Bahlsen poliert Image auf

5. Juni 2003, 14:45
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No-Name-Konkurrenz nascht im Revier der Markenhersteller - Dachmarken Bahlsen und Leibniz werden neu positioniert

Wien - Der traditionsreiche deutsche Kekshersteller Bahlsen reagiert auf die Veränderungen im Süßwarenmarkt und putzt seine Marken neu heraus. Künftig werden Ohne Gleichen, Messino und Co. stärker unter dem Dach von Bahlsen auftreten, Butterkekse Pick Up und andere Keks-Snacks unter Leibniz, kündigte Bahlsen-Österreich-Geschäftsführer Erich Nepita heute in Wien an.

Damit und mit etlichen Innovationen wie Keksen für Ernährungsbewusste (La Viva) reagiert das Familienunternehmen auf die schwindenden Marktanteile. Vor allem die zunehmende Zahl von Handelsmarken der großen Lebensmittel- und Diskontketten knabbern an den Umsätzen der Marken-Hersteller.

Österreich hinter Frankreich

Bahlsen stellt zwar selbst ebenfalls Handelsmarken her, wollte zu Umfang und Auftraggebern aber keine Angaben machen. 2002 setzte das deutsche Unternehmen 551 Mio. Euro um, um rund ein Prozent mehr als 2001. Österreich war mit einem Nettoumsatz von 30 Mio. Euro (plus 2,6 Prozent) der zweitgrößte Auslandsmarkt von Bahlsen hinter Frankreich. Neben den Bahlsen- und Leibniz-Keksen gehört seit 1997 auch Kornland (heimischer Marktführer bei Müsliriegel) zur Gruppe.

Der Marktanteil von Bahlsen in Österreich ging in den vergangenen zweieinhalb Jahren von 32,5 auf derzeit 30,5 Prozent zurück. Die Eigenmarken der Handelsketten halten bereits bei 19 Prozent Marktanteil.

Süßes gegen Frust: Süßwarenmarkt wächst

Der gesamte Süßwarenmarkt in Österreich wuchs 2002 - trotz oder wegen der allgemeinen Konjunkturschwäche - um 3,3 Prozent. Alleine im Segment Kekse stieg der Umsatz um 13,6 Prozent. In den ersten vier Monaten 2003 wuchs der gesamte Süßwarenmarkt um 5,3 Prozent. Kekse legten um 8,2 Prozent zu, Waffeln um 4,2 Prozent. Wachstumssieger war in den ersten vier Monaten allerdings Schokolade mit einem Plus von 12,6 Prozent (2002: -1,9 Prozent). Rückläufig war die Entwicklung nur bei klassischen Snack-Riegeln wie Mars und Milky Way (-2,2 Prozent).

2003 rechnet Bahlsen Austria-Chef Nepita mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent für sein Haus in Österreich. 50 Prozent des Umsatzes entfallen auf Bahlsen-Produkte, je ein Viertel auf Leibniz und Kornland. Seit der Vertrieb 1999 in Österreich auf Großhandelsbelieferung umgestellt wurde, beschäftigt Bahlsen nur noch 55 Mitarbeiter. (APA)

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Bahlsen

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    Billig-Kekse machen dem "Original" zunehmend Konkurrenz - daher nimmt Bahlsen-Leibnitz nun eine Image-Politur vor

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