Smartphones sind die am häufigsten genutzte Digitalkamera, aber ...

Kolumne7. Dezember 2011, 10:52
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Tipps für Knips

Es entbehrt nicht der Ironie, dass so viel wie noch nie in der knapp zweihundertjährigen Geschichte der Fotografie geknipst wird, aber ihr einstiges Flaggschiff Kodak fast pleite ist und sein japanischer Konkurrent Fujifilm inzwischen auch Kosmetika verkauft.

Niedergang der Filmkonzerne bei gleichzeitiger Hochkonjunktur für Fotos

Natürlich war es die anfangs von vielen mehr als skeptisch betrachtete Digitalisierung, die beides bewirkte, den Niedergang der Filmkonzerne bei gleichzeitiger Hochkonjunktur für Fotos. Kameras gehören zu Weihnachten zu den gefragtesten Gadgets, darum ein paar Tipps zur Auswahl für Normalverbraucher.

Smartphones sind inzwischen die am häufigsten genutzte Digitalkamera. Die jüngste Generation braucht den Vergleich mit guten Kompaktkameras nicht zu scheuen, das große Plus: Bilder können sofort per Mail oder Facebook gezeigt werden.

Millionen täglich hochgeladener Bilder

Die meisten von Millionen täglich hochgeladener Bilder auf der Fotosite Flickr werden mit iPhones geschossen: acht Megapixel Auflösung, Full-HD-Video, ein Sony-Sensor, der auch bei wenig Licht gute Bilder macht, rasche Auslösezeiten. Dazu eine Tonne an Apps für Effekte, die früher Profis vorbehalten waren. Hardware-seitig können Android-Handys wie das Samsung Galaxy S II, Sony Ericssons Cybershot-Handys oder das neue Nokia Lumia 800 mithalten, bei den Apps ist das iPhone bis auf weiteres Fotokaiser (Android holt auf, Windows hat große Lücken).

Während das Smartphone zur Kamera für alle Lebenslagen geworden ist, bleiben die wichtigen Anlässe der "richtigen" Kamera vorbehalten: Urlaubsreisen, Kindergeburtstage, Familienfeste etc. Wenn ein Smartphone vorhanden ist, überspringt man darum am besten die Einsteigerklasse und geht ans obere Ende bei Kompaktkameras, oder greift zu Systemkameras mit Wechselobjektiven, oder einer Spiegelreflex (SLR).

Superzooms

Bei den Kompaktkameras, die mit Smartphones sehr viel gemein haben, sind es vor allem die Superzooms, die sich deutlich von Handykameras abheben: Durch Brennweiten, die auch den Löwen auf der Safari noch gefahrlos ins Bild rücken, oder durch die Serienbildfunktion vom bewegten Kindergeburtstag die richtigen Augenblicke einfangen.

Am "seriösen" Ende der Fotografie, wenn man erst durch das Smartphone auf den Foto-geschmack gekommen ist, stehen zwei Kategorien: Systemkameras, die zwar Wechselobjektive wie eine Spiegelreflex verwenden, aber spiegellos sind und Display oder elektronischen Sucher verwenden - das ermöglicht kleine Gehäuse und elektronische Tricks, an die selbst teure Spiegelreflexkameras nicht heranreichen. Diese haben dafür ein unschlagbares Argument für sich: Ihren hellen, optischen Sucher, nach wie vor die präziseste Art, ein Bild zu komponieren. (helmut.spudich@derStandard.at, DER STANDARD Printausgabe, 7. Dezember 2011)

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