Südafghanistan

19 Zivilisten bei Bombenexplosion getötet

7. Dezember 2011, 12:31

Sprengsatz explodierte am Straßenrand - Behörden machen Taliban für Tat verantwortlich - Präsident bricht Europareise ab

Kabul - Bei einem Bombenanschlag in Südafghanistan sind am Mittwoch erneut mindestens 19 Menschen getötet worden. Präsident Hamid Karzai hat indes seine Europareise wegen der Anschläge gegen schiitische Muslime vom Dienstag abgebrochen und ist nach Kabul zurückgekehrt. Nach der Afghanistan-Konferenz in Bonn und einem Kurzbesuch in Berlin wollte Karzai am Dienstag eigentlich zu einem Treffen mit Premierminister David Cameron nach London weiterreisen.

"Der Präsident (...) hat aufgrund der Terroranschläge seinen geplanen Besuch in Großbritannien abgesagt", hieß es in einer Erklärung des Präsidentenpalastes. Bei dem Selbstmordanschlag während des Ashura-Festes waren in einem schiitischen Schrein in der Altstadt von Kabul am Dienstag fast 60 Menschen getötet und etwa 130 verletzt worden. Im nordafghanischen Masar-i-Sharif hatte es bei einem weitere Sprengstoffanschlag in der Nähe einer schiitischen Moschee vier Tote gegeben.

Am Mittwoch explodierte ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz in der südlichen Unruheprovinz Helmland, als ein Kleinbus vorbeifuhr, wie ein Sprecher des Gouverneurs sagte. Ein Kommandant der Sicherheitskräfte in der Provinz gab die Zahl der Opfer mit 19 an. Unter den Toten waren nach Angaben des Behördensprechers Frauen und Kinder. Sie waren demnach auf dem Weg von der Provinzhauptstadt Lashkar Gah in den Bezirk Sangin gewesen. Selbstgebaute Sprengsätze sind die bevorzugte Waffe der radikalislamischen Taliban im Kampf gegen die Soldaten der NATO-Truppe ISAF.

Extremisten bekennen sich zu Anschlag vom Dienstag

Zu den Taten vom Dienstag hatte sich die aus Pakistan operierende sunnitische Extremistengruppe Lashkar-e-Jhangvi al-Alami bekannt. Die radikal-islamischen Taliban hatten jede Verantwortung zurückgewiesen. Für den Anschlag am Mittwoch machten die Behörden radikal-islamische Taliban verantwortlich.

Wie die US-Botschaft in Kabul am Mittwoch mitteilte, ist unter den Todesopfern des Anschlags in Kabul auch ein US-Staatsbürger. Der Mann habe sich privat in Afghanistan aufgehalten und sei kein Mitarbeiter der Regierung gewesen. Die Botschaft sei mit den Angehörigen in Kontakt. Zahlreiche Opfer wurden bereits wenige Stunden nach den Anschlägen der islamischen Traditionen entsprechend beigesetzt. Nach Polizeiangaben verliefen die Trauerzüge zunächst friedlich.

Die Anschläge hatten weltweit für Entsetzen gesorgt, da gezielte Angriffe gegen die schiitische Minderheit in Afghanistan anders als im Nachbarland Pakistan oder im Irak bisher äußerst selten waren.

Lashkar-e-Jhangvi al-Alami hatte allerdings bereits in der Vergangenheit in Pakistan immer wieder Attentate auf religiöse Minderheiten wie Schiiten und Mitglieder der Ahmadiyya-Minderheit mit Hunderten Toten verübt. Die Terrororganisation gilt als Splittergruppe der in den 1980er Jahren gegründeten Gruppe Lashkar-e-Jhangvi. Pakistans Ex-Präsident Pervez Musharraf hatten die militante Sunniten-Organisation im Jahre 2002 als terroristische Vereinigung verboten. (APA)

Phoenixx
 
01

Hätte man die Milliarden Dollars, die man in den letzten 10 Jahren in die dortige Kriegsführung gesteckt hat, in soziale Entwicklung investiert - sprich Schulen, Arbeitsplätze, Wirtschaft etc. würden die Afghanen und in weiterer Folge auch die ganze Region wesentlich besser dastehen - und die Menschen dort hätten auch nicht mehr diesen Groll und Hass gegen den "Westen".

Alles eine Frage der Möglichkeiten und Perspekitven die man Menschen bietet.

mml1
12
8.12.2011, 14:21
Alles Mitglieder der "Religion des Friedens und der Barmherzigkeit"

Wenn die keine Andersgläubigen finden bringen sie sich eben gegenseitig um. Seit der Erfindung des Islam darf der Blutfluss nie versiegen.

"Bildausfall..."
40
7.12.2011, 19:56
"Selbstgebaute Sprengsätze

sind die bevorzugte Waffe der radikalislamischen Taliban im Kampf gegen die Soldaten der NATO-Truppe ISAF."
Und umgekehrt. Nur nennt man sie dann "Drohnen" ...

Kpt.Blaubart
51
7.12.2011, 17:06
Gleiches Spiel noch einmal

Wie im Irak, ein paar Autobomben durch die CIA den anderen in die Schuhe schieben, in der Hoffnung das darum gebeten wird, dass die Amis länger bleiben.

Danuselli
50
7.12.2011, 13:04

Täglich grüßt das Murmeltier,.....

wie üblich die ersten Verdächtigen sind die Taliban

Der Kluge
05
7.12.2011, 15:28

Wer hat sich den bislang mit Attentaten auf Ahmadis und Shia ausgezeichnet?
Und man braucht nur ein bisschen im Internet suchen und man hat etwa auf youtube, Hunderte von Hetzvideos gegen Schiiten/Ahmadiyya. Das ist offensichtlich die ideologische Basis dieses Wahnsinns.

Elemenope
20
8.12.2011, 10:19

YouTube ist ein Werkzeug der amerikanischen Regierung. Sie sollten alles was Sie dort sehen, vor allem politische Themen, kritisch betrachten und nicht immer glauben.

GhostInside
15
7.12.2011, 13:20
Vermutung

die Atheisten oder die RAF werdens wohl kaum sein.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.