Trotz Preisunterschieden

Studie: Antidepressiva wirken sehr ähnlich

6. Dezember 2011, 17:42

Laut Studie wirken Medikamente trotz Preisunterschieden sehr ähnlich

Antidepressiva zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten weltweit. Dementsprechend viel investieren Pharmafirmen in die Vermarktung ihrer Produkte. Dass manche Medikamente zur Therapie von Depression eine bessere Wirkung zeigen als andere, lässt sich jedoch nicht nachweisen, wie eine aktuelle Untersuchung der Donau-Universität Krems zeigt.

Zum Einsatz bei der medikamentösen Therapie von Depression kommen heute eine Reihe von Antidepressiva der so genannten zweiten Generation. Eine wissenschaftliche Untersuchung aller publizierten Studien der unterschiedlichen Produkte wurde nun im Rahmen einer großen systematischen Übersichtsarbeit der US Agency for Healthcare Research and Quality unter der Leitung von Gerald Gartlehner MPH von der Donau-Universität Krems durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit der Antidepressiva trotz großer Preisunterschiede sehr ähnlich und damit der Nutzen vergleichbar ist - wenngleich es manche Unterschiede bei den Nebenwirkungen gibt, heißt es in einer Aussendung der Donau-Uni.

Die aktuellen Ergebnisse basieren auf einer Analyse von 234 Studien, die wissenschaftliche Erkenntnisse zu den 13 am meisten verwendeten Antidepressiva der zweiten Generation beinhalten. "Die Pharmaindustrie wendet allein in den USA rund 400 Million US Dollar pro Jahr zur Vermarktung von Antidepressiva auf. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass es keine wissenschaftlich belegte Berechtigung gibt, ein bestimmtes Medikament aufgrund der besseren Wirksamkeit zu bevorzugen", erklärt Gartlehner. Dennoch seien Antidepressiva nicht identisch, fügt der Mediziner hinzu. Unterschiede in der Zeit bis zum Ansprechen und in Nebenwirkungen könnten die Auswahl eines bestimmten Medikaments für den einzelnen Patienten beeinflussen. Der Report wurde in dem renommierten Fachmagazin "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht. (red, derStandard.at)

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Abstract zur Studie in "Annals of Internal Medicine"

Kommentar posten
22 Postings
Tronje
00
8.12.2011, 14:37

Wenn man nur eine Wirkung, also eine antedepressive, erziehlen möchte, kann jedes X-beliebige Medikament gegeben werden, da uunterscheiden sich die Medikamente nicht (hoher Evidenzgrad). Allerdings muss jedes AD anhand der UAW (unerwünschten Arzneiwirkung) und der Symptome und Labor (Schlaf? Antrieb? Elektrolyte? Leber? Niere? Kognitive Defizite? Ko Morbiditäten? Unruhe?) ausgewählt werden. Idealerweise ist eine mittelgradige Depression mit einer PT zu ergänzen.

bullfrog
11
8.12.2011, 09:59

Wenn´s die "Master-Kaufanstalt" Donau-Uni sagt, muss es ja stimmen.

gnu1
00
29.3.2012, 08:59
so eine Uni

ist ein großes Ding. Die Duk ist in vielen Punkten zu kritisieren, aber was der Gartlehner da aufbaut, ist schon was besonderes, gerade wenn man den Stand der evidenzbasierten Medizin in Österreich bedenkt. Unter anderem hat er mit seinen Mitarbeitern das öst. Cochrane -Zenter geschaffen.

OphiuchuS
01
7.12.2011, 23:03
Soll das heißen, unabhängig von den Wirkstoffklassen wirken alle gleich gut?

Bis auf diese und jene Nebenwirkungen? Also ganz gleich ob leichtes Antidepressivum oder Anti-Psychotika? Das sieht ja ein Laie, dass das nicht stimmen kann.

subspace99
02
8.12.2011, 11:29

Ja, aber dass Problem dürfte in diesem Fall eher sein, dass der Laie Neuroleptika (Antipsychotika) für Antidepressiva hält. :P

Nexialist
00
8.12.2011, 11:14
die beziehen sich auf die Marken und nicht auf die Stärke

sprich zwei leichte AD's von Pfizer und irgend einem Generica haben nur minimale Unterschiede in der Wirkung.

Es liegt doch auf der Hand, daß es von jedem Hersteller stärkere und schwächere gibt die in ihren Klassen natürlich nicht vergleichbar sind.

Die Nebenwirkungen sind nach meiner Erfahrung sowieso bei allen in etwa gleich...

...ergo... man kann bedingungslos den Arzt dazu ermutigen einem das billigere zu verschreiben, wodurch dann mehr Geld zB für den Betrieb von Krankenhäusern über bleibt oder vielleicht auch Arme eine bessere medizinische Versorgung bekommen können...

...quasi eine Spende an Bedürftige ohne persönlichen Nachteil...

Mir wern kan Richter brauchn
00
7.12.2011, 18:55
Respekt

hervorragende Arbeit!!

Minister der Ökomonie
07
7.12.2011, 14:33
Nebenwirkungen...

...sind aber absolut nicht unerheblich.

Es gibt Nebenwirkungen die sich so schwerwiegend auf den Patienten auswirken können, dass der eventuelle positive Aspekt des Medikaments absorbiert wird.

