Wiener Polizist suspendiert

5. Juni 2003, 21:28
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Dienstführender Beamter hortete Waffen und Sprengmittel - weitere Hausdurchsuchungen in Waffensammler-Szene

Wien - Ein Wiener Polizist hat illegal große Menge an Waffen, Munition und Sprengmitteln gehortet. Das gab das Innenministerium bekannt.

Suspendiert

Der Verdächtige, ein 47 Jahre alter Wachkommandant, sei geständig und nach seiner am Dienstag erfolgten Festnahme am Mittwoch, wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte Mag. Martin Kreutner vom Innenministerium. Der Beamte wurde vom Dienst suspendiert.

Hausdurchsuchungen

In der Wohnung des Polizisten und bei Hausdurchsuchungen an "anderen Adressen", wie es in einer Aussendung des Ministeriums hieß, wurden Waffen sowie Waffenteile, Zubehör, Munition, Werkzeuge für die Herstellung und Instandsetzung von Waffen sowie Treib- und Zündmittel gefunden. Die Ermittlungen werden vom Büro für Interne Angelegenheiten im Auftrag des Straflandesgerichtes und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung geführt. Sie laufen bereits seit Februar, es gibt weitere Verdächtige.

60 Waffen

Im Besitz des Wachkommandanten seien 60 Waffen und Sprengmittel sichergestellt worden. Einige der Waffen habe der Sicherheitswachebeamte, der sich selbst als langjährigen Sammler bezeichnete, legal besessen. Derzeit wird überprüft, ob der Verdächtige gegen das Kriegsmaterialgesetz verstoßen habe.

Sprengstoff

Diese Überprüfungen werden von einem Gerichtssachverständigen durchgeführt und würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Mit dem sichergestellten Sprengmittel beschäftigt sich auch der Entschärfungsdienst des Innenministeriums. Durch chemische Analysen soll herausgefunden werden, ob der Sprengstoff noch scharf war, sagte Kreutner.

Waffensammler-Szene

Ermittlungen laufen seinen Angaben auch "gegen fünf bis zehn Personen" aus der Waffensammler-Szene, bei denen ebenfalls Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden. Dabei seien vorwiegend einzelne Waffen sichergestellt worden.

Der Wachkommandant habe die Waffen eigenen Angaben zufolge auf Sammlerbörsen und Flohmärkten erstanden, teilweise dürften sie vom Schwarzmarkt stammen, sagte Kreutner, Verdacht auf Diebstahl bestehe nicht. Die Herkunft der Waffen müsse nun überprüft werden. Kreutner verwies darauf, dass die Ermittlungen bei weitem noch nicht abgeschlossen seien. Ins Rollen gekommen sei der Fall durch einen im Februar erfolgten, nicht konkretisierten Hinweis aus der Waffensammler-Szene. (APA)

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