Einspruch "Nicht genügend"

5. Juni 2003, 12:10
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Lehrerstreiks könnten heuer ein möglicher Berufungsgrund gegen drohenden "Fleck" werden

Wien - Vier Mal haben die AHS-Lehrer in diesem Semester bereits gestreikt, zwei Mal die Pädagogen an Pflichtschulen und berufsbildenden Schulen.

Möglicher Berufungsgrund

Davon könnten nun Schüler profitieren, die einen "Fleck" ins Zeugnis bekommen. "Der Lehrerstreik wird zum Einspruchsgrund gegen ein 'Nicht genügend', auf Grund der entfallenen Zeit haben Schüler das Recht, Berufung gegen die Note einzulegen", erklärte die VP-nahe Österreichische Schülerunion am Donnerstag in einer Aussendung. Am Dienstag will die Schülerorganisation eine Checkliste präsentieren, welche Bedingungen für einen Einspruch erfüllt werden müssen.

Vom Einzelfall abhängig

Im Bildungsministerium bestätigte man prinzipiell die Möglichkeit eines Einspruchs, es werde aber nicht genügen, "Lehrerstreik" als Begründung für eine Berufung dafür anzugeben. Entscheidend sei vielmehr, ob beispielsweise Schularbeiten, Tests oder Prüfungen fristgerecht verschoben wurden oder in einem Fach eine ausreichende Leistungsfeststellung erfolgt sei. "Da wird man sich jeden einzelnen Fall genau anschauen müssen", hieß es aus dem Büro von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V).

Kommissionelle Prüfung

Im Fall eines Einspruchs müsse der Lehrer beweisen, dass z.B. die Leistungsfeststellung ausreichend war. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, würde die Note aber nicht automatisch auf ein "Genügend" angehoben. Es könnte auch eine kommissionelle Prüfung notwendig sein.

Einspruchsfrist

Rechtlich muss ein Einspruch gegen ein "Nicht genügend" spätestens fünf Tage nach der Zeugnisverteilung - gerichtet an den Landes- bzw. Stadtschulrat - in der Schule eingebracht werden. Die Behörden bemühen sich, bis zum Ende der Ferien alle Einspruchsverfahren abzuschließen. (APA)

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    montage/grafik:red
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