EU-Agrarförderung

Ökolandwirtschaft mit harten Bandagen

7. Dezember 2011, 17:49
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    Steigende Erträge in der Landwirtschaft führen meist auch zu einer Intensivierung von Boden- und Wassernutzung.

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    Borchardt: Umweltschutz als Teil der Agrarpolitik.

Bei geplanter Ökologisierung der EU-Agrarförderungen, genannt "Greening", geht es um die Balance zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft – Notfalls droht Brüssel mit Sanktionen

Wien - Als die EU-Kommission im Oktober das "Greening"-Programm für die Landwirtschaft mit dem nächsten EU-Haushalt ab 2014 vorstellte, erhielt der zuständige Agrarkommissar Dacian Ciolos erst mal viel Applaus: Ökologisierung der Agrarwirtschaft, das klingt immer gut. Und so wird auch der Plan, die Agrardirektzahlungen der EU-Kommission an Umweltauflagen zu binden, von der Mehrheit der Agrarier goutiert. Erst seitdem die Details dieser Pläne Konturen annehmen, regt sich an mancher Stelle sanfter Widerstand.

Denn bei den Ökologisierungsprämien, die 30 Prozent der für Direktzahlungen in jedem Mitgliedstaat zur Verfügung stehenden Mittel ausmachen werden, gibt es keine Wahl: Die der Ökologisierungsprämie zugrunde liegenden Vorschriften müssen getätigt werden, egal ob der Bauer will oder nicht. Selbst auf die Prämie dankend zu verzichten, etwa weil der Bauer sich für ein großindustrielles Agrarmodell entschieden hat, ist nicht erlaubt. Im Gegenteil: Wenn die Vorschriften, die der Ökologisierungsprämie zugrunde liegen, nicht eingehalten werden, drohen Sanktionen. Die Ökoprämie kann einbehalten, Strafzahlung gefordert werden.

"Fortgeschrittene Bedrohung der Umwelt" bekämpfen

Klaus-Dieter Borchardt von der EU-Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft, erläuterte dies bei einem Vortrag anlässlich der Jahrestagung des Umweltdachverbandes in Wien damit, dass es Ziel der EU-Agrarpolitik sei, künftig "flächendeckende Landwirtschaft ebenso zu erhalten wie flächendeckende Umweltleistungen". Hauptziel sei zwar weiterhin, ausreichende Ernährung für die Bevölkerung bereitzustellen, aber die zu beobachtende "fortgeschrittene Bedrohung der Umwelt und der biologischen Vielfalt" gelte es wirksam zu bekämpfen.

Diese progressive grüne Ausrichtung wird jedoch von vielen Agrariern mit gemischten Gefühlen beobachtet. Befürchtet wird, dass es zu "zusätzlichen kostenrelevanten Auflagen kommt, die die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Landwirtschaft schwächen", so Adolf Marksteiner von der Landwirtschaftskammer Österreich.

Österreich hat ein Spezialproblem mit der Ökoausrichtung. Da hierzulande bereits auf das Programm "Ländliche Entwicklung" gesetzt wurde, und dieses umfangreiche Umweltschutzmaßnahmen beinhaltet, fürchtet man, bei der zweiten Ökoförderschiene weniger zu bekommen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 7.12.2011)

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Phoenixx
 
00
Wer hat den schwarzen Peter?

Überbordende Bürokratie und undurchsichtige Gesetzte.
Gentechnik da, Bio dort.
Förderung erbetteln oder/und Strafe zahlen.
Verstehe jeden Landwirt dem es reicht und alles hinschmeisst.

José Atento
01
8.12.2011, 18:03
Was steckt dahinter?

Man möchte die Bürokratie weiter vergrößern, die Bauern total abhängig von den Almosen der Politiker machen. Mit dem Öko-Schmäh geht heute alles.
Verdienen tun dabei die großen Agrarkonzerne, die sich ohnehin an fast nichts halten müssen.

gogosch der Grosse
00
8.12.2011, 17:17
Der Eneffekt: Die Lebensmittelpreise werden weiter steigen!

Landbus Bregenzerwald
01
8.12.2011, 18:30

Der Endeffekt, eine Versorgung mit gesunden, genießbaren Lebensmitteln wird längerfristig sichergestellt.

aleph null
01
14.12.2011, 09:36
Leider kann man das generell so nicht sagen

Bioprodukte haben den großen Vorteil, dass sie keine Pestizide enthalten. Nachteilig ist allerdings, dass beispielsweise Biogetreide oft Schimmelpilze enthält. Das reduziert erstens einmal die Haltbarkeit und hat zweitens negative gesundheitliche Effekte.

