Nationalrat

Breite Mehrheit für die Krankenanstalten-Reform

6. Dezember 2011, 21:51

Stöger: "Richtungsweisend" - FPÖ befürchtet Leistungseinschränkungen

Wien - "Tatsächlich eine große Reform" hat der Nationalrat am Dienstag - nach den Worten von Gesundheitsminister Alois Stöger (S) - mit dem neuen Krankenanstaltengesetz beschlossen. Künftig können die Bundesländer die Spitäler flexibel an den Bedarf der Region anpassen. Großes Lob für Stöger kam von ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger, auch Grüne und BZÖ stimmten zu. Die FPÖ fürchtet um die Qualität der Versorgung.

Mit der Neuregelung kann die Bettenzahl in den öffentlichen Spitälern flexibel gestaltet werden. Derzeit ist z.B. gesetzlich vorgeschrieben, dass Krankenhäuser eine eigene Chirurgie sowie eine interne Abteilung mit jeweils mindestens 30 Betten betreiben müssen - künftig ist nur mehr die Basisversorgung erforderlich. Die Betten, die bisher zu viel waren, können umgeschichtet werden, wie zum Beispiel bei einem Spital in einem großen Skigebiet von der Chirurgie in die Unfallchirurgie. Zudem werden Tages- und Wochenkliniken möglich, die nicht mehr sieben Tage rund um die Uhr in Betrieb sind. Diese können auch einer Abteilung eines anderen Krankenhauses zugeordnet sein ("dislozierte Tageskliniken").

"Dieses Gesetz ist tatsächlich richtungsweisend", war Stöger stolz auf seine Reform. Damit werde die Versorgung "massiv verbessert" und "am richtigen Fleck gespart". Das Gesetz ermögliche den Ländern, die Leistungen an den Bedarf der Bevölkerung anzupassen - und erhöhe damit aber auch ihre Verantwortung, auf die Qualität zu achten. Rasinger freute sich über eine "ziemlich große Reform, die das Spitalswesen reformieren könnte". Sie sei eine Antwort auf die Kritik - etwa auch von Seiten der OECD -, dass Österreich zu viele Spitalsbetten habe.

Alles andere als begeistert äußerte sich FPÖ-Ärztesprecher Andreas Karlsböck. Mindeststandards würden abgeschafft, die Länder erhielten "völlig freie Hand". Leistungseinschränkungen aus monetären Gründen seien zu befürchten, bemängelte er. Man müsse "den Ländern auf die Finger schauen", forderte der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald. (APA)

Got Your Nose!
00
7.12.2011, 23:28

wenn keine vollidioten mit der umsetzung betraut werden, hört sich das für meine mager informierten ohren nicht so schlecht an.

sainty1
02
7.12.2011, 08:14
fand die FPÖ schon irgendwas gut was ne andere Partei

umgesetzt hat?

Oder hat sie dann schon jemals einen umsetzbaren Gegenvorschlag geliefert?

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