Neue Milchstraßen-Karte

Galaktische Magnetfelder mit rätselhaftem Ursprung

6. Dezember 2011, 23:37
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    Die neue präzise Himmelskarte zeigt die Magnetfelder unserer Milchstraße. Rötliche Farben zeigen Regionen in denen das Magnetfeld in Richtung des Beobachters zeigt, in bläulichen Regionen weist es von ihm weg. Die Ebene der galaktischen Scheibe erstreckt sich horizontal, das Zentrum der Milchstraße liegt in der Bildmitte. Der Himmelsnordpol befindet sich links oben und der Südpol rechts unten.

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    Die zur Faraday-Karte gehörige Unsicherheitskarte: Im Bereich des Himmelssüdpols sind die Messunsicherheiten besonders hoch, da hier am wenigsten Daten vorliegen.

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    In dieser Darstellung wurde der Effekt der galaktischen Scheibe heraus gerechnet, um schwächere Strukturen des galaktischen Magnetfeldes deutlicher sichtbar zu machen. Die Magnetfeldrichtungen ober- und unterhalb der Scheibe scheinen entgegengesetzt zu sein, wie anhand der positiven (rot) und negativen (blau) Werte zu erkennen ist. Ein analoger Richtungswechsel findet auch an der vertikalen Mittellinie statt, die durch das Zentrum der Milchstraße verläuft.

Magnetfeldstruktur unserer Heimatgalaxie mit bisher höchster Präzision rekonstruiert

Astronomen haben erstmals die Magnetfeldstruktur der Milchstraße im Detail ausgemessen. Um diese Himmelskarte zu errechnen, wurden Daten von über 41.000 Einzelmessungen mit einem neuartigen Verfahren zur Bildrekonstruktion kombiniert. Dabei arbeiteten Theoretiker des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA), die sich auf das neue Gebiet der Informationsfeldtheorie spezialisiert haben, und ein großes internationales Team von Radioastronomen zusammen. Die neue Karte zeigt nun nicht nur den gesamten Aufbau des galaktischen Magnetfeldes auf großen Skalen, sondern auch kleinskalige Strukturen, die Aufschluss über turbulente Strömungen im galaktischen Gas geben.

Magnetfelder unbekannter Quelle

Alle Galaxien sind von Magnetfeldern durchzogen, so auch unsere Milchstraße. Dabei folgen die Magnetfeldlinien zum Teil den Bewegungen des galaktischen Gases, können aber auch die Ursache für derartige Bewegungen sein. Trotz intensiver Forschung ist der Ursprung der Magnetfelder noch immer unbekannt. Man nimmt zwar an, dass sie durch Dynamoprozesse aufgebaut werden, bei denen mechanische Energie in magnetische Energie umgewandelt wird, Beweise dafür haben die Astronomen aber bislang noch keine gefunden. Ähnliche Prozesse laufen im Innern der Erde, der Sonne und im weitesten Sinn auch in Fahrraddynamos ab. Die neue Karte galaktischer Magnetfelder liefert nun immerhin neue Einblicke in die Maschinerie dieses galaktischen Dynamos.

Eine Möglichkeit die kosmischen Magnetfelder zu messen bietet der seit über 150 Jahren bekannte Faraday-Effekt. Dabei wird die Polarisationsebene von polarisiertem Licht, das durch ein magnetisiertes Medium fällt, gedreht. Das Ausmaß dieser Drehung hängt unter anderem von der Magnetfeldstärke und -richtung ab und erlaubt es somit, diese Eigenschaften zu untersuchen. Um das Magnetfeld unserer eigenen Galaxie zu messen, benutzen Radioastronomen das polarisierte Licht entfernter Radiogalaxien, welches auf seinem Weg zu uns die Milchstraße durchqueren muss. Die dabei auftretende Drehung der Polarisation durch den Faraday-Effekt kann durch Messungen bei verschiedenen Frequenzen rekonstruiert werden. Damit können die Astronomen für die Sichtlinien zu den so vermessenen Radiogalaxien die Stärke des Faraday-Effektes bestimmen und erhalten somit Information über das galaktische Magnetfeld.

Neuartiger Algorithmus

Um Messfehler und-Ungenauigkeiten auszugleichen haben Wissenschafter am MPA einen neuartigen Algorithmus zur Bildrekonstruktion entwickelt, den "erweiterten kritischen Filter". Das Team nutzt dabei Methoden der neuen Informationsfeldtheorie, die logische und statistische Methoden auf Felder mit ungenauen Fehlerangaben anwendet. Dieser Ansatz ist so allgemein, dass er für eine Vielzahl von Bild- und Signal-verarbeitenden Anwendungen in Astronomie, Medizin und Geographie von Nutzen sein kann.

