Schuldenkrise

Vermögenssteuern, das Börserl und die "Jagdgesellschaft"

6. Dezember 2011, 18:32

Rot und Grün wollen in Österreichs Milliardenbunker

Der Streit um Reichensteuern sorgte am Dienstag im Nationalrat für unübliche Allianzen. Der eine Koalitionspartner SPÖ ist mit den Grünen dafür. ÖVP, BZÖ und FPÖ sind dagegen. Dabei komme die Forderung nach einer Vermögenssteuer nicht von einer "linken Jagdgesellschaft", sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig, deren Partei das Thema, für die Aktuelle Stunde wählen durfte. Sie verwies auf Anregungen der OECD. Auch Christoph Matznetter (SPÖ) will "bei denen schauen, die Milliarden bunkern".

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) konterte, der Staat greife mit einer Steuerquote von 42,8 Prozent schon "sehr tief in die Geldbörsen". Österreich habe nicht zu wenige Steuern, es werde "zu viel ausgegeben". Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) schloss in den "Salzburger Nachrichten" Steuererhöhungen nicht aus. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.12.2011)

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Posting 1 bis 25 von 36
1 2
hellipirelli
00
11.12.2011, 18:02
Vermögenssteuer - aber wie viel und von wem?

In der Sendung
http://tvthek.orf.at/programs/... Im-Zentrum
ließ Dr.Marterbauer (wifo-Mitarbeiter und SPÖ-Berater in Steuerfragen) die Katze aus dem Sack:
ab 500.000€ 0,5 bis 0,7% vom Verkehrswert!
Z.B.: Miethaus mit 6 Wohnungen und Garten: Verkehrswert 2,3 Mio., Mieteinnahmen minus Aufwendungen 14.000/Jahr minus 7.000 ESt. (der Hauseigentümer hat auch ein LSt.-pflichtiges Einkommen)
Vermögenssteuer: 11.500 bis 16.100€/Jahr.
Wenn er die Vermögensteuer von der ESt. absetzen kann, zahlt er also ab sofort keine ESt. mehr für sein Haus.
Dafür zahlt er 11.500,- bis 16.500,-€ Vermögensteuer bei 14.000,-€ Einnahmen!!!
Da wird ihn aber das FA bald nach dem Liebhaberei-§ am Wickel haben!

Hier posten einige, ohne eine Ahnung zu haben!

odranoel-64
00
Und wie wenig der Steuersatz mit dem Steuerbetrag

zu tun hat, wissen alle ESt-pflichtigen. Es kommt auf die Bemessungsgrundlage an. Und die schmilzt meist wie Eis in der Märzsonne. Aber darauf weist die Schutzmantelmadonna der Vermögenden nicht hin, wenn sie den höchsten Steuersatz im Munde führt.

hellipirelli
00
Bemessungsgrundlage...

... soll nach dem Wunsch Marterbauers (SPÖ) der Verkehrswert, nicht mehr wie bisher der Einheitswert sein, das habe ich doch in meinem Posting geschrieben. Der Steuersatz soll 0,7 sein.
Gibt bei Haus- und Grundvermögen von 2,3 Mio. eine Vermögensteuer von 16.100,-€ jährlich!
Und das bei 14.000,- bis 16.000,-€ Einkommen vor Abzug der ESt.!!!
Schauen Sie sich einfach die Sendung "Im Zentrum" in der tvthek an. Ich konnte es zuerst auch nicht glauben.

Schwedenbombe
 
00
10.12.2011, 23:16
Vermögen als Definition

Und wer garantiert, dass sich diesecnicht ändert und schwups wer zahlt es dann wieder?

