Heineken verliert keine Zeit

5. Juni 2003, 11:29
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Die Niederländer treiben die "Ostfusion" voran - Der künftige Brau-Union-Vorstand ist bereits fix

Amsterdam/Linz/Wien - Der niederländische Bierriese Heineken verliert keine Zeit: Acht Tage vor Ablauf des Anfang Mai gelegten Übernahmeangebots an die Kernaktionäre der österreichischen BBAG/Brau Union-Gruppe - es wurde von deren Familienaktionären schon mit der nötigen Mehrheit angenommen - hat Heineken am Donnerstag bereits die endgültige Vorstandsbesetzung der neuen "Brau Union AG" bekannt gegeben. Nachdem 4 der insgesamt 6 Vorstände unter Vorsitz von Karl Büche schon im Mai fest standen, wurden von den Niederländern nun auch die beiden noch ausstehenden Positionen (Technikvorstand und COO) besetzt.

Künftige Teilkonzerngesellschaft

Die Brau Union neu geht aus der Fusion der zentral/osteuropäischen Bieraktivitäten von BBAG/Brau Union und Heineken hervor, und zwar nach der Einbringung aller Osttöchter der Niederländer in die von Österreich aus gesteuerte künftige Teilkonzerngesellschaft. Das wird voraussichtlich im Juli 2004 der Fall sein. Die Brau Union AG neu mit Sitz in Österreich - dann Teilkonzern von Heineken - wird auf 26,6 Mio. Hektoliter Jahresbierproduktion kommen, doppelt so viel wie die heutige BBAG-Biertochter Brau Union mit ihren (derzeit) 8 Brauereien in Österreich und 14 Bierstandorten in Osteuropa heute hat.

Heineken ist der drittgrößte Bierbrauer der Welt, die BBAG/Brau Union mit Abstand größter Bierbrauer Österreichs (Marktanteil 54 Prozent) und heute vorerst noch Nummer 2 in Zentraleuropa. Mit der "Ostfusion" mit Heineken wird die Brau Union in CEE zur Nummer eins.

Hälfte/Hälfte

Der 6-köpfige Vorstand der künftigen "Brau Union" als Teilkonzern Zentraleuropa von Heineken wird je zur Hälfte von Managern der heutigen BBAG/Brau Union und zur anderen von Heineken beschickt. Das Managament ist mit den jetzigen Berufungen nun komplett.

Vorsitzender ist der bisherige österreichische Konzernboss Büche. Wolfgang Berger-Vogel, derzeit BBAG-Finanzvorstand, wird auch in der neuen Brau Union AG die Funktion des Chief Financial Officer (CFO) innehaben.

Drei Heineken-Manager

Dritter Österreicher in der Brau Union neu ist Markus Liebl, seit Jahren als Vorstandschef der Brau Union Österreich im Konzern für das österreichische Biergeschäft zuständig.

Die drei Heineken-Leute im neuen Vorstand sind: Stefan Orlowski, ein gebürtiger Australier, der bisher Vizechef von Zywiec S.A. Polen war. Er wird im künftigen Heineken-Teilkonzern Brau Union Chief Operating Officer (COO) und damit u.a. für die Ländergesellschaften (außer Österreich und Polen) zuständig sein. Wilbert Raaijmakers, derzeit technischer Direktor von Heineken in den Niederlanden, zieht als Technikvorstand (CTO) in den Brau Union-Vorstand ein. Nico Nusmeier, heute Vorstandschef von Zywiec, Polen, wird zusätzlich zu dieser Funktion in den Vorstand der neuen Brau Union berufen.

Im 9-köpfigen Aufsichtsrat wird Heineken die Mehrheit haben. Den Vorsitz hat aber der österreichische "Familiensprecher" Ludwig Beurle, wie zur Bekanntgabe der "Bierhochzeit" Anfang Mai mitgeteilt worden war. (APA)

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