Islamabad/Berlin - Die sunnitische Terrororganisation
Lashkar e-Jhangvi al-Alami wird für Dutzende von Angriffen auf die
schiitische Minderheit in Pakistan verantwortlich gemacht. Die im
Jahr 2009 gegründete Gruppierung gilt als Splittergruppe der
Terrorgruppe Lashkar e-Jhangvi und ist in Pakistan verboten. Bei
Anschlägen der Gruppe sollen seit 2010 mindestens 200 Menschen in
Pakistan ums Leben gekommen sein.
Übersetzt bedeutet der Name in etwa "Die weltweite Armee von
Jhang", einer Stadt in Zentralpakistan. Die amerikanische
Nachrichtenseite "The Long War Journal" beschreibt die Organisation
als eine "anti-schiitische Terrorgruppe mit einem weit ausgedehnten
Netzwerk in Pakistan, die sich mit Al-Kaida und den Taliban in
Pakistans Stammesgebieten verbündet hat."
Lashkar e-Jhangvi war ursprünglich Teil der in den 1980er Jahren
in der Stadt Jhang gegründeten militanten Sunni-Organisation
Sipah-e-Sahaba. Beide Gruppen wurden vom damaligen Präsidenten Pervez
Musharraf im Jahr 2002 als Terrororganisationen verboten. Ziele der
sunnitischen Extremisten sind Schiiten und Mitglieder der
Ahmadiyya-Minderheit.
Die Splittergruppe Lashkar-e-Jhangvi al-Alami soll besonders enge
Kontakte zu Al-Kaida unterhalten. Als Anführer der Gruppe galten der
angeblich in diesem Jahr von einer US-Drohne getötete Terrorist Ilyas
Kashmir und Abu Zaid Al-Misri, ein örtlicher Kommandant der Al-Kaida.
Unter den Mitgliedern der Gruppe sollen sich Pakistaner, Kämpfer aus
arabischen Staaten sowie Usbeken befinden. Nach Angaben der
pakistanischen Sicherheitsdienste tritt Lashkar-e-Jhangvi al-Alami
auch unter dem Namen "Asian Tigers" auf. (APA)