Beispielsweise wenn man extrem zunimmt und dann mit sozialer Ächtung zu kämpfen hat, oder damit, sich nicht mehr mit seinem Körper identifizieren zu können. Oder wenn die Libido verschwindet, ein Sexualleben nicht mehr möglich ist. Ebenso starke Kopfschmerzen, Schwindel...

Nebenwirkungen sind der Häufigste Aspekt, warum Patienten die ADs wieder absetzen.

rosebud2
00
8.12.2011, 17:49
Blödsinn

...tut mir leid, aber da muß ich schon schmunzeln bei dem Beispiel mit der sozialen Ächtung aufgrund der Zunahme.

So schwer sind die Nebenwirkungen ganz, ganz, ganz, ganz selten. Oft sind sie auch nur vorübergehend in der Anfangsphase bis sie wirken. Wirkeintritt nach 2-3 Wochen. Danach ist man eingestellt und nimmt ganz leichte Nebenwirkungen gerne in Kauf, um Angst, Panikattacken, Antriebslosigkeit etc. mal loszuwerden und sich auf weitere Therapien (Psychotherapie, Sport) einzustellen.
Sie klingen mir auch nicht wie jemand, der selber Antidepressiva nimmt.

rosebud2
00
8.12.2011, 17:46
Blödsinn

Nexialist
00
8.12.2011, 11:16
das mag ja sein

aber bezieht sich nicht auf den Artikel, sondern auf die Wirkungsweise aller ADs...

btw. beim Rauchen aufhören hat man auch die "Nebenwirkung", daß man zunimmt und eine erhöhte Selbstmordgefährdung hat.

Friedrich der Große
21
7.12.2011, 10:44
Verblödete Konsumenten

Auch die Pharmaindustrie muss gut leben und die "Fachtagungen" der Ärzte in der Karibik müssen auch irgendwie finanziert werden

Mir wern kan Richter brauchn
00
7.12.2011, 18:54
Poster müssen nicht unblöd sein

Marketing wegen Karibikreisen?
Selbst wenn alle Tourismusbetriebe in der Karibik gehörten wäre das kommerzieller Unsinn.

Können sie uns vielleicht noch mitteilen, wie hoch der Anteil der Ärzte ist, die zu Fortbildungen in die Karibik reisen?

Edler vom Donnerbalken
01
6.12.2011, 20:02

Tatsachen ist, dass jedes dieser Medikamente bei den patienten unterschiedlich wirkt und anspringt. manche sprechen auf ad gar nicht an, manche nur auf bestimmte ads.

Aussteiger1
03
7.12.2011, 09:16
Ich hab schon ziemlich viele genommen:

Von Trittico bis Cipralex, von Sertralin bis Wellbutrin, von Ixel............

Geholfen hat mir schließlich eine Psychotherapie!

Depressionen dürften in vielen Fällen mit verschiedenen Stressoren zusammenhängen!

Nachdem ein Test ergeben hat, dass meine persönlichen Stressoren im sozialen Bereich liegen, konnte man damit schon einmal in der Therapie arbeiten!

Wer? Da Stoascheißakoarl
 
00
7.12.2011, 21:24
Gratuliere!

Freut mich zu hören, dass es auch Leute gibt, die da wieder rauskommen. Die Fälle in meinem Umfeld verlaufen (verliefen) leider in die andere Richtung: Antidepressiva so lange, bis sie nicht mehr helfen, danach - Dosis erhöhen oder zusätzliche Medikamente.

Severa
02
7.12.2011, 13:46
Ja! Aber...

Ja, Psychotherapie ist das Um und Auf in der Therapie psychischer Erkrankung. Aber in manchen Fällen braucht es medikamentöse Unterstützung, damit sich der Betroffene überhaupt auf die Therapie einlassen kann. Bei schweren Depressionen ist zum Beispiel oft eine medikamentöse Antriebssteigerung (die auch ihre Gefahren birgt, ich weiß) angezeigt. Sonst geht man erst gar nicht aus dem Bett, geschweige denn zur Therapie.

skitourenphilosoph
16
7.12.2011, 11:23

die Psychotherapie - und wenn diese noch so erfolgreich ist - bringt Ihrem Hausarzt und der Pharmaindustrie aber relativ wenig

rosebud2
00
8.12.2011, 17:50

...der Hauptverband der Sozialversicherungsträger wehrt sich dagegen mehr Kosten für Psychotherapie zu übernehmen, nicht die Pharmaindustrie

krikri
00
8.12.2011, 03:09

rekrutieren sich eigentlich die proraucherposter und impfgegnerposter sowie die pharmaindustrieverteuflerposter und ärztehasserposter sowie die hivvirusleugnerposter aus den immer gleichen menschen?
ich will das verbindende element dieser poster nicht beim namen nennen

Joruus CBaoth
00
8.12.2011, 14:35

Ich sehe nicht, wie alle diese Kategorien zusammenhängen würden.

Warum ich aber eigentlich schreibe ist, dass HIV-Virus redundant ist. Das V in HIV steht bereits für Virus.

subspace99
00
8.12.2011, 11:32

Anti-Raucher, beim Impfen unentschlossen, stehe der Pharmaindustrie sehr kritisch gegenüber, ein Ärzteproblem sehe ich eher strukturell und an HIV täte ich nicht zweifeln.

Hm.

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