Ausgehungerter Malaria-Parasit

5. Juni 2003, 15:30
1 Posting

Hoffnung auf Entwicklung einer neuen Medikamentengruppe

London - Londoner Forscher haben im Kampf gegen Malaria einen gänzlich neuen Weg gefunden. Wissenschaftlern an der St. George's Hospital Medical School gelang es, den Malaria-Parasiten auszuhungern. Sie entzogen dem Parasiten Zucker in der Form von Glukose, von dem er sich im Blut des Menschen ernährt.

Unter der Leitung von Sanjeev Krishna und in Kooperation mit Kollegen der London School of Tropical Medicine und der Université Joseph Fourier in Grenoble gelang es, ein spezielles Transportprotein, mit dem die Parasiten den Blutzucker durch die Zellmembran aufnehmen, mit einer neu entwickelten Substanz zu blockieren. Dadurch konnte der Erreger weder wachsen noch sich in den roten Blutzellen vermehren, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Selbst Erreger, die gegenüber herkömmliche Malaria-Medikamente resistent sind, überlebten die Behandlung nicht.

"Wir haben zehn Jahre lang die Transportproteine der Parasiten studiert, um zu ermitteln, wie der Glukose-Transporter blockiert werden kann", erklärt Krishna. Mit dieser Entdeckung hätte man zum ersten Mal bewiesen, dass es Sinn macht, Transportproteine als Mittel gegen den Malaria-Parasiten einzusetzen. Die Wissenschaftler hoffen nun auf die Entwicklung einer neuen Medikamentengruppe gegen Malaria. (pte)

Share if you care.