44-Jähriger folgt Langzeit-Regierungschef Herbert Sausgruber
Bregenz - Der 44-jährige Markus Wallner (ÖVP) ist am Mittwoch in einer Sondersitzung des Landtags zum neuen Vorarlberger Landeshauptmann gewählt worden. 24 der 36 Abgeordneten des ÖVP-dominierten Landesparlaments gaben Wallner ihre Stimme und machten den bisherigen Landesstatthalter (Landeshauptmannstellvertreter) damit zum Nachfolger des langjährigen Regierungschefs Herbert Sausgruber (ÖVP). Sausgruber (65) hatte am 7. Oktober seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.
Angesichts der absoluten Mehrheit der ÖVP war Wallner bei der Landeshauptmann-Wahl nicht auf die Unterstützung aus anderen Parteien angewiesen, er erhielt aber dennoch mehr als die 20 Stimmen der VP-Fraktion. FPÖ-Parteichef und Klubobmann Dieter Egger etwa bekräftigte in der Sondersitzung, Wallner zu wählen, weil er "nicht schon am Beginn die Türen zuschlagen" wolle. Umgekehrt hatten im Vorfeld der Sitzung andere Vertreter von FPÖ, Grünen und SPÖ dezidiert erklärt, dem 44-Jährigen angesichts seiner Leistung als Gesundheits-Landesrat ihre Zustimmung zu verweigern. Neun Stimmkarten lauteten auf "Nein", drei waren ungültig.
Dörfler: "Politisches Vorbild"
Vor der Kür von Wallner zum Regierungschef hatte Sausgruber Landtagspräsidentin Bernadette Mennel (ÖVP) seine Verzichtserklärung übergeben. Sausgruber war als vierter Vorarlberger Landeshauptmann seit 1945 seit 2. April 1997 im Amt. Offiziell ist er noch bis Frühjahr 2012 Chef der Vorarlberger Volkspartei, die operative Führung der Geschäfte hat aber bereits Wallner übernommen.
Der Vorarlberger Landeshauptmann wurde mit Standing Ovations verabschiedet. Nicht nur aus der eigenen Partei regnete es Rosen: "Herbert Sausgruber ist einer der konstruktiven im Konzert der
Landeshauptleute", lobte Salzburgs rote Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Kärntens blauer Landeshauptmann Gerhard Dörfler bezeichnete Sausgruber gar als "politisches Vorbild für mich". (APA)