"Mitschuldig"

Patentstreit mit HTC: IPCom droht jetzt auch Händlern

7. Dezember 2011, 12:08

Rechteverwerter will gegen Händler vorgehen die HTC-Smartphones trotz Verbot weiterverkaufen - Forderung für den Hersteller "unangemessen und nicht zu rechtfertigen"

Der deutsche Patentverwerter IPCom weitet den Patentstreit mit HTC nun auch auf den Handel aus. IPCom hat mehrere Handelsketten aufgefordert HTC Smartphones aus den Regalen zu nehmen. Sollten sich die Händler weigern, drohen ihnen rechtliche Konsequenzen, teilt der Patentverwerter mit.

"Effektiv mitschuldig"

Mit dem Verkauf der HTC-Smartphones machen sich die Händler, in den Augen von IPCom, an der Patentverletzung "effektiv mitschuldig", berichtet heise. In einer Mitteilung schreibt der Rechteverwerter, dass HTC die Rechtsprechung des Landesgerichts Mannheim ignoriert. HTC sei auch nicht auf die Forderungen von IPCom eingegangen und hat den Vertrieb seiner Smartphones in Deutschland nicht eingestellt.

Nicht auf Forderungen eingegangen

Laut dem Rechteverwerter verweigert HTC weiterhin faire Lizenzzahlungen und hat keine Verkaufszahlen für Deutschland genannt, obwohl IPCom dies verlangt hat. Dadurch sah sich IPCom gezwungen den Streit auf den Handel auszudehnen.

IPCom-Geschäftsführer Bernhard Frohwitter erklärte gegen über heise: "HTC hat keinen Kontakt mit uns aufgenommen, geschweige denn einen Versuch unternommen, zu einer fairen Lizenzvereinbarung mit uns zu kommen. Stattdessen verletzen sie weiter täglich unsere Patente." Beim Landgericht Mannheim hat IPCom außerdem Schritte für ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet.

"Unangemessen und nicht zu rechtfertigen"

Für HTC sind die die Ansprüche von IPCom "unangemessen und nicht zu rechtfertigen". HTC schreibt in einer Stellungnahme, dass man nicht gegen das Patent "100a" verstößt, auf das sich IPCom im Streit mit dem Handel beruft. Es sei zwar mit dem Patent "100" aus dem Urteil des Landgericht verwandt, aber nicht von diesem betroffen.

Widerspruch

HTC hat vor dem Europäischen Patentamt Widerspruch gegen das Patent "100a" eingebracht. Das Verfahren läuft gerade und man geht bei HTC davon aus, dass das Patent "bei der Anhörung am 24. April für nichtig erklärt" werde.

Nur ein Gerät betroffen

HTC ist der Meinung, dass es sich bei der einstweiligen Verfügung nur gegen ein bestimmtes Gerät gerichtet hat, das nicht mehr im Handel ist. Das Unterlassungsurteil des Landgericht Mannheims betrifft allerdings alle Geräte, in denen das Patent 100 zum Einsatz kommt. Durch ein selbst entwickelte "alternative Implementierung des Standards sollen die beiden Patente von HTC nicht mehr verletzt werden.

UMTS-Patent

Neben HTC soll auch Nokia gegen das Patent über Technologien zur Priorisierung von Nutzern in einem UMTS-Mobilfunknetz verstoßen. IPCom hat das Patent 2007 neben anderen Mobilfunkpatenten von Bosch erworben.

Schuldig

HTC wurde vom Landgericht für schuldig befunden. Daraufhin hat IPCom ein Verkaufsverbot für alle UMTS-Handys des Herstellers gefordert, das dieser auch gerichtlich durchsetzen möchte. Allerdings sei man bei IPcom auch für eine Lizenzlösung offen. (soc)

t 3
 
02
7.12.2011, 15:02
"patentverwerter"

man könnte auch sagen: patentparasit...

Auge des Osiris
00
7.12.2011, 13:08

ipcom ist wohl ganz klar, dass sie wenig erreichen werden bzw. auf eine "einvernehmliche" Einigung mit HTC zusteuern müssen. Der Druck auf die Händler ist Schall und Rauch, denn solange es im jeweiligen EU-Land einen Importeur oder Produzenten direkt gibt, ist der Händler frei von rechtlichem Ungemach. Die Ausnahme ist nur, wenn eine übergeordnete Behörde (z.B. Finanzamt oder Ministerium) den Stopp verhängt. Solange das nicht passiert, können sie mit dem Wisch von ipcom die Wände tapezieren.

Multivac, 2010-18-42, Donnerstag
01
7.12.2011, 12:36

SCO neu?

galiontariaho
216
7.12.2011, 12:33
unternehmen wie ipcom...

gehören eigentlich verboten.. selbst noch nichts entwickelt kaufen diese lediglich patente ab um daraus kapital zu schlagen... weder stellen sie selbst produkte her noch haben sie jemals etwas zur innovation beigetragen.

unternehmen wie ipcom zeigen, woran das patentsystem krankt.

Ohne Gurt im Ionensturm
00
8.12.2011, 09:12

Warum soll das schlecht sein? Ich kann ja auch meine offenen forderungen an agenturen verkaufen die diese mit ein paar prozen abschlag sofort bezahlen und ich kann mich auf mein kerngeschäft konzentrieren und muss nicht schuldnern hinterherlaufen.

galiontariaho
00
8.12.2011, 10:52
und warum...

sollte forderungsmanagement etwas mit innovation und patentewesen zu tun haben?

entweder ich entwickle etwas schützenswertes und habe interesse meine entwicklung zu schützen oder eben nicht.. hier gehts nicht um den schutz der idee und ausschließlich das ist eigentlich der grund warum es patente gibt und geben soll.

optische täuschungen
00
7.12.2011, 15:50
true

slacker
01
7.12.2011, 12:53

wenn ich könnte, würd ich 3x grün geben

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