Kunstrückgabebeirat: Die Werke von der Albertina seien an die Rechtsnachfolger von Oskar Reichel zu restituieren
Wien - Die Albertina soll sechs Arbeiten von Anton Romako restituieren. Zu dieser Empfehlung ist der Kunstrückgabebeirat am Dienstag bei einer Sitzung gekommen. Folglich seien die Werke von der Albertina an die Rechtsnachfolger von Oskar Reichel zu restituieren, hieß es. In zwei weiteren Fällen wurden die Beratungen vertagt, wie mitgeteilt wurde.
Bei den nun ausgesprochenen Rückgabeempfehlungen handelt es sich um die Werke "Allegorie einer reitenden Hungaria", dem Aquarell "Italienische Netzflickerin am Strand" sowie den Federzeichnungen "Studie eines Matrosen", "Studie Steuermann", "Figurenstudie für Matrosen" und "Studie eines Lesenden, Lesender Knabe".
Der Wiener Arzt Reichel galt als bedeutender Sammler österreichischer Kunst, insbesondere der Werke von Romako. Reichel wurde von den Nationalsozialisten als Jude verfolgt und verstarb am 7. Mai 1943 in Wien. Vier der sechs zu restituierenden Blätter kaufte die Albertina 1939 und 1940 aus dem Kunsthandel an, das Aquarell gelangte 1963 über ein Depot des Bundesdenkmalamt durch Zuweisung in die Albertina. 1976 wurde schließlich das Blatt "Figurenstudie für Matrosen" von einem privaten Sammler erworben. (APA)