NPD

Deutsche Innenminister wollen offenbar neues Verbotsverfahren

6. Dezember 2011, 17:16

Ex-Verfassungsgerichtspräsident warnt vor voreiligen Schritten

Berlin - Die deutschen Länder-Innenminister wollen sich offenbar in dieser Woche auf ein neues NPD-Verbotsverfahren verständigen. Auf ihrem Treffen am Donnerstag und Freitag in Wiesbaden werde es dazu wahrscheinlich einen entsprechenden Beschluss geben, sagte Brandenburgs Ressortchef Dietmar Woidke (SPD) dem "Tagesspiegel" vom Dienstag. Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier warnte erneut vor voreiligen Schritten.

Woidke sagte, wahrscheinlich werde auf der Innenministerkonferenz (IMK) ein Beschluss gefasst mit dem Tenor "ja, wir wollen das Verbot auf den Weg bringen". Die Innenminister der Länder mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) als Gast wollen demnach beim traditionellen Kamingespräch der IMK am Donnerstag über ein Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme Partei beraten.

"Ziel sollte es sein, dass wir uns grundsätzlich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen", sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) dem "Tagesspiegel". Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet "ein starkes Signal von der IMK". Das Verbotsverfahren müsse jetzt konkret vorbereitet werden, sagte Herrmann der Zeitung.

Papier äußert indes die Befürchtung, "dass sich die Politik für einen neuen Antrag entscheidet, ohne vorher die Erfolgsaussichten genau zu prüfen". Sie sei dabei, "wieder in eine unsägliche Falle hineinzulaufen", sagte Papier am Dienstag bei der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden. Ein erneutes Scheitern eines NPD-Verbotsantrags würde laut Papier einen "fatalen Schaden" für Deutschland bedeuten.

Nach der Festnahme des Ex-NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben als mutmaßlichem Helfer der Zwickauer Neonazi-Zelle hatten Politiker parteiübergreifend für ein neues NPD-Verbotsverfahren plädiert. Ein erstes Verfahren war 2003 vor dem Bundesverfassungsgericht an der Vielzahl der V-Leute des Verfassungsschutzes in der rechtsextremen Partei gescheitert.

BKA-Präsident Jörg Ziercke rief dazu auf, den Kampf gegen den Rechtsextremismus zu verstärken. "Wir wollen dem gewalttätigen Rechtsextremismus intensiver als jemals zuvor den Kampf ansagen", sagte Ziercke in Wiesbaden. Er sicherte erneut eine lückenlose Aufklärung der Neonazi-Mordserie an neun Migranten und einer Polizistin zu.

Es müsse aufgeklärt werden, warum Sicherheitsbehörden die Gewalttaten der mutmaßlichen rechten Terrorzelle nicht hätten verhindern können. Die vergangene Woche gestartete Öffentlichkeitsfahndung zur Aufklärung der Mordserie brachte laut Ziercke bislang rund 200 zusätzliche Hinweise.

Die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos waren am 4. November nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach tot aufgefunden worden. Als mutmaßliche Mitbegründerin der Terrorzelle sitzt die 36-jährige Beate Zschäpe in Untersuchungshaft.

Nach Recherchen des ARD-Magazins "Fakt" nutzte das Terror-Trio in den ersten Jahren ihres Abtauchens eine Wohnung in Chemnitz als Versteck. Der inzwischen als Unterstützer des Trios inhaftierte Rechtsextremist André E. habe zwischen 1999 und 2001 eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Chemnitz angemietet. Diese sei mehrfach von der Polizei observiert worden. Zuletzt hatten die Rechtsextremen in Zwickau gewohnt. (APA)

Norbert Theodor Bertel
 
00
8.12.2011, 16:23
Nur nichts übereilen

Prof. Papiers Einschätzung ist sicherlich die realitätsnächste. Sollte das weitere Verbotsverfahren scheitern , wäre es eine doppelte Bestätigung für den Forbestand dieser undemokratischen Partei. Aber wie der neue "Erste Mann" Apfel schon sagte, wird diese Partei auch aus der Verbotenheit weiterhin formieren - nur dann mit weniger Steuergeldern. Was hier aber jetzt am wenigsten angesagt scheint, ist reine Parteipolitik. Parteienprofilierung auf Kosten des Erfolges - da gibt man sogar Herrn Friedrich recht - wäre gut gemeint, aber möglicherweise ein Misserfolg! Es sei angemerkt, dass die "Unkenrufe" verantwortlicher Demokraten bisher weitgehend auf schwerhörige Ohren gestossen waren - im fremden und im eigenen Lager! Entschuldigt Euch bitte

john pell
00
8.12.2011, 15:49
N.D.P

Nazional dement Partei

walter helfmann
00
6.12.2011, 23:53
sachsen-anhalt ist dagegen.

und die wissen warum sie neonazis unterstützen.

miss chicken
36
6.12.2011, 19:00
auch Ö hat seinen Breivik,

nicht ganz so erfolgreich, aber von Polizei gefördert:
http://www.falter.at/web/print... hp?id=1535

Feindbilder taugen gut zum ablenken von der eigenen Scheiße, der teutschen Gewalt.
Da fantasieren wir lieber Tolles über Islamisten. Damit können wir hundertausende MigrantInnen unten halten.

Raptor Jesus
02
7.12.2011, 05:26
Ich find in google garnix.

So als ob er eine fiktive Person ist. Eine Zeitungsente.
Ich frag mich wie oft solche Verbrechen einfach so retuschiert werden.

NONE
11
7.12.2011, 07:02

Eine Zeitungsente ist es zwar nicht, aber masslos überzogen ist der Vergleich dennoch. Breivik hat +70 Leute ermordet. Das schafften viele Suizidbomber nicht.

wienerbrut
00
6.12.2011, 19:47

Bin ja schon voll gespannt über den Standardartikel darüber.....

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