Durban/Wien - Dass China bei der UNO-Klimakonferenz in
Durban Bewegung angedeutet habe, sei ein wichtiges Signal, auch wenn
bisher nicht klar sei, was China genau will. Das sagte der
österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) am Mittwoch. "Wenn sich China substanziell bewegt, ist davon auszugehen,
dass sich die USA und Indien ebenfalls bewegen müssen."
Am Mittwoch werden Gespräche mit Vertretern des asiatischen
Staates geführt, der für 21 Prozent des weltweiten Ausstoßes von
Treibhausgasen verantwortlich ist. Die EU produziert ungefähr die
Hälfte davon, nämlich elf Prozent. "Ohne die großen Staaten gibt es
keinen Weltklimaschutz", betonte Berlakovich.
Die EU habe ein Angebot auf den Tisch gelegt: Man sei bereit, eine
Verpflichtungserklärung für die Zeit nach dem Auslaufen des
Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 einzugehen. "Eine zentrale Bedingung
dafür ist die Einigung auf einen Fahrplan, wie wir zu einem großen
Weltklimaschutzabkommen kommen", sagte der Umweltminister.
Unterstützt werde die Position der EU von Staaten, die durch die
Erderwärmung besonders gefährdet sind wie Inselstaaten und
afrikanische Länder.
"Wir sitzen alle in einem Boot, derzeit rudern aber nur die EU und
einige andere Staaten", bemängelte Berlakovich. Die Mitgliedsländer
der EU führen auf der Klimakonferenz eine ganze Reihe bilateraler
Gespräche. Die österreichische Umweltminister hat unter anderem
Algerien, Mosambik und den Inselstaat Grenada auf seiner Agenda. (APA)