbares Modell entstanden ist." So sei etwa der Aufgabenbereich des Lerncoaches klarer definiert worden.

Defizitbeseitigung und Begabtenförderung

Nun erwartet sich Quin einen Gesetzestext, um die Neuerungen schwarz auf weiß zu sehen. "Man hat es noch nicht der Mühe wert gefunden, uns das zukommen zu lassen." Zufrieden zeigte er sich jedoch schon jetzt mit den zusätzlichen Mitteln für Fördermaßnahmen - vor allem für begabte Schüler. Bisher konnten vom Ministerium gewährte Fördermittel laut Quin nur für die Beseitigung von Leistungsdefiziten verwendet werden. Mit der von Schmied angekündigten Aufstockung um 35 Prozent (etwa 5 Mio. Euro pro Jahr) komme auch die Neuerung, dass es der Schule frei steht, was sie im Rahmen der Förderung damit tut. "Wir können dann die Mittel nicht nur zur Defizitbeseitigung, sondern auch zur Begabtenförderung einsetzen", meint Quin.

Das Modell der Modularen Oberstufe ab der zehnten Schulstufe soll an allen 850 AHS-Oberstufen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) schrittweise ab 2013 eingeführt und mit Beginn des Schuljahres 2017/18 vollständig umgesetzt sein. Ziel der Maßnahme ist laut Schmied bessere Vorbereitung auf die Universitäten und die Halbierung der Klassenwiederholungen. (APA)

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bittdigorschee
00
19.12.2011, 18:19

ein bildungssprecher der seinen uni-titel auf einem dubiosen institut (imadec) gemacht hat, ohne matura oder berechtigungsprüfung... haha, die övp vera.... doch alle

agrarrohstoff lebendrind ?
08
7.12.2011, 19:16
man hätte den klassenverband abschaffen müssen

schulklassen sind zwangsgemeinschaften, in denen (auch in der AHS) immer häufiger schüler mit "bildungsfernem" verhalten (gelinde ausgedrückt) dominieren und sogenannte "streber" unterdrücken. es wird in österreich geduldet, das die bildungsfernen oft den ton angeben, bildungswillige als "streber" verachtet werden können, und es ist cool, wenn sich erwachsene z.b. im fernsehen hinstellen und sagen: "seht her, ich war in der schule immer schlecht und faul, und habe es doch sehr weit gebracht!"

das dem schwarzen/konservativen quin eine typisch österreichische lösung recht ist (nicht fisch, nicht fleisch) ist klar. wieder eine verpatzte chance!

sound and vision
30
9.12.2011, 03:27
bei dem lehrpersonal,

das in österreichs schulen zum teil fuhrwerkt, ist es tatsächlich alles andere als eine schande, schlechte noten bekommen zu haben. denn schlechte bzw. gute noten sagen meist genau nichts über den wissenstand, die fähigkeiten oder gar die intelligenz ihrer schüler aus.

viel zu viele noten kommen aufgrund blinden gehorsams und auswendiglernerei samt vergessen, wenn das plus/der einser ergattert wurde (was die selbstständigkeit und reife der schüler nur unterstreicht), zustande. viel zu viele lehrer schaffen es nämlich nicht, den schülern sinn und freude am fach zu vermitteln, deshalb dieses stupide strebern samt "sehr gut" und vergessen.

und deshalb auch: "depperte streber"

agrarrohstoff lebendrind ?
20
9.12.2011, 20:12
ja,

auch (nicht nur, aber auch) beim lehrpersonal liegt vieles im argen. der AHS-lehrer kann mehr oder weniger machen, was er will.

(AHS-lehrer seit vielen jahren)

Penelope11
00
11.12.2011, 17:28
Wovon bitte reden Sie???

stall
02
9.12.2011, 07:25
was sie blinden gehorsam nennen

sehe ich als gute erziehung. auswendiglernen sollte wieder zur tugend erhoben werden. auswendig gelerntes richtig wiederholt vergisst man nicht. wenn man dann was kann, dann fängt die freude am wissenserwerb erst an.
nicht umsonst galt bei den römern auswendig zu deklamieren als tugend.

sound and vision
00
9.12.2011, 10:13
achja, und

bitte unterscheiden Sie zwischen gehorsam und disziplin:

http://www.youtube.com/watch?v=2rYLUW2RGSk

sound and vision
10
9.12.2011, 10:11
gedichte, rollentexte aus theaterstücken

oder andere literarische texte auswendig zu lernen erachte auch ich als das leben sehr bereichernd.

oben meinte ich jedoch, sachtexte und erklärungen aus büchern, mitschriften etc. auswendig zu lernen, anstatt ihren sinn zu verstehen.

