Kärnten

Spitäler: Kündigung trotz Jobgarantie der Politik

6. Dezember 2011, 18:28

Kabeg muss hohe Abfindungen zahlen

Klagenfurt - So einfach wie geplant dürfte das von FPK und ÖVP veranlasste Köpferollen in den Chefetagen der Kärntner Landesspitäler (Kabeg) doch nicht ablaufen. Zumindest dürfte es den Steuerzahler viel Geld kosten. Montagabend wurde wieder ein brisanter Arbeitsprozess gegen die Kabeg vertagt. Die Vize-Chefin des Klinikums Klagenfurt, Claudia Scharm-Groicher, war von Kabeg-Vorstand Ines Manegold aus "betrieblichen Gründen" gekündigt worden. Sie beeinspruchte und machte eine vom Land Kärnten mit dem Kabeg-Betriebsrat vereinbarte Jobgarantie geltend.

Verliert die Stellvertreterin des geschassten Klinikum-Direktors Herwig Wetzlinger den Prozess, hieße das, dass die Jobgarantie der Politiker Makulatur wäre und sämtliche 7000 Kabeg-Mitarbeiter jederzeit kündbar wären. Darüber wollte man am Montag vor Gericht nicht diskutieren. Der Kabeg-Anwalt bot gleich zu Prozessbeginn einen Vergleich an: eine satte Abfindung. Einigt man sich nicht, folgt der nächste Prozesstermin im Februar. Den "Vater" des neuen Klinikums Wetzlinger wurde man ebenfalls nur mit einer hohen Abfertigung samt Betriebspension los.

Brisante Enthüllungen befürchtet

Auch der ehemalige medizinische Direktor Thomas Koperna steht noch auf der Abschussliste Manegolds im Auftrag von Blau-Schwarz. Auch er wehrt sich via Arbeitsgericht gegen seine fristlose Entlassung und hätte noch viel brisantes Enthüllungsmaterial auf Lager. Etwa, dass er von Manegold 2010 beauftragt wurde, das neue Kabeg-Gesetz zu erarbeiten: gemeinsam mit dem Leiter der Kärntner Rechtsabteilung Albert Kreiner, dem damaligen stellvertretenden ÖVP-Klubdirektor Martin Payer und der FPK-Anwaltskanzlei Gheneff-Rami-Sommer. Kreiner wurde nach Inkrafttreten des neuen Kabeg-Gesetzes Vorsitzender der Expertenkommission, die für die strategische Lenkung der Kabeg zuständig ist. Payer wurde mit der Position des Kabeg-Finanzchefs belohnt.

Die Pro-forma-Ausschreibung seiner Position kostete den Steuerzahler immerhin 25.000 Euro, Anwalt Sommer kassierte 107.000 Euro für seine Mitarbeit. In beiden Fällen ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft. Damit solche "Interna" nicht vor Gericht ausgewalzt werden, dürfte auch Kopernas Abgang vergoldet werden: Man munkelt über zwei bis drei Jahresgehälter. (stein, DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.12.2011)

sainty1
01
7.12.2011, 08:18
lalala gibts eigentlich auch was anderes aus Kärnten außer

Schulden, Polit-Verbrecher und Korruptionsbefürworter?

aja..der Speck..der is gut

Le Monde
00
10.12.2011, 19:05
ja den teuerungsausgleich!

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