Neben der detaillierten Faradaykarte (obere Abbildung) liefert der Algorithmus auch eine Karte der verbleibenden Unsicherheiten (mittlere Abbildung), die insbesondere in der galaktischen Scheibe und in der weniger gut beobachteten Region um den Himmelssüdpol (rechter unterer Quadrant) deutlich größer sind. Um die Strukturen im galaktischen Magnetfeld hervorzuheben, ist in der unteren Abbildung der Effekt der galaktischen Scheibe heraus gerechnet worden, sodass schwächere Strukturen ober- und unterhalb der galaktischen Scheibe besser sichtbar sind.

Karte stützt Theorie

Dadurch zeigt sich neben dem auffälligen horizontalen Band der Gasscheibe unserer Milchstraße in der Bildmitte, dass die Magnetfeldrichtungen ober- und unterhalb der Scheibe entgegengesetzt zu sein scheinen. Ein analoger Richtungswechsel findet auch an der vertikalen Mittellinie statt, die durch das Zentrum der Milchstraße verläuft.

Ein spezielles Szenario des galaktischen Dynamos sagt genau diese symmetrischen Strukturen voraus; dieses wird somit durch die neu erstellte Karte unterstützt. Die Magnetfeldlinien laufen in diesem Szenario parallel zur Ebene der galaktischen Scheibe kreis- oder spiralförmig um das galaktische Zentrum, wobei sie oberhalb und unterhalb der Scheibe entgegengesetzte Richtungen haben (unter Abbildung). Von unserer Randposition in der galaktischen Scheibe aus gesehen entstehen daher die beobachteten Symmetrien der Faradaykarte.

Kleine turbulente Strukturen

Neben diesen großskaligen Strukturen sind aber auch diverse kleinere Strukturen zu sehen, die mit turbulenten Verwirbelungen und Verklumpungen im äußerst dynamischen Gas der Milchstraße zusammenhängen. Die neue Methode liefert als Nebenprodukt eine Charakterisierung der Größenverteilung dieser turbulenten Strukturen, das sogenannte Leistungsspektrum, wobei größere Strukturen stärker ausgeprägt sind als kleinere, wie es für Turbulenz typisch ist. Dieses Spektrum kann direkt mit Vorhersagen aufwändiger Computersimulationen der turbulenten Gas- und Magnetfelddynamik unserer Galaxie verglichen werden und erlaubt somit, galaktische Dynamomodelle im Detail zu testen. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 136
1 2 3 4
F S 3
66
8.12.2011, 18:23
Also nochmals kurz zusammengefaßt: Für den kundigen Physiker sind diese Magnetfelder natürlich nie und nimmer "rätselhaften" Ursprungs,wie auch das dazugehörige Paper ja geradezu vor elektrischen Euphemismen wimmelt!-Die dürfen das nicht schreiben,…

…weil nicht anzunehmen ist,daß wirklich alle Autoren physikalisch derart untergebildet sind,wie es nach Durchsicht dieser-beinahe schon komisch anmutenden-Beschreibungen scheint.

Da lesen wir etwa gleich zu Anfang:
"Magn.Felder sind im interstellaren Meduim allgegenwärtig…" (werden ausschließlich durch Strom generiert)

oder…

"…die Dichte thermischer Elektronen…" (thermal=physikalische Verbrämung von "in Bewegung"-also elektr.Strom)

"Synchotronstrahlung" etwa ist auch ein typisches Anzeichen v.Strom in Plasma.

Das Ganze strotzt vor Elektrizität -aber offensichtlich wagt es niemand auszusprechen- daß der Kaiser wieder einmal nackt ist.



So wird also ein Paradigma am Leben erhalten,und viele kluge Leute werden immer dümmer gemacht

meischi@leistung.at
00
14.12.2011, 19:08
"Für den kundigen Physiker sind..."

Sie kennen einen kundigen Physiker ?

Bitte Bitte
01
10.12.2011, 02:18
Ich hab das auch gleich gesehen ...

... und bei mir haben die keine Chance mich mit ihrem de facto schon toten Paradigma immer dümmer zu machen, weil ich lese F S 3 (Fox Science Dry)

Treu ergeben
B.B.

1.602*10^-19
02
9.12.2011, 15:45
".. Für den kundigen Physiker.."

"...Da lesen wir etwa gleich zu Anfang:
"Magn.Felder sind im interstellaren Meduim allgegenwärtig…" (werden ausschließlich durch Strom generiert)..."