Auch "Bioschweine" sind nicht unbedingt gesünder als ihre konventionell gehaltenen Artgenossen. Das "Biostroh" ist auch oft von Schimmelpilzen befallen, die Schweine bekommen Allergien usw. Durch den Freilauf infizieren sich die Schweine oft mit Spulwürmern usw.

Es ist leider nicht immer so einfach.

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
8.12.2011, 17:14
"droht Brüssel mit Sanktionen"

übermütig und goschert bis zum Schluß^^

WernaeI Spindelmann
103
8.12.2011, 10:44
So macht man aus Nahrungsmittelproduzenten unnötige Landschaftsgärtner

Wir in Europa werden bald im Disneyland leben, aber nichts mehr zu essen haben!

Mama Breitfuss
07
8.12.2011, 13:10
Zerst amoi mit der Problematik auseinandersetzen, dann nachdenken, reifen lasse und dann was gscheits schreiben!

Was´d schreibst ist nämlich Unfug der absoluten Niedrigstklasse.
Unsere europäischen "Urwälder sind Kulturwälder" auch die Taiga in Sibirien und die Kiefernwälder in Skandinavien.
Wenn also die Landwirtschaft als Landschaftspfleger ausfällt ists aus mit ökologischer Holzheizung, egal in welcher Form, die Almen verbuschen und werde in wenigen Jahren völlig unzugänglich, die Schutzwälder vom Wild verbissen usw. usf.

Wir brauchen in Europa eine gesunde möglichst in Klein- Mittelbetrieben geführte Landwirtschaft um einerseits eine gesunde Nahrungsmittelbasis zu haben und andererseits eine lebenswerte Umwelt vorzufinden.

José Atento
21
8.12.2011, 18:07

Was Sie da schreiben ist nicht richtig.

Die Natur würde sich das zurückholen, was ihr der Mensch entrissen hat. Ich schätze es wird noch genügend Kulturlandschaft übrig bleiben.
Die Wälder benötigen keinen menschlichen Eingriff. Die gibt es schon seit Mio. Jahren. Die Fichten- Monokulturen würden wieder verschwinden und natürlichen Mischwäldern weichen.

Alpensaga_Wurzel
00
8.12.2011, 16:57
Definieren sie mal bitte

"Klein- und Mittelbetrieb".

Salz Burger
00
8.12.2011, 17:08

ja, das würde mich auch interessieren.
Meiner Beobachtung nach gibt es hier eh nur kleine Betriebe.

Benjamin Klein
00
8.12.2011, 14:57
"" .... ine gesunde möglichst in Klein- Mittelbetrieben geführte Landwirtschaft ...."" ????

da müssen Sie bitte zuerst das Sozialversicherungsrecht ändern,

weg mit den dämlichen einheitswerten als Basis
weg, weg weg mit der noch viel dümmeren
DEGRESSIVEN Ableitung des "Versicherungswertes" ausgehend vom Einheitswert !!

Eine gute und seriöse Einkommensermittlung in den einzelnen Betrieben, ......

WEG mit den "Giesskannen"-Förderung, hin zu einer Leistungsabgeltung die ehrlich auf eine Leistung abzielt (die Bergbauern bekommen pro ha, wesentlich weniger als die Ackerbauern in den Gunstlagen ...)

Und gesunde Betriebsgrössen die auch ausreichend Arbeit bieten sind unerlässlich, daher wird es noch weiter Strukturwandel geben .........

Mama Breitfuss
03
8.12.2011, 16:11
des musst aber jetzt erklären!!!

In Ö ist die Sozialversicherung der Bauern m.M. die beste Kasse. Klein- und Mittelbetriebe werden bevorzugt durch Pauschalierung und Großbetriebe zahlen entsprechend.
Eigentlich die Sozialversicherung die diesen Namen auch verdient.
Bei den Förderungen dagegen schauts ganz andes aus. Durch die Hektarbezogenen Förderungen verdienen die ehemaligen und derzeitigen blaublütigen und geistlichen Großgrundbesitzer 2/3 der Förderungen, obwohl sie wirklich gut ohne auskämen. Marchfeldbetriebe mit mehr als 1000ha und ganzen drei Beschäftigten sind da keine Seltenheit. Kaum Kosten - riesige Förderungen. Bei Ökoförderung sollte sich das drastisch ändern. Fairer gehts nur bei Öpulförderungen zu, wo extensive Tierhaltung und Arterhaltung anerkannt is.

Benjamin Klein
01
8.12.2011, 19:42
was heißt durch "Paschalierung bevorzugt" ????

die pauschalierte Einkommensermittlung von 39% (früher 31% !!!) vom Einheitswert wird für die SV nicht verwendet.