Schön langsam reichte mit steuern und das auch noch von der SPÖ vorangetrieben, es wird immer abartiger hierzulande

Weltfremd ?
00
10.12.2011, 12:42
Es ist unglaublich, wie

unkritisch manche Aussagen der OECD wieder verwendet werden. Der Gesamtkontext wird dabei aber nicht berücksichtigt. Unabhängig davon hat die OECD schon viel Widersprüchliches und Sinnloses vorgeschlagen.
Zweifellos handelt es sich bei der Substanzbesteuerung um eine linke Ideologie und alleine zu beurteilen, ob es abdere auch so machen ist auf jeden Fall falsch. Wollen wir uns in Zukunft an den Arbeitsverhältnissen in China messen. Dort sind viel mehr Arbeitnhmer von unzumutbaren Verhältnissen betroffen, scheinbar ist das gerechtfertigt. Das hat aber ncihts mit dem dort herrschenden System zu tun !

pretty1
05
10.12.2011, 11:28
Feuerwerkskörper mit 100 % besteuern - 30 Mio Euro, ohne daß die IQ- benachteiligten Knall-Fans es überhaupt merken !

peter schlesinger
00
10.12.2011, 17:45
auch 150 oder 200% könnte man andenken

und wenn wir Silvester vierteljährlich feiern, dann haben wir viel schneller unsere Schulden abbezahlt oder abgeknallt.

Spekulant1
27
7.12.2011, 19:44
Schon irre:

Zuerst bezahlt man Einkommenssteuer und dann soll man für das Geld, das man sich für schlechte Zeiten spart, nicht nur KESt (auf die Erträge) bezahlen, sondern auch noch eine weitere Steuer!

Martin Rosenkranz
52
10.12.2011, 09:21
Und ich seh nicht ein

wieso Arbeit mit höheren Abgaben belastet ist als Kapital.

hellipirelli
00
11.12.2011, 18:09
nachdenken und lesen

@ Martin Rosenkranz: lesen Sie mein posting weiter oben, vielleicht klingelt's dann sogar bei Ihnen!?
Eine "Reichensteuer" verpufft bei den echten Millionären wirkungslos, denn nichts ist schneller ins Ausland verlegt als eine Stiftung. Es geht gegen den (gehobenen) Mittelstand, der sich (für seine Kinder, die eh keine Jobs mehr kriegen) etwas gespart hat. ÖVP und SPÖ/Grüne wissen: nur die Menge macht's!!!

peter schlesinger
02
10.12.2011, 17:48
der, der sein Erspartes am Konto hat

hatte durch seine Arbeit bereits Steuern geleistet, so wie Sie es heute tun.

Martin Rosenkranz
01
10.12.2011, 19:59
der sein Erspartes am Konto hat

Es geht aber nicht um die paar Kröten erspartes sondern um die Milliarden mit denen am Kapitalmarkt Geld verdient wird - und das gehört äquivalent besteuert.

Und ja - ich habe auch Erspartes und Aktien...und arbeite...

hellipirelli
00
am Kapitalmarkt verdientes Geld...

... unterliegt der Finanztransaktionssteuer, Zinsertragssteuer, Spekulationssteuer...
Da kann man, wenn man will, ja am Rädchen drehen, die Vermögensteuer auf Immobilien ist aber etwas anderes.
Ein Einfamilienhaus samt Grundstück in einer Landeshauptstadt stellt meist einen Verkehrswert von über 1 Mio. € dar. Es wäre nach den Wünschen der SPÖ/der Grünen vermögensteuerpflichtig. Bemessung nach dem Verkehrswert, Steuersatz "zwischen 0,3 und 0,7%" laut Marterbauer. Macht bei 1,0 Mio. eine jährliche Vermögensteuer zwischen 3.000 und 7.000,-€!!!

LT81
31
10.12.2011, 10:25

so ist es, keiner der sein geld durch arbeit verdient sieht das ein. natürlich sieht es anders aus wenn man selbst von einer vermögenssteuer betroffen wäre. es ist aber wie immer das selbe, sparen wir doch bitte aber nicht bei mir. von mir aus auch höherer steuern, aber dann bitte nicht bei mir.
ich würde mal eine behauptung aufstellen. ein großteil der leute die gegen eine vermögenssteuer sind wären sofort dafür, dass man kleinverdiener mehr steuern zahlen lässt. ich denke das sagt dann schon genug aus.

hellipirelli
00
@ LT81

Sie werfen unzulässigerweise Ertragssteuern (ESt., LSt.) mit Bestandssteuern (Vermögensteuer) in einen Topf.
Wenn Sie ein Haus hätten, dessen Überschüsse (14.000,-p.a.) Sie schon bisher mit 50% (7.000,-p.a.) einkommenversteuern müssen, weil Sie ja auch Einkünfte aus unselbständiger Tätigkeit haben, und es kommt einer daher und sagt Ihnen, dass sie nun auch noch 16.000,- Vermögensteuer p.a. zahlen müssen, dann wären doch auch Sie etwas verblüfft, oder?