da geben sich viele lehrer viel zu schnell zufrieden, nämlich bereits dann, wenn etwa beim test das dort steht, was auch im buch steht. da gibt es dann ein "sehr gut", obwohl der schüler nicht den funken einer ahnung hat, worum es eigentlich geht. überdies vergisst er diesen text sofort nach erhalt der guten note wieder.

tipp: fragen sie jugendliche, wie lange sie sich den großteil des stoffes merken. die antwort wird oft sein: "bis ich die (gewünschte) note habe."

m rams
02
9.12.2011, 11:18
Sie schreiben vielleicht einen Schmarrn

In Geografie Flüsse, Städte, Länder, ..., in Geschichte Anfang/Ende 2. WK, ..., in D Grammatikregeln, ..., in M Punkt vor Strich Regel, ... etc. sind auswendig zu lernen und da gibt es auch erst mal keinen tieferen Sinn zu verstehen. Aber alles das ist die Grundlage dafür überhaupt irgendwann in diesen Fächern etwas zu verstehen.

Und meiner Erfahrung nach als Schüler und Lehrer reicht ein stures auswendig lernen praktisch in den seltensten Fällen für ein Sehr Gut, oft nicht mal für eine positive Note. Und ich habe noch nie einen Schüler kennen gelernt, der durchgehend gute Noten nur durch auswenig lernen erreicht hätte. Im Gegenteil, genau das wird gerne von den schwächeren Schülern unterstellt, die von sich auf andere schließen.

sound and vision
20
9.12.2011, 12:05
wollen oder können

Sie nicht verstehen, wenn ich schreibe: "auswendig zu lernen, anstatt (den) sinn zu verstehen."?

ad können: das ist Ihr eindruck aus Ihrem eingeschränkten sichtfeld, das mit der realität wenig zu tun hat. oder meinen Sie tatsächlich, dass mit diesem auf-belohnung-hin-lernen nachhaltig ein lernerfolg garantiert ist?

ad wollen: augenscheinlich schauen Sie zu wenig genau hin. wäre halt die fähigkeit zur selbstkritk notwendig, die halt leider auch nicht sehr verbreitet in div. konferenzzimmern.

und: "schwächere schüler" mit schlechten noten gleichzustellen ist eine kombination aus nicht wollen und können.

m rams
02
9.12.2011, 22:37
Wie gesagt, mit auswendig lernen

erreicht man selten (sehr) gute Noten. Und diese Methode wird praktisch ausschließlich von schwächeren Schülern (egal ob nicht wollen oder nicht können) angewendet. Und manche dieser Schüler benutzen dann auch den abwertenden Begriff "Streber" und meinen, dass die ja auch nur auf den nächsten Test lernen würden und genauso wenig wie man selbst verstünden. Das Gegenteil ist aber in der Regel der Fall, gute Noten erreicht man in den wenigsten Fällen mit auswendig lernen (alleine).

Auf Belohnung hin lernen? Das unterstellten Sie, nicht ich.

Und Selbstkritik würden Ihnen am allerwenigsten schaden. Schon allein der Begriff "Streber" v.a. in Kombination mit "deppert" (...) spricht Bände über Sie und über das Eck aus dem Sie argumentieren.

Heavyweather
02
8.12.2011, 20:16

Die Klassen sind zu groß. Sinnvoll wären maximal 12 Schüler.

Heavyweather
00
8.12.2011, 20:09

Es geht hier um die Oberstufe AHS...
Da sind die Bildungsfernen Schüler schon aussortiert.

Penelope11
00
11.12.2011, 17:29
Das stimmt nicht!

fesche finanzbeamtin
00
9.12.2011, 19:52
NNEEIINN!

da kommen viele erst rein - in die BORGs!

bhikkhu
00
8.12.2011, 19:17
weiters..

muss die schule in zukunft große teile der erziehung die früher im elternhaus stattfand übernehmen, die ganztagsschule tut das aber in einem unzureichenden maße. das "bildungs-"volksbegehren spricht von der übertriebenen zeit, die die jugendlichen zuhause für die schule aufwenden müssen. daran kann ich nichts schlechtes erkennen, ist doch das erledigen von selbst- und eigenständigen aufgaben etwas, das gelernt werden muss. in der praxis siehts dann in der ganztagsschule so aus, dass den kindern jeder handgriff vorgekaut wird. anstelle der selbstständigwerdung werden die kinder immer mehr entmündigt. würde man an verschwörungstheorien glauben, könnte man meinen die politik möchte gar keine selbständig denkenden menschen erziehen.

Politisch unkorrekt
01
8.12.2011, 13:41
Schule ist per se eine Zwangsgemeinschaft. Der Staat zwingt zu (Schul)bildung, die Eltern dasKind zur Schulwahl etc.