Es wird ein monatlicher VERSICHEUNGSWERT ermittelt der UMSO GERINGER wird, je größer der betrieb wird,

Da die Beitragsgrundlage wirksam wird, wobei auch noch Beitragsgrundlagen von SVA (Gewerbe)und PVA (Arbeitnehmer) dazugezählt werden, haben große Betriebe stark sinkende Beiträge pro ha !!!!

anton anton
01
8.12.2011, 18:21
sie haben wohl keine ahnung aber blöd schreiben

die kleinen betriebe zahlen sich dumm und dämlich

und die grossen zahlen weniger sv beiträge per ha

Salz Burger
01
8.12.2011, 17:07

Ich habe nicht den Eindruck, dass die Pauschalierung den Bauern da hilft. Es gibt sicher genug Betriebe, die ein negatives Betriebsergebnis haben, trotzdem zahlen sie Sozialversicherungsbeiträge für einen fiktiven Gewinn, der sich auf Grund irgendwelcher Kennzahlen errechnet.
Hätten die Bauern nicht so viel Angst vor der Buchhaltung, würden viele bei Steuer und Sozialversicherung besser aussteigen.

Was wollen Sie denn bei den Ökoförderungen fördern? Ich denke doch, die Umwelt. Die besteht aber aus Fläche. Jemand der mehr Fläche "pflegt" bekommt da logischerweise mehr Förderung.
Viele Kleinbauern wären übrigens nicht gerade ökologisch. Hier in Salzburg gibt es relativ viele kleine Bauern und deshalb kaum größere Flächen ohne Verbauung.

Naseweiss1
00
8.12.2011, 18:34
Nur dumm, dass die meisten ökobetriebe in Ö nicht aus Überzeugung Biobetrieb sind - sondern einfach die mehrfach höhere ökoförderung mitnehmen.

Salz Burger
20
8.12.2011, 13:55

Dazu müssen wir aber nicht Geld an öffentlichen Förderungen an die Grundbesitzer verschenken.
Landwirtschaft funktioniert auch ohne Förderungen ganz gut. Besser sogar, weil die veralteten kleinen Strukturen leichter aufgebrochen werden, wenn nicht jeder, der ein Stück Land besitzt aber nicht bewirtschaftet, bei seinen Pächtern die Hand aufhält und die Förderung einstreicht.

Stadt und Land
12
8.12.2011, 10:07
Greening auch für Wien!

Vielleicht kann man die durchgängige Baumbepflanzung in allen Straßen ab zwei Fahrspuren in der EU Förderung unterbringen?
Grau raus, grün rein! Berlin ist so schön! Wien muß Berlin werden!

José Atento
00
8.12.2011, 18:11

Lieber nicht!
Heute pflanzen sie in Wien überall diese Kirschenbäume, weil die billig sind und der Lieferant anscheinend gute Beziehungen zum Häupl hat. Die braucht wirklich keiner.

Naseweiss1
01
8.12.2011, 10:53
Lieber Stadt und Land ... und genau das wird über die Säule 2 der EU- Agrarförderung gefördert.

Sogenannte Ländliche Entwicklung heißt das. Bedeutet aber, wenn man 100 % gefördert bekommt, kommen 50 % aus dem EU- Agrarhaushalt und die weiteren 50 % müssen zu je 25% vom Staat und vom Land gefördert werden. Und da Wien und der Staat pleite sind, kann man leider die bisher eingezahlten EU- Gelder nicht wieder zurück holen.

Stadt und Land
01
8.12.2011, 11:58

Vielleicht einmal nur für die inneren Gürtelbezirke? Vielleicht reicht da das Geld?

rosali1
00
8.12.2011, 09:35
Die

roten Listen werden immer länger!

Johannes99
01
8.12.2011, 08:25
Der Titel ist etwas irreführend

im Text heißt es dann "regt sich an mancher Stelle sanfter Widerstand".
Widerstand regt sich, weil 90 Prozent der österreichischen Bauern am Umweltprogramm ÖPUL teilnehmen, das heißt, nicht auf Teufel komm raus höchste Erträge rauspressen, sondern nachhaltig auf Bodengesundheit und Grundwasser schauen - dafür bekommen sie auch eine Prämie, um den Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Nach den Plänen von Ciolos sollen sie das gratis machen.
Wie in einem Betrieb: "Sie machen zehn Überstunden im Monat, die machen Sie bitte auch weiter, aber bezahlen kann ich es Ihnen nicht mehr". Da wär ich auch sauer ...

Benjamin Klein
01
8.12.2011, 14:59
ÖPUL hat niemand gehindert

Höchserträge zu erzielen , ....

Die Bodengesundheit wird durch Leistung nicht beschädigt, sondern durch Übertreibung und Unkenntnis ....
(so wie ein Auto nicht kaputt wird wenn man schnell fährt, sondern nur wenn man das Fahrzeug nicht beherrscht ...)

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