Weltfremd ?
01
10.12.2011, 13:53
Wer sagt denn,

dass das Geld nicht durch Arbeit verdient wurde. Bei Vermögenszuwachs wäre das alles ganz anders, wenn einfach die Progression bei allen Formen der Einkünfte voll berücksichtigt würde.
Sonst bin ich, wenn es gerecht sein soll, für Beteuerung allen Besitzes mit gleichem Prozentsatz, dann würde jeder merken, was es bedeutet Substanz zu besteuern und es bleibe weiterhin so, dass jemand der nichts hat, auch keine Steuern zahlen muss.

LT81
10
10.12.2011, 16:36

für mich ist der faktor arbeit einfach viel zu hoch besteuert und genau aus diesem grund kann sich bei uns fast keiner ein vermögen durch arbeit anhäufen. wenn man glück hat dann erbt man einiges, hat nichts dafür geleistet, wird dann aber natürlich garnicht in die pflicht genommen. für mich geht es um die eigenleistung und nicht was die eltern oder wer auch immer geschaffen hat.
im übrigen könnte ich mich mit einer vermögenszuwachssteuer auch anfreunden.

hellipirelli
00
11.12.2011, 18:17
@ LT81

...und die Eltern, die das Vermögen dem jetzigen Eigentümer geschenkt haben, haben keine Steuern gezahlt?
Bei vielen mittleren Haus- und Grundeigentümern läuft die SPÖ/Marterbauer - Formel auf Enteignung hinaus. Vielleicht kommen so ein paar rote Wohnbaugenossenschaften günstig zu zusätzlichen, unter Einsatz aller Mieteinnahmen von den vormaligen Eigentümern generalsanierten Häusern?
Es ist zum Kotzen!

Pauli Feuerstein
24
8.12.2011, 10:39
Sozialistischer Diebstahl 2.0

Pauli Feuerstein
16
7.12.2011, 15:34
Mit der Einführung einer Vermögensteuer für "Reiche"

wird dem Diebstahl Tür und Tor geöffnet! Dabei bleibt es nicht, eine SPÖ mit den Grünen würde jederzeit den Mittelstand voll zu Kasse bieten, wenn es sich im Parlament ausginge!

Also, Finger weg!

GhostInside
12
7.12.2011, 15:27
Reichensteuer

Die Vermögenden haben genug Geld für Steuerberater um sich rechtliche Schlupflöcher zu suchen.

hellipirelli
00
11.12.2011, 18:29
@ GhostInside

Sie haben wirklich keine Ahnung und verwechseln alles:
Wenn jemand ein Grundstück hat (vielleicht für seine Söhne, damit die einmal ein Startkapital haben), das 600.000€ wert ist, dann hat er keine Zusatzeinnahmen, schon eherAufwendungen u. Schulden.
Nach dem Marterbauer/SPÖ-Konzept zahlt er dafür 3000 bis 4.200€ Vermögensteuer - pro Jahr! (Marterbauer: "Sind ja nur 0,5 bis 0,7%")
Dabei sollte er aber für die Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer sparen, die sein Sohn (der wahrscheinl. arbeitslos sein wird) ebenfalls vom Verkehrswert bezahlen muss, wenn's nach SPÖ/Grünen + Mikl-Leitner geht.

ND1
05
7.12.2011, 11:39
ich befürchte nur

dass, sobald die Vermögenssteuer eingeführt ist, neue Steuerregeln beschlossen werden wonach künftig auch Vermögende ohne Vermögen Vermögenssteuer zahlen müssen wenn die theoretische Möglichkeit bestehen würde dass sie ein Vermögen machen könnten ...

Charly Blecher
01
7.12.2011, 17:16
Diese Regelung gibt es bereits...

...und nennt sich Einkommensteuer.

LT81
03
7.12.2011, 13:24
Vermögende ohne Vermögen?

öhm ja...sie meinen wahrscheinlich Menschen die ihr Geld durch arbeit verdienen und sich deshalb ein gutes Leben leisten und das Geld ausgeben? Liege ich richtig?

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