Für den kundigen Physiker, unter die sich sich scheinbar einreihen, ist aber nicht allein nur Strom Ursprung für B-Felder;
Ich geb Ihnen eine Gedankenhilfe falls Ihnen es entfallen sein sollte:
* Zeitlich sich ändernde E-Felder erzeugen B-Felder
* Dauermagneten (auch Gase können magn. sein ;-) )
Aber für sie kundigen Physiker, wohl nichts neues, oder doch? ;-)

elle ektra
00
10.12.2011, 13:24
;-) ;-) ;-) ...

auch Gase können magnetisch sein???
Wie das (ohne dass ein (elektrischer) Strom das Gas magnetisiert)?

Wie kann der Spin eines Teilchens über die weite Distanz zwischen frei herumbewegten Teilchen eines Gases so effektiv weitergegeben werden, dass die Gaspartikeln sich spinmässig ähnlich ausrichten???
Wo ist bitte je ein gasförmiger Permanentmagnet nachgewiesen/gefunden worden?

Das alles interessiert mich sehr.
Ich bitte um entsprechende Quellen/Referenzen (oder eigene Erklärungen).

F S 3
11
10.12.2011, 13:47
Nö - da hat er recht…

…2009 schafte man es am MIT erstmals Lithium nahe dem abs.Nullpunkt magnetisch zu machen.



PS: Außerdem werden hier FS3 Sendungen gelöscht und nicht veröffentlicht, um den üblichen Stricherkindsköppen hier Vorrrang zu geben.

elle ektra
01
11.12.2011, 11:56

also ist Lithium nahe dem absoluten Nullpunkt als 'gasförmiger Permanentmagnet' nachgewiesen worden(?); - ich dachte Lithium wäre bei Raumtemperatur fest (lt. Wikipedia ist der Schmelzpunkt bei 180°C).

F S 3
10
11.12.2011, 16:44
Wer suchet der findet…



"Scientists Create First Ever Magnetic Gas"
http://www.popsci.com/scitech/a... gnetic-gas

elle ektra
00
12.12.2011, 21:51

danke für die Antwort :-)
- ich habe sie erst jetzt bemerkt. Manche postings bleiben offensichtlich zuerst einmal eine Zeit lang stecken...

Hercules
03
9.12.2011, 23:36
Na ja...

..."dauermagnetische Gase" sind im Kosmos wohl eher zu vernachlässigen ;-)

Und spätestens seit Faraday ist das mit den bewegten Feldern auch ein Allgemeinplatz, mmh?

Fakt ist jedoch, dass, bestätigt durch Forschungsberichte des letzten Jahres, dem integalaktischen Magnetfeldern und ihren Auswirkungen vermehrt Beachtung zugewendet wird. Und dass ihr Vorhandensein mehr als nur "Humbug" ist.

F S 3
54
9.12.2011, 15:54
Das Problem bestünde bloß darin…

…wer da diese vielen Permanentmagneten hinaufgeschleppt haben soll und wozu.

Gott?

Bleiben wir also lieber bei den einfachen, naturwissenschaftlichen Erklärungen. Das kosmo-logische(?) Standardmodell hat schon genug wirre Hypothesen.



PS: Ein "zeitl.änderndes" E-Feld ist wohl Stromfluß, oder?

1.602*10^-19
01
9.12.2011, 23:48
PS:

Sie meinen wohl Strom und nicht Stromfluss - der Strom fließt ja schon ;-)
Und der Fluss ist ne eigenständige physikalische Größe..

Ach ja, das könnte Ihnen weiterhelfen:
http://www.uni-heidelberg.de/presse/ne... elder.html

F S 3
22
10.12.2011, 15:02
PS: Naturwissenschaft IST "einfach", wenn man ein entsprechendes Basiswissen aufweist…

…Was sie meinen, nennt man TECHNOLOGIE.

Ein kleines Beispiel noch:
http://www.nasa.gov/images/co... 1137by.jpg

Obwohl die dazu "gasförmiges Halo" sagen, weiß jeder Depp, daß die NASA hier ein quadrupolares B-Flux-Feld mit entsprechenden Strömen und den planaren Pinchpunkten dargestellt hat.

derderbenutzer
02
10.12.2011, 18:40

Geschätztes FS3, da Sie sich auszukennen scheinen:

Was mache ich falsch? Wenn ich Galaxien fotografiere, sind nie Feldlinien - wie auf diesen NASA-Fotos -erkennbar. Vielleicht haben Sie einen Tipp ...

pox vobiscum
01
11.12.2011, 14:42

Pst!
Die Feldlinien laufen unter "Freiheit der Kunst".
Das kriegst Du doch auch locker hin!
:)

F S 3
26
11.12.2011, 11:39
Das FS3 hat in dieser Angelegenheit sogar das Radio Eriwan kontaktiert um Rat und Tat einzuholen…

…wie es auch bei Gerda Rogers nachfragen zu beabsichtigte, ob etwa gar ihr Horoskop mit dieser unerfreulichen Eigenheit in Zusammenhang stünde.

