Ex-Präsident Katzav tritt Haftstrafe an

Wegen Vergewaltigung verurteilt - 66-Jähriger bestreitet Taten weiter - Ex-Minister Benizri als Zellengenosse

Tel Aviv - Der wegen Vergewaltigung verurteilte frühere israelische Präsident Moshe Katzav hat am Mittwoch eine siebenjährige Gefängnisstrafe angetreten. Das ehemalige Staatsoberhaupt wurde von Familienmitgliedern bis zum Gefängnis Maasiyahu in der Nähe der Stadt Ramleh südöstlich von Tel Aviv begleitet. Dort musste er den Haupteingang benutzen, nachdem die Gefängnisverwaltung seinen Antrag abgelehnt hatte, durch einen Hintereingang zu kommen.

Der 66-Jährige zeigte weder Reue noch Schuldbewusstsein: "Eines Tages werdet ihr verstehen, dass ihr einen Mann lebendig begraben habt", sagte er am Morgen, als er sein Haus in dem Ort Kirjat Malakhi verließ.

Im Gefängnis wurden dem früheren Staatsoberhaupt eine Häftlingsnummer zugewiesen und Gefängniskleidung ausgehändigt. Katzavs Zelle befindet sich in einem Trakt für strengreligiöse Juden. Dort genießen die Häftlinge gewisse Freiheiten, müssen aber religiöse Studien betreiben und haben keinen Zugang zu Fernsehen oder Zeitungen. Die Gefängnisverwaltung teilte mit, Katzav werde ständig überwacht werden, um einen möglichen Freitod des früheren Präsidenten zu verhindern.

Sein Zellengenosse wird Medienberichten zufolge ein alter Bekannter: der wegen Bestechlichkeit zu vier Jahren verurteilte frühere Minister für Gesundheit und Soziales, Shlomo Benizri.

Alle Versuche Katzavs, dem Gefängnis doch noch zu entgehen, waren zuvor gescheitert. Vor einem Jahr hatte ihn das Bezirksgericht in Tel Aviv wegen Vergewaltigung in zwei Fällen und sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Verbrechen fallen in Katzavs Amtszeiten als Tourismusminister von 1996 bis 1999 sowie als Präsident von 2000 bis 2007. Vor knapp einem Monat bestätigte das Oberste Gericht dieses Urteil.

Der aus dem Iran stammende Politiker hat die Vorwürfe seit Beginn des Verfahrens 2006 stets bestritten. Der Vater von fünf Kindern und mehrfache Großvater präsentierte sich als Opfer einer Hexenjagd: Die europäischstämmige Elite Israels habe ihn als eingewanderten sephardischen Juden verfolgt. (APA)

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13 Postings

Na, das ging ja schnell.

Hierzulange versucht man andererseits mit allen Mitteln, die anstehende Gefängnisstrafe von Frau "Gräfin" Herberstein auf die lange Bank zu schieben ...

hat sich schon erledigt

wenn ich recht gelesen habe, darf sie ihre Strafe in ihrem Schloß mit Fußfessel verbringen. Lt. Kleine Zeitung muss die Fußfessel sogar nur Nachts getragen werden. Wärend des Tages kann man sich völlig frei bewegen. Na, ja als Gräfin hat man halt so seine Beziehungen und Verpflichtungen :))

Der Versuch ist bereits geglückt. Frau Herberstein darf die Strafe mit Fußfessel in ihrem Domizil absitzen.

Tu felix austria.

und das ist auch gut so

Nach einem rechtsgültigen Urteil, soll das ja auch so sein, andernfalls könnte man die Gerichte ja gleich einsparen.

In Österreich würde er wahrscheinlich eher das große Ehrenkreuz verliehen bekommen.

Ein ehemaliger Staatspräsident wurde von einem

arabischen Richter wegen Vergewaltigung zu sieben Jahren Haft verurteilt, das Oberste Gericht bestätigte das Urteil.
Kazav wird im Gefängnis mit dem wegen Annahme von Bestechungsgeld verurteilten ehemaligen Minister Benizri die Zelle teilen.
Wenn Mrs. Clinton ausgerechnet den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten kritisiert, während die USA untätig zuschaut wie in Syrien mehr als 4000 Menschen bereits getötet wurden, dann ist das absurd.

...

Nein, es ist nicht absurd, denn ob es etwas zu kritisieren gibt hängt nicht davon ab, ob es anderswo vielleicht mehr zu kritisieren gibt. Solange man nicht die Perspektive verliert ist Kritik immer in Ordnung. Israel ist kein Teufelsland, weil es auch Fehler hat, es ist aber auch kein makelloses Land, weil die Umgebung mehr Fehler hat.
Und als demokratischer Staat muss Israel natürlich höheren Ansprüchen genügen als die faschistischen, islamistischen und monarchistischen Diktaturen in der Umgebung.

Die Kirche sollte man im Dorf lassen.

Ich habe nicht gesagt, dass in Israel nichts zu kritisieren ist, aber diese Kritik darf nicht mit doppeltem Standard ausgeübt werden.
Hat Mrs. Clinton schon an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien eine derartige öffentliche Kritik geübt?
Wird sie darüber gefragt, so antwortet sie, wir haben in unseren Verhandlungen dies erwähnt.
Warum also in dem einen Fall, wo die Menschenrechtslage annähernd nicht so schlecht ist wie in Saudi-Arabien öffentliche Kritik und in anderem Fall keine?
Könnte das etwas mit Erdöl zu tun haben?

Israel und Demokratie,ist wie USA und Frieden,oder GB mit Marnieren,oder Iran mit Kopftuchverbot.
Saudie Arabien und Frauenrechte.

aber glauben Sie ruhig an das was Sie sich einbilden.

der einzige "Demokratie" in nahen Osten.

MMMMUUUUHHHHHAAAAA.

Nun gibt es in Israel freie Wahlen, Gewaltentrennung

eine besser funktionierende Justiz als in Österreich, es gibt dort kritische Medien und im Parlament sitzen auch frei gewählte Vertreter der arabischen Minderheit.
Gibt es so etwas in einem anderen Land im Nahen Osten?

also das minderheiten in Parlament sitzen ist bestimmt nicht nur in Israel der fall.

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussen... _node.html

http://www.eurasien.at/artikel/?... D=20090305

so viel zu ihre einzigartige Demokratie.
ich weiss schon gleich kommt wieder irgend was,wie das ist ja nicht dasselbe oder das stimmt ja gar nicht.
na ja.

aber glauben Sie ruhig an das was Sie sich einbilden.

was genau ist da so schwer zu verstehen.

wer sich da etwas einbildet sind offensichtlich Sie

und was das Wort "Tatsache" meint, ist Ihnen höchstwahrscheinlich gänzlich schleierhaft, wie Sie überhaupt die Realität offensichtlich im dicken Nebel sehen.

Aber gut, hin und wieder kann sich ja ein Verrückter unter lauter Normalen als Normaler verstehen und die Normalen als Verrückte sehen, ist dann eine spezielle Form des Verrücktseins ...

Sein Antrag, ihn im Frauengefängnis unterzubringen,

wurde nicht stattgegeben ...

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