"Frauenschuh" für Bischof Aichern

5. Juni 2003, 11:57
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Frauenkommission der Diözese Linz verlieh Preis für geschlechtergerechte Sprache

Linz - Die Frauenkommission der Diözese Linz zeichnet Bischof Maximilian Aichern aus: "Für sein konsequentes Verwenden einer geschlechtergerechten Sprache" erhielt er am Dienstag den "Frauenschuh". "Geschlechtergerechtes" Formulieren sei "mehr als eine sprachliche Feinheit", heißt es in einer Aussendung der Frauenkommission. Frauen würden dadurch in ihrer Eigenständigkeit sichtbar gemacht, direkt angesprochen und mit ihrem Beitrag für Kirche und Gesellschaft wahrgenommen und wertgeschätzt. Bischof Aichern trage auf diese Weise zum guten Klima in der katholischen Kirche in Oberösterreich bei.

Der überreichte Preis, eine blühende Orchidee der Spezies Frauenschuh, bringe zum Ausdruck, "dass Haltungen wie die von Bischof Aichern vieles zum Wachsen und Blühen bringen". Die Auszeichnung wurde heuer erstmals vergeben, sie soll eine alljährliche Einrichtung werden.

"Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren"

Die Frauenkommission habe sich in letzter Zeit intensiv mit Fragen einer adäquaten Sprache auseinander gesetzt und dazu auch einen "Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren" herausgebracht, so die Frauenbeauftragte der Diözese, Irmgard Lehner. Er trage dem Umstand Rechnung, dass die Sprache ein Spiegelbild der sozialen Realität sei: "Gleichstellung bildet sich in der durchgängigen Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache ab", so Lehner. Der Leitfaden biete eine Anregungen für die mündliche und schriftliche Kommunikation in der Kirche.

Die Frauenkommission wurde in der Diözese Linz vor sechs Jahren als Beratungsgremium für den Bischof in Frauenfragen eingerichtet. Ihr gehören 20 Personen an, Vorsitzende - und zugleich Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs - ist Margit Hauft. Eine Vertreterin der Frauenkommission hat im engsten Beratungsgremium Bischof Aicherns - dem erweiterten Konsistorium - Sitz und Stimme. (red)

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