Ärzte stellen schon in 23. Schwangerschaftswoche Vorteile fest
Washington - Auch extrem kleine Frühgeborene haben bessere Überlebenschancen, wenn ihre Mütter in den Tagen vor der Geburt mit Steroiden behandelt werden. Frühgeborene, die nach nur 23 Wochen Schwangerschaft geboren werden, leiden nach einer solchen Behandlung zudem seltener unter Hirnschäden, wie aus einer am Dienstag im US-Fachmagazin "Journal of the American Medical Association" veröffentlichten Studie hervorgeht.
Schnellere Lungenreifung
Die sogenannten Kortikosteroide verbessern die Überlebenschancen zu früh geborener Kinder, indem sie dazu beitragen, dass ihre Lungen und andere Organe schneller reifen. Alle Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, gelten als Frühgeborene. Bisher richten sich Ärzte in den USA nach einer Leitlinie, wonach bei einer drohenden Frühgeburt zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche eine Steroid-Behandlung empfohlen wird. Die Behandlung ist allerdings nicht unumstritten.
Um herauszufinden, ob auch noch jüngere Babys von der Behandlung profitieren, untersuchten Ärzte von der University of Alabama Klinikakten aus 23 Perinatalzentren in den USA aus den Jahren 1993 bis 2009. Unter den dort geborenen Kindern waren Frühchen, die in der 22. bis 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen und ein Geburtsgewicht von nur 401 bis 1.000 Gramm hatten. 83 Prozent der Babys, die nach 23 Wochen Schwangerschaft geboren wurden und mit Steroiden behandelt worden, starben oder zeigten im Alter von 18 bis 22 Monaten Entwicklungsprobleme. Ohne Steroid-Behandlung waren es 90 Prozent. Bei Frühchen ab der 24. Schwangerschaftswoche waren die Unterschiede deutlich größer. (APA/AFP)