Leider vergebens.

Aber wenn sie vom Land stammen, dürfte es leichter sein! - Stellen sie sich mit ihrem Teleskop ganz einfach auf das nächstgelegene, frisch gepflügte Feld und sie werden ihre Linien sehen…

derderbenutzer
00
11.12.2011, 17:56

Eigenartig, dass Sie mir zu so etwas raten. Im Sommer habe ich genau das nächtens versucht. Aber was soll man machen: Dieser Acker war wegen spektakulärer Kornkreise von der Bezirkshauptmannschaft zum Sperrgebiet erklärt worden.

Das war nämlich so, ein von Außerirdischen im Feld vergrabener magnetischer Monopol hat dazu gef ...

Was red' ich da, Sie wissen eh genau was damals passiert ist.

1.602*10^-19
01
9.12.2011, 23:46
Tut mir Leid, Naturwissenschaft ist oft nicht so einfach wie Sie sich's vielleicht wünschen würden..

Glauben Sie denn Dauermagneten gibt es nur auf Erde?!
Vielleicht ist Ihnen nicht ganz klar wie Dauermagneten entstehen - nämlich durch Einwirkung eines magn.Feldes auf ein magnetisierbares Material. (auch gasförmig ;-) )
Aufgrund noch ungeklärten auftretenden starken Magnetfeldern haben sich STATISCHE Felder im Universum gebildet. [Diese stehen NICHT in Wechselwirkung mit E-Feldern.]
Der Ursprung ist unbekannt - auch wenn manch 'kundiger' Physiker wie Sie aufgrund Benutzung einfacher, naturwissenschaftl. Erklärungen sofort auf Ströme schließt.
..
Nein. z.B.Verschiebung einer Punktladung im Raum würde E-Feld verändern, würde aber nicht als Strom bezeichnet werden. Darum wird allgemein formuliert im zeitlich sich ändernden E-Feld.

F S 3
34
10.12.2011, 06:32
Ja, ja - sie haben ja völlig recht, nur beschwören ihre Postings irgendwie das Bild eines Ertrinkenden herauf, der sich an alle verfügbaren Strohhalme klammern will, um nicht unterzugehen. Das FS3 sieht sich diese Abbildungen der Magnetfelder an-und…

…erkennt ganz einfach 2 gegenläufige Bereiche-oberhalb u.unterhalb der Scheibe unserer Milchstraße,parallel zu iher-in spiralförmig od.kreisförmiger Konfigurierung.

Ganz ohne Zuhilfenahme sinniger Tools,wie dieser neuen "Informationsfeldtheorie,die Logik u.stat.Prozesse verknüpft um ungenaue Informationen zu evaluieren"(Zitat Paper).

Mechanische Energie wird in magn.Energie mittels eines Gerätes Namens DYNAMO umgewandelt. Dazu braucht es erst mal ein permanentes Quellfeld,das laut ihren Überlegungen angeblich primordial "irgendwie i.d.Materie drinstecken soll". Sokoloff et al zeigte 2009,daß dies nicht unbedingt so funktioniert, wie sie das gerne hätten.

Die beste Erklärung wären eben 2 massive Strömkanäle v.oben u.unten i.d.Galaxie.

FS 4
12
8.12.2011, 11:15

Aber nicht in Panik verfallen Leute: Die Gravitation existiert trotzdem. ;)

Harabeli
00
7.12.2011, 18:08

ich vermisse auf den bildern die position des planeten erde.
danke

Trurl
01
8.12.2011, 05:52

Falls die Frage ernst gemeint war:
Das sind, sozusagen, "Himmelskarten".
Denken Sie Sich die Bilder als Oberfläche einer Kugel und die Erde findet sich im Zentrum derselben.

derderbenutzer
115
8.12.2011, 01:02

Wenn Sie sich im Freien leicht vorbeugen und dabei senkrecht nach unten blicken, sehen Sie die Oberfläche des von Ihnen gesuchten Himmelskörpers und können seine Position bestimmen.

pox vobiscum
00
8.12.2011, 13:58
:)))

LCD
21
7.12.2011, 20:47

Ich vermisse in ihrem Beitrag die Großbuchstaben.

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