Es ist außerdem absurd zu glauben dass eine "homogene" Klasse möglich ist oder auch nur sinnvoll wäre.

bhikkhu
01
8.12.2011, 19:13
gerade...

wenn einem die tatsächliche und nicht die zum unreflektierten schlagwort gewordene individualisierung am herzen liegt kann man vom konzept der ganztagsschule eigentlich nichts halten.
die grundidee der gesamtschule war immer eine ideologische, nämlich allen gleiche chancen zuteil werden zu lassen. so ehrbar dieses ziel auch ist, es funktioniert erstens nicht, weil die menschen nicht gleich sind und sich das zweitens auch durch das bloße verwenden des begriffes "individualisierung" ohne konkrete konzepte wie diese auszusehen hat nicht ändern lässt. ganz fundamental: von individualisierung zu reden und dann alle zu zwingen genau das gleiche zu machen (gesamtschule) ist eigentlich ein hohn.

Politisch unkorrekt
00
8.12.2011, 19:50
Meinen Sie jetzt Ganztagsschule (1. Absatz) oder Gesamtschule mit Ihrer Kritik.

Wie auch immer, meine Einstellung zur Gesamtschule ist nicht primär der Chancengleichheitsgedanke sondern die Überlegung dass einen bundesweit einheitlich Schulorganisation enorme Einsparungen an Overhead bringen kann wobei die freiwerdenden Mittel dann in die Schulen selbst investiert werden könnten.

Unabhängig von Output, Individualisierung etc. bekommen wir trotz sehr hoher Ausgaben für das Schulsystem nicht einmal kleine Klassen, Schulmahlzeiten und Ganztagesbetreuung zustande.

LL MM
02
8.12.2011, 08:14

Ja, was meinen Sie, was hinter der Idee der Gesamtschule steckt? Genau, das Bilden solcher "Zwangsgemeinschaften", wie Sie es nennen. Und grad das wird meines bescheidenen Wissens nach nicht von der ÖVP forciert.

soisteshalt
00
7.12.2011, 14:13
Modulsystem, welches keines ist - wieder nur "österreichische" Lösungen zum Ko****!

Ein wenig das, ein bißerl dies und zum Schluss kommt nur zusammengeflickter Murks heraus ohne Sinn und Ziel! Wenn ein Modulsystem, welches mM. in der Oberstufe sicher sehr sinnvoll umgesetzt werden kann, dann ein richtiges. Modulsystem und Klassenverband wiedersprechen sich. Dann gäbe es auch keine (verkürzte) Diskussion umd Sitzenbleiben mit 1,2,3,4,5.. Fünfer. Grundmodule, die jeder machen muss, Ergänzungs- und Vertiefungsmodule sowie für die Schwächeren zusätzliche Unterstützungsmodule. Dauer je 1 Semester. Ist man Halbzeit negativ -> Unterstützungsmodul. Ist ein Modul am Ende negativ, dann EINE Prüfungswiederholung und ansonsten ist (nur!) das Modul zu wiederholen. Kein Sitzenbleiben mit Mitnahme der Noten (-> totaler Schwachsinn!?)

Alfred Moosbrugger
03
7.12.2011, 16:53

Das so genannte Modulsystem, das den Klassenverband beibehält, ist unwahrscheinlich aufwändig in der Administration und vereinigt die Nachteile des Klassenverbandes mit jenen des Modulsystems.

Da haben Sie vollkommen recht.

D/E
13
7.12.2011, 16:39
Wie würden Sie sich ein "richtiges" Modulsystem vorstellen?

Wir (Lehrer/innen) sehen die Gefahr des administrativen Supergaus, wenn Schüler/innen tatsächlich selbst entscheiden, wann sie ein Modul zu machen gedenken.

Meine Meinung passiert einfach
 
00
7.12.2011, 19:43
Und ein richtiges Modulsystem

könnte meiner Meinung nach auch ruhig ähnlich ausschauen wie das amerikanische High-School System, das ist nach Berichten von Leuten, die da durch gegangen sind, durchaus in dieser Richtung, dass man Fächer im Rahmen des Angebotes der Highschool frei wählt, mit ein paar Pflichtfächern, und sogar Ausbildungen für die unsrigen Lehrberufe als normale Kurse angeboten werden.

D/E
03
7.12.2011, 20:55
Ich hätte da auch ein paar Erfahrungsberichte von

HTL-Schülern, die ein Highschooljahr absolviert haben.

Da gab es folgende Übereinstimmungen:

1. Es war sehr schön dort.
2. Sie hatten viel Spaß.
3. Sie haben viel gelernt, was Persönlichkeitsbildung, menschliche Begegnungen etc. betrifft.
4. Akademisch haben sich sich praktisch nicht weiterentwickelt.
5. Das Bildungsniveau der amerikanischen Mitschüler/innen und der Highschool-Lehrer/innen war inferior.

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