Medikamentöse Therapie gegen Schlafapnoe

5. Juni 2003, 14:17
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Erste Erfolge sind in einer klinischen Studie mit einem Antidepressivum erzielt worden

Chicago - Forscher der University of Illinois in Chicago haben in einer klinischen Studie mit der ersten medikamentösen Therapie gegen Schlafapnoe hervorragende Erfolge erzielt, gab am Donnerstag der Forschungsleiter David Carley bekannt. Untersucht wurde das Antidepressivum Mitrazapine an zwölf Patienten im Alter von 20 bis 70 Jahren. Präsentiert werden die vollständigen Ergebnisse der Placebo kontrollierten Studie nächste Woche im Rahmen des jährlichen Treffens der Associated Professional Sleep Societies in Chicago.

Die zwölf Probanden erhielten jeweils eine Stunde vor dem zu Bett gehen eine Dosis Mitrazapine. Ihr Schlaf wurde drei mal über einen Zeitraum von einer Woche überwacht. Bei allen zwölf Personen wurden laut Studie deutliche Verbesserungen festgestellt. Mitrazapine blockiert die Aktivität des Hormons Serotonin, das bei der Regulierung von Stimmung, Gefühlen, Appetit und Schlaf eine wichtige Rolle spielt.

Atemstillstände

In den USA sind etwa 15 bis 20 Mio. Menschen von Schlafapnoe betroffen. Die Diagnose Schlafapnoe wird dann gestellt, wenn der Atem während des Schlafes regelmäßig für mindestens zehn Sekunden aussetzt. Solche Atemstillstände können in einer Nacht einige hundert Mal auftreten und dauern manchmal bis zu einer Minute oder länger. Die Störung wird in Zusammenhang gebracht mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Typ 2 Diabetes. Durch den gestörten Schlaf kann es zu Verhaltensänderungen kommen oder zu Beeinträchtigungen der Wahrnehmung. Bisher wurde die Krankheit mit mechanischen Hilfsmitteln so gut wie möglich behandelt. Masken und Nasenspreizer dienen derzeit dazu, die Atemwege frei zu halten.

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat die Substanz in Amerika noch nicht für die Behandlung von Schlafapnoe zugelassen. (pte)

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